Darkstars Fantasy News


24. Juli 2013

Die fantastische Welt von Oz (DVD)

Category: Filme/Serien,Rezensionen – Darkstar – 08:00

Die fantastische Welt von Oz (DVD)Seit kurzem ist Disneys „Die fantastische Welt von Oz“ auf DVD und BluRay erhältlich.

Wie bereits vor einigen Jahren mit „Alice im Wunderland“ hat sich Disney eines bekannten Klassikers der Kinderliteratur angenommen und aus dessen Motiven eine neue Geschichte gewebt. Hatten sich Produzenten und Drehbuchautoren im Fall Alice für eine Art Fortsetzung des Mythos entschieden, wirft der neue Oz-Film einen Blick in die fiktive Vergangenheit: „Die fantastische Welt von Oz“ erzählt davon, wie der berühmte Zauberer vom gewöhnlichen Menschen zum Herrscher über dieses Fantasy-Reichs wurde und davon, wie er sich die böse Hexe des Westens zu seiner Erzfeindin machte …

Oz Szene 01Ein Konzept, dass vor einigen Jahren bereits für den US-Autor Gregory Maguire mit seinem Roman „Wicked – Die Hexen von Oz“ aufging. Während Maguires Version jedoch sehr düster und politisch daher kommt, entschied sich Disney für einen klassischen Familienfilm. Auf dem Regiestuhl nahm Sam Raimi (Regisseur der Spiderman-Trilogie mit Tobey Maguire) Platz, vor der Kamera agierten in den Hauptrollen hochkarätige Schauspieler wie James Franco, Rachel Weisz, Michelle Williams (allesamt Oscar-nominiert bzw. Oscar-Gewinner) sowie Mila Kunis.

Hinzu kommt, dass das Fantasy-Spektakel in prachtvollen Bildern umgesetzt wurde: Die magische Welt: die gelbe Ziegelstraße, die Smaragdstadt und die finsteren Wälder erstrahlen im Glanz berauschender Farben und bei den 3D-Effekten wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt.

Die fantastische Welt von Oz (BluRay)„Die fantastische Welt von Oz“ hat also die besten Voraussetzungen für einen grandiosen Filmstreifen.

Leider krankt der Film aber – wie bereits „Alice im Wunderland“ – an einem schwachen Drehbuch und einer fragwürdigen Regie. Die Geschichte, in ihren Grundzügen durchaus ansprechend, wurde meines Erachtens nach nicht gut umgesetzt. Teils zu platt, teils zu überzogen verschenkt „Die fantastische Welt von Oz“ riesiges Potential. Die Dialoge scheinen mitunter aufgesetzt, die Motivation mancher Charaktere bemüht. Nichts gegen eine klare Bildsprache und eine extreme Einteilung in Gut und Böse, aber Disney hat es hier eindeutig übertrieben. Ebenso wie die Darsteller, die solches Overacting betreiben, dass man sich im Nachhinein fast für ihre Oscarnominierungen fremdschämt.

Dass Williams, Franco & Co. Weltklasse-Schauspieler sind, haben sie in anderen Filmen bereits eindrucksvoll bewiesen. Hier rollen sich einem eher die Zehennägel hoch. Ich konnte mich des Gedanken nicht erwehren, dass dies ggf. auch ein bisschen der Tatsache geschuldet sein könnte, dass die Schauspieler für diesen Film zu einem Großteil vor dem Greenscreen haben agieren müssen. Bleibt dadurch einiges auf der Strecke? Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die karikaturistischen Leistungen Absicht sind.

Oz (Szene 03)Wurde da versucht, „Die fantastische Welt von Oz“ extrem auf Kinderfilm zu trimmen? Denn an Kindertheater erinnert da so manche Szene, wenn die böse Hexe in hysterisches Gelächter ausbricht. Andererseits sind einige Szenen für einen Kinderfilm zu brutal und düster. Der Streifen hat zwar eine FSK 6 bekommen, ich rate Eltern aber, ihre Sprößlinge nicht allein vor dem Fernseher zu parken, wenn der Film läuft.

Am meisten begeistert haben mich übrigens zwei Nebencharaktere: der geflügelte Affe und das Porzellanmädchen – bezeichnend, dass beide am Computer entstanden sind.

OZ Szene 02Das war jetzt sehr viel Kritik, aber ich muss betonen, dass „Die fantastische Welt von Oz“ nicht nur schlecht ist. Sie ist einfach nicht meine Art Film. Die Bildsprache des Streifens ist wirklich berauschend – wohl dem, der den Film im Kino gesehen hat -, die Geschichte aber einfach zu platt. Wer vor allem auf tolle Special Effects und toll animierte Hintergründe steht, der kommt bei dem Film sicher auf seine Kosten. Wer vor allem eine packende, komplexe Geschichte erwartet, schaut allerdings in die Röhre. Die Ansätze sind da, aber nicht ausgeführt.

Kurzum: Wer schon Disneys „Alice im Wunderland“ (die Tim Burton-Version) mochte, wird von „Die fantastische Welt von Oz“ vermutlich auch begeistert sein. Wer damals schon enttäuscht war, dem wird es diesmal auch nicht anders ergehen. Leider.

3 Comments »

  1. Genau meine Meinung!
    Die Bilder waren irre, gerade in 3D.
    Aber wo war die spannende Handlung? Wo die Schauspielkunst? Enttäuschend.
    Und auch ich war der Ansicht, dass der Charakter, der am interessantesten war, kein gespielter, sondern ein animierter war. Das Porzellanmädchen.

    Schön, dass wir uns endlich mal wieder einig sind, was die Qualität eines Fantasywerks angeht *g*

    LG, Bine

    Comment by Bine — 24. Juli 2013 @ 12:58

  2. @ Bine:

    Und wenn wir zusammen im Kino gewesen wären, hätte sich die Prophezeiung wieder erfüllt: „Wir machen ihren Film schlecht“ ,-) Ich brauche doch noch so ein T-Shirt ,-)

    Comment by Darkstar — 24. Juli 2013 @ 15:01

  3. […] Jahres (wenngleich ich ihn nur auf DVD gesehen habe) landete meiner Meinung nach Disney mit “Die fantastische Welt von Oz“, der mir einfach viel zu klischeehaft und simpel gestrickt war. Was der Film für mich […]

    Pingback by Darkstars Fantasy News » Darkstars Tops & Flops 2013Ein subjektiver Rückblick über mein Lese-Jahr | News & Interviews aus der wunderbaren Welt der Fantasy - ein Fantasy Blog — 31. Dezember 2013 @ 13:18

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