Darkstars Fantasy News


23. Mai 2013

Interview mit Stephan R. Bellem
zur Western-Fantasy-Novelle „Die Ballade von Tarlin“

Category: Interviews – Darkstar – 18:05

Tarlin CoverFrisch in die Buchläden kam dieser Tage „Die Ballade von Tarlin„, eine Novelle aus der Feder von Stephan R. Bellem („Die Wächter Edens„, „Tharador„-Zyklus). In der Erzählung geht es um die klassische Konfrontation von Elfen und Trollen – allerdings in ungewöhnlichem Western-Setting:

Die Expansion ihres Empires hat die Elfen weit nach Westen über die Eismeere geführt. Doch in der Steppe lauert der Tod. Wilde Orks wollen ihr Land nicht kampflos aufgeben und schlachten elfische Herren und menschliche Sklaven gleichermaßen ab. Den Vormarsch der Invasoren können sie jedoch nicht aufhalten.

Erst als die Stollen zur Förderung magischer Edelsteine zu tief in die Erde reichen und das Land selbst sich erhebt, wird Tarlin klar, dass sein Volk nicht den richtigen Weg eingeschlagen hat. Nun gibt es nur noch eine Frage: Kann er noch verhindern, dass der Rachegeist erwacht?

Im Interview verrät der Autor u. a., inwiefern seine Western-Elfen den klassischen Tolkien-Spitzohren ähneln (oder etwa nicht?), was in zu der Novelle inspiriert hat und warum er sich als Autor gern im Web 2.0 bewegt:

Interview mit Stephan R. Bellem zu „Die Ballade von Tarlin“

Welche Schlagworte beschreiben die Atmosphäre von „Die Ballade von Tarlin“ am besten?

Hmm, das ist gar nicht so leicht. Melancholisch und wütend, vielleicht.

Was ist dieser Tarlin für ein Typ?

Tarlin wurde alles genommen. Seine Stellung, seine Freunde, seine Würde. Dabei hat er jedoch nicht seinen trockenen Humor (hoffe ich) verloren.

Zu Beginn der Geschichte ist er auf Rache aus. Gute, alte Vergeltung.

Elfen im wilden Westen – das ist mir so auch noch nicht untergekommen. Was hat Dich zu dieser Geschichte inspiriert?

Ich wollte die Elfen in eine neue Rolle bringen. Üblicherweise sind sie edel und weise, beschützen ihre Heimat und häufig eine Kultur, die im Niedergang begriffen oder bedroht ist. Das kennen wir alle schon.

Die Parallelen zur Besiedlung Nordamerikas sind nicht unbeabsichtigt, aber die Rollenverteilung, die man üblicherweise erwarten würde, ist eine andere.

Dank Tolkien und Peter Jackson haben viele Leser ein ganz bestimmtes Bild vor Augen, wenn es um Elben bzw. Elfen geht. Entsprechen die Elfen in Deiner Erzählung diesem Bild?

Ganz und gar nicht. Die Elfen in Tarlins Welt sind Invasoren. Sie dehnen das Empire über die Meere hinweg aus, führen Krieg gegen die Drachen und halten Menschen als Sklaven.

Die Geschichte spielt ja auch nicht in einer mittelalterlichen Fantasywelt. Als Bezug wäre 1860 viel treffender.

Eine Novelle ist wesentlich kürzer als ein Roman. Hat Dich das beim Schreiben vor besondere Herausforderungen gestellt?

Ja, sehr. Es war meine erste Novelle überhaupt. Und die kürzere Textform ermöglicht viele interessante Kniffe. Aber man muss sich auch auf wesentliche Dinge beschränken, weil man einfach nicht genug Platz hat. Man versucht, auf diesen wenigen Seiten so viel Atmosphäre wie möglich zu erzeugen.

Keine leichte Aufgabe. Und ehrlich gesagt, hab ich ein bisschen Bammel, ob es mir ordentlich gelungen ist.

Auf Deinem Blog hast Du neulich ein sehr interessantes Thema angeschnitten: Der Umgang mit Gewalt in der Fantasy, vor allem in Bezug auf die Geschlechterrollen. Wenn es um Gewaltdarstellungen geht: Wo ziehst Du da die Grenze in Deinen Büchern?

Sehr schwer zu sagen. Das ganze Thema ist nicht leicht einzugrenzen.

Ich denke, ich ziehe die Grenze da, wo ich Gewalt nur um der Gewalt Willen einsetzen würde.

Und es gibt natürlich immer die Unterschiede, WIE man Gewalt darstellt. Warum foltert man eine Figur? Um die seelischen Auswirkungen aufzuzeigen. Muss ich dann beschreiben, wie ihm nacheinander die Fingernägel abgezogen werden? Oder reicht es nicht, wenn der Charakter später seine versehrten Hände benutzt?

Eine Folter wird sinnlos, wenn man die Folgen nicht gut beschreibt. Und wenn man die Folgen gut beschreibt, muss man nicht zwingend jedes schaurige Detail ausführen. Aber das ist nur meine Meinung und die Grenze zu ziehen, ist hier wirklich nicht leicht.

Wie wichtig ist ein Blog und ein Auftritt auf Facebook und Twitter heutzutage für einen Autoren?

Ich finde diese Dinge durchaus wichtig. Ich plane auch wieder eine Generalüberholung meiner eigenen Website, um sie meinen Bedürfnissen und aktuellen Projekten besser anzupassen.

Und die Kommunikation mit meinen Lesern ist mir sehr wichtig. Ich schreibe ja auch für sie und darum weiß ich gerne wie sie ticken.

Mit welcher fiktiven Figur würdest Du gern mal eine Nacht lang um die Häuser ziehen – und warum?

Ich denke, das wäre Felix Castor aus den Romanen von Mike Carey. Der Typ ist wirklich schlagfertig. Allerdings würde ich mit dem vermutlich immer in Schwierigkeiten geraten. Aber eine nächtliche Geisterhatz, das hätte was.

Wird es noch mehr Western-Fantasy von Dir geben?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich hätte durchaus eine Idee für eine große Geschichte in Tarlins Welt. Aber das ist auch immer eine Frage der Zeit. Und natürlich auch wie es überhaupt bei den Lesern ankommt.

Vielen Dank!

Stephan R. Bellems Website und Blog findet ihr hier!

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3 Comments »

  1. […] Darkstar’s Fantasy News hat mich zu Tarlin interviewt. Es waren ein paar sehr interessante Fragen dabei. Und man bekommt einen ersten Eindruck, wohin die Reise bei Tarlin geht. […]

    Pingback by Die Ballade von Tarlin – erste Reaktionen — 28. Mai 2013 @ 08:10

  2. […] mag und wer auf orginelle Settings steht, dem empfehle ich zudem Stephan Bellems “Die Ballade von Tarlin“, der das Motiv der sich bekriegenden Völkerstämme der Elfen und Trolle ins Amerika zur […]

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  3. […] deutschsprachige Kurzgeschichte: “Die Ballade von Tarlin” von Stephan R. Bellem […]

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