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14. Dezember 2014

Olga A. Krouk: Ewiglich … Dornröschen?

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 16:41

Ewiglich DornröschenEs gab mal einen Oligarchen und seine Trulla, die gerne ein Baby hätten. Da bekamen sie tatsächlich ein Girly und wollten das voll abfeiern. Bis die dreizehnte Fee die Party sprengte. Sie machte ein Gesicht wie eine voll angepisste Victoria Beckham, denn es stellte sich nicht die Frage: „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“, sondern „Wo ist mein fucking Tellerchen überhaupt?“ …

Nein, wenn Olga A. Krouk („Hexenseelen“) Märchen erzählt, dann klingt das nicht so. Aber wenn es Ly, die (fast!) 16jährige Hauptfigur ihres neuen Romans macht, dann ist das der Fall. Mit Märchen und Prinzen – und Jungs überhaupt – hat Ly gar nichts am Hut, denn sie hat bereits alle Hände voll damit zu tun, die neue Freundin ihres Vaters zu ignorieren und als Frontfrau einer Heavy Metal-Garagenband die Nachbarn mit ihren Proben in den Wahnsinn zu treiben.

Plötzlich aber, von einem Augenblick auf den anderen, befindet sie sich nicht mehr in unserer Realität, sondern steht in einem rosa-glitzernden Korsagenkleid einer alten Vettel gegenüber, die sie mit einer Spindel bedroht. Der seltsamen Frenden kann sie zwar entkommen, schnell wird Ly aber klar, dass sie richtig tief in der xxx sitzt. Aus ihr unerfindlichen Gründen befindet sie sich mitten in einem Märchen – und sie selbst ist die Hauptperson.

Um dem ganzen die (nicht nur sinnbildliche) Krone aufzusetzen muss sie auch noch einen waschechten Märchenprinzen für sich gewinnen. Und die Konkurrenz ist groß. In bester Bachelor-Manier wurden sämtliche jungfräuliche Vertreter des nahen und fernen Adelskreises in das Schloss des Prinzen von Urania geladen, um um seine Gunst zu buhlen und bei der anstehenden Nacht der Rosen zumindest eine Runde weiter zu kommen.

Das geht nicht ohne gehörig vielen Flüchen vonstatten – und zwar sowohl im übertragenen Sinn als auch im echten.

Ewiglich … Dornröschen? Kiss my ass!“ – der Titel deutet es bereits an. Olga Krouk hat sich für ihren Roman von einem bekannten Märchen inspirieren lassen, setzt es aber alles andere als klassisch um. Ihre Geschichte ist ein humorvoller Hybrid aus ChickLit und Märchen und peppt die Originalstory mit einigen ganz eigenen Ideen auf.

Denn die Autorin hat sich nicht nur die Mühe gemacht, die alte Geschichte möglichst frech und witzig neu zu erzählen, sondern hat auch den ikonischen Figuren ganz neue Motivationen mit auf den Weg gegeben. Warum wollte die dreizehnte Fee Dornröschen wirklich umbringen? Olga Krouk macht aus der Märchenantagonistin eine facettenreichere Figur mit einer tragischen, spannenden Hintergrundgeschichte.

Das Hauptaugenmerk der Handlung liegt aber auf Ly, die als Ich-Erzählerin chaotisch durch die Märchenwelt walzt und für die Moralvorstellungen der damaligen Zeit allenfalls ein müdes Lächeln übrig hat. Frauen sind keine Schwächlinge, die einen edlen Retter hoch zu Ross brauchen, sondern sorgen selbst dafür, dass alles gut ausgeht. Meistens jedenfalls. Gott sei Dank ist Ly nicht zu stolz, um Hilfe anzunehmen, wenn sie sich ihr bietet – und sie weiß sich zu helfen.

Deshalb macht „Ewiglich … Dornröschen?“ auch wirklich Spaß. Wer sich auf das Buch einlässt, muss es klamaukig mögen. Denn diese Dornröschen-Geschichte ist einfach nur schräg. Vorwerfen kann man ihr allerdings, dass sie mit 175 Seiten leider etwas kurz geraten ist. Weitere 50 oder 100 Seiten hätten der Geschichte sicher dann doch ein bisschen mehr Tiefe gegeben und die Handlung, die (anders als Lys Pferd) in hohem Tempo durch die Geschichte trabt, etwas mehr unterfüttert.

Trotzdem: Das Buch ist rasant, witzig, federleicht und gut verdaulich. Bleibt zu hoffen, dass Olga Krouk auf den Geschnack gekommen ist und künftig weitere Abstecher in die Märchenwelt macht. Ich wäre wieder mit an Bord!

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