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11. Oktober 2013

Lilly Fang: Snow White and Rose Red –
The Curse of the Huntsman

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 12:45

Snow White and Rose Red: Curse of the HuntsmanWer meinen Blog verfolgt, weiß, wie sehr ich Märchenadaptionen liebe.

Auf Lilly Fangs „Snow White and Rose Red – The Curse of the Huntsman“ bin ich auf Zufall gestoßen. Mit ca. 90 Seiten ist es kein Roman, sondern eher eine Novelle und um ebooks, die von Independent-Publishern oder im Selbstverlag veröffentlicht werden, mache ich tendentiell eher einen Bogen, aber die Prämisse der Geschichte hat mich sehr angsprochen – ebenso wie die Leseprobe.

Also landete „Snow White and Rose Red – The Curse of the Huntsman“ auf meinem ebook-Reader – und ehrlich, ich hab’s nicht bereut.

Wie Carolyn Turgeons kürzlich vorgestelltes „The Fairest of them All“ ist Lilly Fangs Novelle ein Fairy Tale-Mash Up. Sie verwebt in ihrer Schneeweißchen & Rosenrot-Adaption Motive aus dem Schneewittchen-Märchen – und ich war überrascht, wie gut das funktioniert:

Gemeinsam mit ihrer Mutter leben Snow und Rose in einem abgeschiedenen Dorf am Fuß eines Berges, das von einem undurchdringlichen Wald umgeben ist, in dem Monster und magische Kreaturen lauern. Das Dorf ist durch alte Zauber vor diesen Kreaturen geschützt. Wie alle Dorfbewohner leben die drei Frauen davon, dass sie für die hiesige adelige Familie die Rosen ernten, die in großen Feldern am Berghang wachsen. Aus den Rosen wird Parfüm und Färbemittel hergestellt, das im ganzen Königreich beliebt ist und so dem abgeschiedenen Dorf das Überleben sichert, auch wenn die Winter für alle sehr hart sind.

Einmal im Jahr feiert man gemeinsam das Fest der Rosen. Dann kommen Händler ins Dorf, um Waren einzutauschen, es gibt Festessen – und in der ersten Nacht vor dem Fest legt jeder Junge eine Rose vor die Tür jenes Mädchens, dass er für „die Schönste im ganzen Land“ hält. Die wunderschöne Snow bekommt jedes Jahr Dutzende von Rosen, während ihre jüngere Schwester leer ausgeht.

In dem Jahr, in dem Rose 14 Jahre alt wird, ist jedoch alles anders. Zum ersten Mal liegt auch vor ihrer Tür eine Rose, eine ungewöhnliche Macht scheint in ihr zu erwachen und rechtzeitig zum Fest taucht ein mysteriöser Jäger mit seinen beiden Schwestern im Dorf auf. Und eine von ihnen ist ebenso schön wie Snow.

Als Rose erfährt, dass sie – ebenso wie ihre Mutter und ihre ältere Schwester – über magische Kräfte verfügt, ein monströser Bär durch die Wälder direkt ums Dorf streift und ein junges Mädchen verschwindet und nur ihr blutverschmierter Mantel aufgefunden wird, geraten die Dinge außer Kontrolle. Die beiden Schwestern müssen zusammenhalten, um das Mysterium, dass das diesjährige Fest der Rosen umgibt, aufzuklären.

Ein Muss für Märchenfans!

Snow White and Rose Red: The Curse of the Huntsman“ war für mich eine richtige Wohlfühl-Lektüre. Ich mochte die beiden Protagonisten (die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Red und aus der von Snow erzählt), das romantische Setting und das Geschick, mit der die Autorin die klassischen Elemente ihrer Märchenvorlage in die Geschichte eingewoben hat. Dabei ist die Novelle eher eine Adaption von Schneeweißchen und Rosenrot, die so manches Motiv aus Schneewittchen entlehnt, als umgekehrt. Dadurch macht sie ihre Geschichte zu mehr als einer klassischen Nacherzählung und beweißt, was im Bereich der Fairy Tale-Fantasy noch alles möglich ist.

Fangs Stil liest sich angenehm, aber auch unspektakulär. Wenn ich etwas zu bemängeln habe, dann, dass sie die Gelegenheit nicht genutzt hat, ihre großartige Grundidee zu einem Roman auszubauen. Strukturell und inhaltlich wäre das problemlos möglich gewesen. Fang hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sie geht mit hohem Tempo konsequent durch die Handlung. Das sorgt zwar dafür, dass diese immer packend ist und es kaum Zeit zum Luftholen gibt, aber die magische Welt, die sie geschaffen hat, hätte ich gern näher kennen gelernt. Es wäre schön gewesen, wenn sie mitunter verweilt wäre und uns ihre facettenreichen Ideen detaillierter geschildert hätte. Vielleicht kommt sie ja noch auf den Geschmack und arbeitet die Novelle zum Roman aus.

Aber auch so ist „Snow White and Rose Red – The Curse of the Huntsman“ sehr unterhaltsame, inspirierte Fairy Tale-Fantasy, die wirklich Lust auf mehr macht. Ich hoffe, die Novelle ist kein „One Hit Wonder“ und Lilly Fang liefert bald Nachschub!

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3 Comments »

  1. Schade, dass es die Novelle nur auf Englisch gibt. Mich hätte es brennend interessiert, wie die Autorin es schafft, auf so wenigen Seiten so eine Geschichte aufzurollen.
    Vielleicht hätte ich was für mich gelernt

    Comment by Olga A. Krouk — 11. Oktober 2013 @ 13:54

  2. Naja, wie gesagt, mir hat die Geschichte sehr gut gefallen – aber sie hätte durchaus nochmal mind. 100 Seiten mehr vertragen, um die Stimmung und den Flair besser zu transportieren. Die Geschichte ist sehr direkt und zügig erzählt – hat aber dennoch etwas magisches, muss ich sagen.

    Comment by Darkstar — 14. Oktober 2013 @ 20:59

  3. Ja, dieses „Direkte“ und „Zügige“ hätte mich natürlich am meisten interessiert. Denn oft ist es so, dass eine Geschichte dann schnell in einen Telegrammstil verfällt oder wie ein Entwurf wirkt

    Comment by Olga A. Krouk — 16. Oktober 2013 @ 15:51

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