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27. März 2008

Tanya Huff: Rauch und Asche

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 19:30

Rauch und Asche (Cover)Tony ist Mitte 20, schwul, lebt in Vancouver und geht gleich zwei mies bezahlten Jobs nach:
Hauptberuflich ist er Regieassistent einer Vampir-TV-Serie namens „Darkest Nights“. Nebenberuflich übt er sich als Nachwuchs-Zauberer, seit ihm eine Magierin aus einem Paralleluniversum die Grundlagen der Magie als Anweisungen auf seinem Laptop hinterlassen hat.

Auch mit seinem Liebesleben läuft es wenig prickelnd: Der Hauptdarsteller der Serie scheint zwar interessiert, hält ihn aber gleichzeitig auf Abstand, und sein Ex-Freund Henry ist ein mehrere hundert Jahre alter Vampir, der nicht von Tony loskommt und sich zum Stalker entwickelt.

Als wäre dies alles nicht schon anstrengend genug, hängt sich auch noch die Stuntfrau Leah an seine Fersen und erklärt ihm, dass sie ein 3.500 Jahre altes, lebendes Dämonentor ist. Der Dämonenfürst Ryne Cyratane hat sie, seine einstige Sklavin, unsterblich und unverwundbar gemacht und ihr die Fähigkeit verliehen, als Portal in die Höllendimension zu fungieren, in der er lebt. Leider ist ihm dabei ein Fehler unterlaufen und er ist dort gefangen – bis Leah stirbt.
Jetzt scheint er jedoch einen Weg gefunden zu haben, dieses Problem zu umgehen und Leah zu töten. Sobald dies geschieht, steht es ihm frei, in unsere Dimension überzuwechseln und ewiges Leid und Tod über die Welt zu bringen.
Gemeinsam mit Leah und Henry – sowie der halben Crew von Darkest Nights – versucht Tony, seine magischen Fähigkeiten zu vervollkommnen und Ryne Cyratane aufzuhalten, ehe eine Apokalypse über Kanada hereinbricht. Die ganze Sache wird dadurch erschwert, dass die andere Hälfte der Crew von Darkest Nights sowie die Polizei von Vancouver und ein unsympathischer Schmierenjournalist nicht mitbekommen sollen, was vor sich geht …

Obwohl „Rauch und Asche“ bereits der dritte Band von Tanya Huffs Reihe um Tony, den schwulen Nachwuchs-Zauberer, ist und einige Charaktere zuvor schon in ihren „Chroniken des Blutes“ eine Rolle gespielt haben, ist das Buch auch für Quereinsteiger gut verständlich. Der Autorin gelingt es, die notwendigen Hintergrundinformationen häppchenweise einzustreuen, ohne den Erzählfluss dadurch zu stören. Die gelungene Mischung aus Mystery, Humor und Popkultur-Referenzen sorgt für kurzweiliges Lesevergnügen: Da schlägt der Spinnensinn an, Hitchcock-Plots werden zitiert und Firefly-DVDs liegen unter dem Bett verschüttet.
Die Tatsache, dass Tony als Magier zwar engagiert, aber keineswegs kompetent ist und sein schwules Liebesleben so gar nicht geregelt bekommt, geben der Genrelektüre noch mal ihren eigenen Touch, ohne dass der Roman aufdringlich wirkt.
„Rauch und Asche“ ist aus der Sicht von Tony geschrieben, der Stil ist flüssig und liest sich unkompliziert. Im Vergleich zu den früheren High-Fantasy-Romanen der Autorin wirkt er allerdings eher durchschnittlich. Das mag jedoch auch ein bisschen an der Übersetzung liegen, denn der Roman lebt nicht nur durch seine Handlung, sondern in erster Linie durch die Situationskomik und seine aberwitzige Erzählweise.

Insgesamt tun ein paar wenige nicht ganz so runde Formulierungen der flotten Geschichte keinen Abbruch, die sich offenbar ein bisschen als Hommage an TV-Serien à la „Buffy“ und „Angel“ versteht.
Der Mix macht’s, könnte man sagen. Es macht einfach Spaß, die 444 Seiten des Romans zu lesen und sich über Tony, Henry und Leah zu amüsieren, denn: Dass es ihnen gelingt, die Welt zu retten, liegt von Anfang an nahe. Wie es ihnen gelingt und wie sie sich dabei anstellen, macht das Buch so interessant.
Erwähnenswert ist außerdem die schöne Aufmachung des Taschenbuchs, mit der sich der Feder & Schwert-Verlag sichtlich Mühe gegeben hat und die den Kaufpreis auch vertretbar macht.

Insgesamt betrachtet ist „Rauch und Asche“ leichte Kost mit Suchtpotential, die neugierig auf den Rest der Reihe – und die anderen Romane – von Tanya Huff macht.

Diese Rezension erscheint hier mit freundlicher Genehmigung von Media-Mania.de

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