Darkstars Fantasy News


16. August 2009

Interview mit Mirko Piredda vom Piredda Verlag

Category: Interviews – Darkstar – 14:40

Die Legende vom Changeling (Band 2)Im kommenden September feiert der Piredda Verlag sein einjähriges Jubiläum. Mit Die Legende vom Changeling hat der Verleger auch eine phantastisch angehauchte frankobelgische Comicreihe in sein Programm aufgenommen. Wenn das kein Grund ist, sich mit Mirko Piredda mal zu unterhalten über den Verlag, die Zukunftspläne und die Reihen, die bei Piredda erscheinen! Wer wissen will, wie es zur Verlagsgründung kam und ob noch weitere phantastische Stoffe veröffentlicht werden sollen, sollte einen Blick in’s Interview werfen!

Interview mit Mirko Piredda

Der Piredda Verlag ist noch recht jung. Vielleicht möchten Sie den Verlag und sich eingangs ein bisschen vorstellen?

Den Piredda Verlag habe ich im September 2008 gegründet und seitdem veröffentlichen wir ca. zwei Alben im Monat, wobei wir uns ganz bewusst auf frankobelgische Comics konzentrieren. Zu unseren Hauptserien gehören Allein (Semi-Funny), Die Legende vom Changeling (Fantasy), Cubitus (Funny), Ethan Ringler (Western), Frank Lincoln (Detektiv-Serie), Die Gifticks (Funny) und W.E.S.T. (Spät-Western). Ende Juli haben wir auf unserer Homepage  das kommende Herbst-/Winterprogramm für die Monate September 2009 bis Februar 2010 bekanntgegeben. Der gedruckte Katalog wird dann ca. Mitte August im Handel erhältlich sein. Neben den Fortsetzungen bereits eingeführter Serien wird es auch die eine oder andere neue Überraschung geben.

GifticksVor meiner Selbstständigkeit war ich insgesamt neun Jahre Redaktionsleiter des Comicmagazins ZACK, das zum größten Teil frankobelgische Comics veröffentlicht. Dort habe ich mich speziell um alle organisatorischen Dinge gekümmert, wie z.B. den Einkauf der Lizenzen, die Produktion und den Vertrieb. Darüber hinaus war ich Ansprechpartner der Buchhandlungen und Comicläden.

Was unterscheidet Piredda von seiner Konkurrenz?

Zu unserer Verlagspolitik gehören eine gute Auswahl an Comics, ein gut produziertes Album und eine zuverlässige Erscheinungsweise.

Sind Sie mit der bisherigen Resonanz auf Ihre Produkte zufrieden?

W.E.S.T.Da ich durch meine Tätigkeit bei „ZACK“ den Comicmarkt kennenlernen durfte, wusste ich bereits im Vorfeld, welche Serien und Mengen sich ungefähr verkaufen lassen. Dafür, dass wir erst seit September 2008 auf dem Markt sind, läuft es erstaunlich gut. Besonders stolz sind wir natürlich auf die Reaktionen unserer Leser, die wir in letzter Zeit auf diversen Messen (Intercomic Köln, Comicfest München, etc.) treffen konnten – denn schließlich wird unsere Verlagspolitik immer wieder gelobt.

Woher kommt Ihre persönliche Faszination für dieses Medium?

Erst durch ZACK habe ich die frankobelgischen Comics sehr schätzen gelernt. In meiner Kindheit war ich nicht unbedingt der klassische Comicleser: ab und zu habe ich mir eine Micky Maus oder Yps Ausgabe gekauft…

Mit „Die Legende vom Changeling“ haben Sie Ihr Verlagsprogramm um die Sparte Fantasy erweitert. Wird die Serie eine Eintagsfliege bleiben oder planen Sie, zukünftig noch weitere phantastische Stoffe zu veröffentlichen?

Die Legende vom Changeling (Band 1)Warum nicht, aber im Moment gibt es leider keine passende Erzählung, die ähnlich gut wie Die Legende vom Changeling ins Verlagsprogramm passen würde. An dieser Stelle möchte ich gerne Thomas Koegel von Comicgate.de zitieren, denn er gibt genau das wieder, was die Serie wirklich ausmacht: „Die Legende vom Changeling ist eine äußerst angenehme Überraschung: Was äußerlich wie eine klassische Fantasygeschichte aussieht und zunächst auch so beginnt, entpuppt sich bald als ein Wechselspiel zweier Welten: der mystischen Sagenwelt und der harten Realität des Großstadtmolochs, wie sie z.B. auch Charles Dickens in Oliver Twist beschrieben hat.“

In Frankreich ist eine Adaption der Bestseller-Romane von Robin Hobb über den Weitseher Fitz erschienen. Wäre das nicht etwas für Ihr Programm?

Ich habe die Alben bisher noch nicht in Händen gehabt und kenne nur einige Preview-Seiten. Daher kann ich noch kein abschließendes Urteil dazu abgeben. Aber danke für den Tipp.

Miss Endicott (Band 1)Und was macht Ihrer Meinung nach generell einen guten Comic aus?

Na klar schaue ich mir zuerst die Zeichnungen an, und wenn die mir persönlich gut gefallen, dann hoffe ich immer wieder, dass die Story mindestens genauso gut ist. Bei unseren Serien trifft beides zu.

Plant Piredda auch, eigene Produktionen zu verlegen (oder konzentrieren Sie sich zunächst lieber auf Einkäufe aus dem Ausland)?

Eigenproduktionen sind interessant und mit Sicherheit eine Herausforderung, doch diese müssen ganz anders kalkuliert werden – denn schließlich handelt es sich hierbei um eine Auftragsarbeit und nicht um ein Lizenzgeschäft.

Welche Trends sehen Sie für den Comic-Bereich in der näheren Zukunft auf uns zukommen?

Das ist immer schwer zu sagen, aber unser Programm orientiert sich auch nicht unbedingt an irgendwelchen Trends, sondern spricht insbesondere diejenigen Leute an, die gerne frankobelgische Comics lesen.

Ethan RinglerWelche Highlights erwarten uns denn noch in den folgenden Monaten?

Mitte Juli sind wir mit dem ersten Band der „Gifticks“ Gesamtausgabe gestartet. In den insgesamt drei Bänden à 112 Seiten werden alle albenlangen Abenteuer und Kurzgeschichten der fiesen kleinen grünen Gnome aus einem vergangenen Jahrhundert veröffentlicht.

Im August erwarten wir bereits die spannende Fortsetzung von Die Legende vom Changeling (Band 2: Der schwarze Mann).

Und alles weitere zum neuen Verlagsprogramm stellen wir seit Ende Juli auf unserer Homepage vor.

Allein (Bd. 2)Viele jungen Leute träumen davon, Comiczeichner zu werden. Fällt Ihnen ein guter Ratschlag ein, den Sie ihnen mit auf den Weg geben möchten?

Üben, üben und immer wieder üben. Das sind in der Regel die Kommentare, die ich immer wieder höre, wenn ich mich mit Zeichnern unterhalte. Mittlerweile gibt es auch eine Comicakademie: http://www.comicademy.com/

Vielen lieben Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben.
Alles Gute für dich sowohl beruflich als auch privat!

Zur Website des Piredda Verlages geht es hier!

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