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31. Januar 2010

Acht Fragen zu „Gott“ von Frank Schweizer

Category: Interviews – Darkstar – 15:11

Frank Schweizer: GottDer 1969 geborene Frank Schweizer sagt von sich selbst, dass er verheiratet ist, gerne kocht und mit Vorliebe lateinische Bücher liest. 2007 ist sein Debutroman „Grendl“ erschienen, der er als komisch-skurrilen Fantasyroman beschreibt.

Ende des vergangenen Jahres ist im BLITZ-Verlag ein neues Buch von ihm herausgekommen, das den bescheidenen Titel „Gott“ trägt:

In der Hölle ist die Hölle los! Ein prominenter Teufel wird tot aufgefunden. Verdächtig ist ein Engel. Waltharius, Inhaber einer Teufelsdetektei, nimmt die Ermittlungen auf. Zwei Spezialagenten vom TSD, dem Teuflischen Sicherheitsdienst, mischen sich ein, und die furiose Jagd durch die Anderwelt beginnt: ein wahrlich apokalyptischer Spaß!

Da die Inhaltsangabe so interessant klingt, habe ich mich gefreut, dass sich die Gelegenheit ergeben hat, Frank Schweizer zu diesem Roman im Rahmen eines Kurz-Interviews auf den Zahn zu fühlen:

Vielleicht könnten Sie sich eingangs selbst vorstellen und uns erzählen, wie Sie zum Schreiben gekommen sind?

Ja sehr gerne. Also, ich heiße Frank Schweizer und bin seit einigen Jahren freier Schriftsteller, wobei ich immer Wert darauf lege, mich in keine Schublade stecken zu lassen. Deswegen gibt es von mir z.B. ein Buch über Kochgeschichte „Kuchen nur versehentlich gesendet“, eins über Philosophie „Wie Philosophen sterben“, aber auch zwei Fantasy-Romane „Grendl“ und „Gott“. Geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Und wenn ich keine Hände zum Schreiben hätte, würde ich Texte mit dem Mund und mit einem Filzstift an meine Zimmerwand kritzeln. Schreiben ist eine Leidenschaft, die nicht an einem Donnerstag vor drei Jahren um halb zwölf angefangen hat, sondern die man besitzt oder auch nicht. Zum Schreiben „kommt“ man gewissermaßen nicht, höchstens wie die Jungfrau zum Kind.

Ohne zu viel zu verraten: Wie würden Sie “Gott” in nur ein paar Sätzen beschreiben?

Hmm also… es gibt einen Toten und zwei recht gegensätzliche Charaktere, die den Fall aufklären. Der Detektiv ist ein Teufel aus der Hölle, der eigentlich sonst nur bei guten Taten ermittelt, der Ermordete war sein alter Teufelslehrer, und der Hauptverdächtige ist ein Engel, den alle fälschlicherweise für den Täter halten. Da der Teufelsdetektiv denkt, dass der Engel unschuldig ist, begeben sich die beiden als ziemlich drolliges Duo auf die Suche nach dem wahren Täter. Eigentlich ein ganz normaler Krimi J, in dem übel gelaunte Dämonen, Zigaretten paffende Skelette und Engel mit automatischen Schnellfeuerharfen um die Ecke linsen.

Das Buch soll vor allen Dingen lustig sein und es gibt, glaube ich, viel zu lachen. Manche Leser finden Ähnlichkeiten mit Terry Pratchett, aber das ist Ansichtssache.

Erzählen Sie uns bitte etwas über die Hauptfiguren des Romans?

Waltharius ist Teufelsdetektiv und ist nie über die Hölle hinausgekommen. Er glaubt an nichts, lediglich an den Nougat (ewig möge er währen!). Ich fand es reizend, ihm bei der Aufklärung seines Falles ein irritierend frommes und irgendwie auch bedrohliches Wesen, den Engel Enlil, an die Seite zu stellen. Während die beiden durch die Anderwelt reisen und die oben erwähnten Dämonen oder Skelette treffen, versucht Waltharius das fremdartige Universum auf seine teufelseigene Weise zu verstehen. Aber auch den Engel Enlil lässt der lange Kontakt mit dem stinkstiefeligen und schokoladensüchtigen Teufel nicht unverändert. Im Grunde ist es eine spirituelle Reise, in der nach dem Wesen von Gut und Böse gefragt wird und ebenso dargestellt wird, dass zu existieren schrecklich ist und dass das Leben ein grausames Monster ist, das uns alle ins Nichts zieht… aber lustig J.

Was hat Sie zur Handlung von „Gott“ inspiriert?

Hmm die Frage legt nahe, dass Kreativität von Außen kommt. Im Sinne von: Mein Nachbar – nennen wir ihn Herrn Zwölf – ist ein seltsamer Kauz. Ich „erfinde“ dann beruhend auf dem realen Nachbarn eine Figur wie einen schrulligen Elf, der vielleicht einen clever vertuschenden Namen trägt, aber genauso ist wie mein Nachbar. Tja… ich denke aber, echte Kreativität kommt von Innen. Das ständige Kopieren der immer gleichen Muster ist nicht meins. Ich finde es langweilig vom Leben abzuschreiben. Wer „Gott“ kauft, wird etwas lesen, was er noch nicht kennt.

Wodurch unterscheiden sich ihre Engel von denen der Bibel?

In vielerlei Hinsicht: In der Bibel sind die Engel Gottes Boten. Bei mir führen sie eine sehr eigenständige Existenz, und sind gewissermaßen freischaffend. Zudem ist der Gegensatz zwischen Engel und Teufel in der Bibel einer von Gut und Böse, bei mir hat dieser Gegensatz mit Copyright-Streitigkeiten um religiöse Merchandising Produkte zu tun. Gerade die Dornenkronenindustrie ist ja ein heiß umkämpfter Markt.

GrendlWorldbuilding oder Charakterentwicklung – was ist wichtiger?

Worldbuilding und Charakterentwicklung gibt’s gratis. Meine Arbeitspräferenzen liegen „im Großen“ (das heißt in der Konzeption), in der Kreativität und was mich „im „Kleinen“ (das heißt im Detail) am meisten umtreibt, ist beim Schreiben das Timing des Dialogs, nur wenn das stimmt, ist der Text auch lebendig.

Werden Sie die Welt aus „Gott“ bzw. Figuren aus dem Roman eines Tages noch einmal besuchen?

Die könnten auch mich mal besuchen kommen, die faulen Gestalten, ist doch wahr!!! Ich könnte einen superleckeren Käsekuchen besorgen, der sich gewaschen hat.

Vielen Dank für das Interview und alles gute sowohl für Ihre berufliche als auch private Zukunft!

Die Website von Frank Schweizer findet ihr hier.

„Gott“ bei Amazon bestellen: hier!

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