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1. Februar 2014

Tanja Kinkel: Verführung

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 16:30

Verführung Tanja KinkelAngiola Calori träumt davon, Sängerin zu werden. Sie ist fasziniert von der Oper. Doch sie weiß auch, dass es in ihrer Heimat einer Frau verwehrt ist, auf der Bühne zu singen. Die Frauenrollen werden mit Kastraten besetzt, die heftig umschwärmt werden.

Deshalb nimmt Angiola ihr Schicksal selbst in die Hand und überredet einen Kastraten, der als Untermieter in ihrem Elternhaus lebt, sie in der hohen Kunst des Singens zu unterrichten. Widerwillig lässt dieser sich darauf ein, als er das Talent seiner selbsterklärten Schülerin erkennt – und schließlich schlüpft Angiola in die Rolle des Bellino, eines Kastraten, um ihren Traum zu verwirklichen.

Auf ihren Reisen durch das Italien des Rokoko kreuzt ihr Weg den eines jungen Mannes: Giacomo Casanova. Dieser, der trotz seiner jungen Jahre ein rechter Frauenheld ist, fühlt sich zu Bellino/Angiola stark hingezogen. Er will nicht glauben, dass er/sie ein Mann ist und setzt alles daran, hinter die Maske des Kastraten zu blicken.

Bald schon verfällt auch Angiola dem attraktiven und charismatischen Giacomo, und sie beschließt, auf sein Werben einzugehen. Beide entdecken, dass sie sich in der Kunst der Verführung ebenbürtig sind …

Tanja Kinkels „Verführung“ ist kein Fantasy-Roman. Wie regelmäßige Blog-Leser wissen, mag ich auch historische Bücher, und vor allem Kinkels Roman „Im Schatten der Königin“ hat mir vor ein paar Jahren richtig gut gefallen. Deshalb liegt „Verführung“ auch schon ein paar Monate auf dem SUB – ich bin nur aus Zeitgründen nicht zum Lesen gekommen.

Das hat sich erfreulicherweise über die freien Tage zum vergangenen Jahreswechsel hin gebessert – und ich habe mich tatsächlich vom Roman „verführen“ lassen, in die faszinierende Welt des Rokoko einzutauchen, in eine Zeit, in der der berühmte Casanova auf eine ungewöhnliche Frau trifft.

Tanja Kinkel erzählt ihren Roman abwechselnd aus der Sicht ihrer beiden Hauptfiguren – wobei Angiola gefühlt ein größerer Part eingeräumt wird. Dabei gelingt ihr die Gratwanderung, eine längst vergangene Zeit im Kopf des Lesers lebendig werden zu lassen, ohne mit zu viel Details ihr Publikum zu langweilen. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Charaktere – wie die Welt, in der sie sich bewegen, sind sie faszinierend. Durch Bellino erhaschen wir Blicke auf eine Welt der Opernsänger, Primadonnen und Kastraten, die zu ihrer Zeit ebenso gefeiert wurden wie zu der unseren Popstars und Filmschauspieler. Gerade die Passagen, die sich um das Leben der Kastraten drehen, fand ich sehr interessant.

Natürlich wäre ein Roman über Casanova unvollständig, wenn er einige pikante Details über das lustvolle Treiben dieses Lebemannes ausliesse. Wir beobachten den Schürzenjäger bei diversen Sex-Abenteuern. Dabei wird der Roman aber niemals ordinär. Und Giacomo wird glücklicherweise nicht nur auf seine erotischen Bettgeschichten reduziert, sondern tritt als mehrdimensionaler Charakter auf.

So spinnt Tanja Kinkel ein weiteres mal aus gut recherchierten historischen Elemente und Fiktion eine atmosphärische Geschichte. Obwohl das Buch sich nicht umbedingt um ein Thema dreht, mit dem ich mich sonst beschäftigt hätte, hat „Verführung“ mir viel Spaß gemacht. Ein weiterer Roman aus der Backlist der Autorin ist jedenfalls sofort auf meinen SUB gewandert. In Kürze werde ich mich an „Venuswurf“ wagen. Dann geht es auf literarische Reise in das antike Rom.

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Zur Website von Tanja Kinkel mit diversen Hintergrundinfos zum Roman: hier!

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