Darkstars Fantasy News


6. Juni 2012

Camelot – Special: Die Zauberin Morgan

Category: News – Darkstar – 19:00

Camelot (Morgan)Die Blogger der Tafelrunde haben beschlossen, jeweils einen Charakter aus Sage und Serie näher vorzustellen. Wer mich kennt, wird nicht überrascht sein, dass ich mich für Morgan entschieden habe.

Morgan le Fay ist in den mittelalterlichen Fassungen der Artus-Dichtung in der Regel die böse Widersacherin ihres Halbbruders. Das war nicht immer so, doch die bekanntesten Epen um die Ritter der Tafelrunde zeichnen sie immer wieder als intrigante Zauberin oder männermordende Hexe und als solche tauchte sie auch ein um’s andere Mal in zahlreichen modernen Nacherzählungen des Stoffes auf. Spätere Fassungen machen sie sogar zur Verführerin ihres eigenen Bruders, mit dem sie ein Kind zeugt: Mordred. Dieser soll seinen Vater Arthur später töten.

Die Nebel von AvalonBis Marion Zimmer Bradley sie Anfang der 80er Jahre in ihrem unerreichten Bestseller „Die Nebel von Avalon“ zur Heldin machte. Sie ist hier die Priesterin der Großen Göttin, die ihren Bruder liebt und den alten Glauben beharrlich gegen die immer stärker werdende Vormachtstellung der Christen zu verteidigen sucht. Bradley besinnt sich auf Sagen, die Morgaine als Fee zeigen, als guter Geist und machtvolle Zauberin. Seither wurde Morgan (oder Morgana oder Morgaine) immer öfter deutlich positiv besetzt.

„Camelot“ kehrt hingegen zurück zu den dunklen Wurzeln der Sagen. In der US-Serie wird Morgan zur Hexenkönigin, die die Herrschaft über Britannien um jeden Preis an sich reisen will. Der Produktion gelingt es allerdings, der schönen, willensstarken Antagonistin eine glaubwürdige Motivation zu verleihen. In der Kindheit ungeliebt wurde sie von ihrem Vater in ein Kloster aufs ferne Festland verbannt, damit er sich mit seiner neuen Frau Igraine (Arthurs Mutter) ungestört vergnügen kann. Kein Wunder, dass Morgan für beide nicht gerade liebevolle Gefühle hegt. Im Kloster kommt sie jedoch nicht nur in Kontakt mit dem Christentum, sondern lernt von einigen Nonnen auch die gefährliche Kunst der Schwarzen Magie. Mit ihrer Hilfe, so ist sie sich sicher, ist ihr die Rache gewiss. Sie kehrt nach Britannien zurück, um ihr Geburtsrecht, die Krone, einzufordern.

Camelot (Szenenbild)Auch wenn sie in der Wahl ihrer Mittel kompromis- und ehrlos vorgeht, so kann man doch sehr gut verstehen, wie aus Morgan jene verbitterte, schöne Frau wurde, als der sie in „Camelot“ auftaucht. Es ist verständlich, dass sie sich nach einer schrecklichen Kindheit an die Macht klammert und nicht bereit ist, sich von einem vermeintlichen Halbbruder erneut ins Abseits und in die Bedeutungslosigkeit drängen zu lassen.

Eva Green spielt die verbissene, verbitterte und kompromislose Frau, die ihren schönen Körper und ihre dunklen Künste ohne Rücksicht auf Verluste zum eigenen Vorteil einsetzt, mit beeindruckender Intensität.

So ist fraglos Morgan – in der Sage wie in der Serie – die vielschichtigste Frauenfigur: Sie polarisiert und fasziniert gleichermaßen. Sie ist integraler Bestandteil einer uralten Legende, die uns über die Jahrhunderte hinweg bis heute begeistert.

Die weiteren Blogger der Tafelrunde sind:

Nico vom Larp Bastel Blog

André von der Mittelalter Fundgrube

Dominik vom Rollenspiel-Almanach

Gregor von Seventhdice und

Ingo von Greifenklaue

In dieser Woche wird es auch bei ihnen News und Infos rund um die Charaktere aus „Camelot“ geben – also schön vorbeisurfen!

1 Kommentar »

  1. Mir hat ja Camelot sehr sehr gut gefallen und ich finde es sowas von schade, dass es keine Staffelfortsetzung geben wird. Die Serie hatte noch so viel Potential für weitere Staffeln aber anscheinend haben die Quoten nicht gereicht… Eva Green war die Idealbesetzung für Morgan und wirklich überragend in dieser Rolle.

    Die Nebel von Avalon – das ist mein absolutes Lieblingsbuch. Ich fand die Frauen in diesem Buch bereits sehr emanzipiert dargestellt. Vor allem natürlich Morgaine und Viviane.
    Ich finde auch dass der Charakter Morgaine’s polarisiert, denn selbst in der Rolle als „gute“ Morgaine hat man nicht jede ihrer Entscheidungen immer nachvollziehen können. Aber gerade das ist es ja was man an ihrer Rolle so spannend und interessant findet. Eine unangepasste Figur der Artus-Legende.

    Comment by Alexandra — 6. Juni 2012 @ 20:45

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