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14. März 2016

Becky Albertalli: Nur drei Worte

Category: Hörbücher,Rezensionen – Darkstar – 08:00

Nur drei WorteGute-Laune-Momente, Herzflattern und die erste LiebeNur drei Worte“ ist das Coming Out-Buch des Jahres.

Zum Inhalt:

Simon ist 16 und mit seinem Leben zufrieden. Er kommt aus einer intakten Familie, versteht sich mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern und hat eine Handvoll wirklich guter Freunde. Trotzdem hat er keinem von ihnen bisher gestanden, dass er schwul ist. Ein rechtes Problem damit hat er selbst nicht, aber mitteilen mag er sich auch noch niemandem.

Außer Blue, einem Jungen aus seiner Highschool, den er zwar sicher kennt, von dem er aber keine Ahnung hat, wer er ist. Denn Blue und Simon haben sich online getroffen und tauschen sich seitdem in einem regen eMail-Verkehr aus. Sie erzählen sich von ihren Wünschen und Sorgen und lernen sich dabei immer besser kennen – trotz oder vielleicht auch gerade weil sie nicht wissen, wer der jeweils andere wirklich ist.

Dumm nur, dass ausgerechnet jemand ganz anderes ihnen auf die Schliche kommt. Simons Mitschüler Martin erwischt ihn beim eMail-Schreiben und erpresst ihn: Wenn er nicht dafür sorgt, dass er bei der schönen Abby eine Chance bekommt, soll die ganze Schule erfahren, dass Simon schwul ist …

Ein Coming Out-Buch, aber kein Problembuch

„Ich bin schwul“ – das sind nur drei Worte, aber Simon weiß, dass sein Leben, sind sie einmal ausgesprochen, micht mehr ganz das gleiche sein wird. Deshalb zögert er auch in der ersten Hälfte der Geschichte, anderen gegenüber einzugestehen, dass er schwul ist.

Erfreulicherweise ist es Becky Albertalli allerdings mit sehr viel Einfühlungsvermögen gelungen, in Simons Haut zu schlüpfen (die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt), und ein Coming Out-Buch zu schreiben, dass kein Problem-Buch ist. Mit „Problembuch“ meine ich diese Art Bücher, in denen ein junger Mensch erst lange mit sich hadert, ehe er sich – und anderen – eingesteht, was Sache ist. Stattdessen schafft die Autorin es, eine sehr greifbare, realistisch wirkende Geschichte voller großer und kleiner Glücksgefühle – und großer und kleiner Highschool-Dramen – zu schaffen, die all die Ängste und Gefühle, die man in der Zeit kurz vor dem eigenen Coming Out verspürt, sehr gut einfängt.

Sehr gut eingefangen wird die Stimmung und Simon als Figur auch von Julian Greis, dessen jugendliche Stimme wie die Faust aufs Auge zu Simon passt.

Genre-mäßig könnte man „Nur drei Worte“ auch als Romantic Comedy bezeichnen, die von ihren plastischen Charakteren lebt und für mich vor allem funktioniert, weil hier eine bekannte Geschichte – zwei Menschen verlieben sich ineinander, ohne zu wissen, wer der jeweils andere ist – einfach mal als “schwule” Variante für ein Mainstream-Publikum erzählt. Wer schwul ist, wird sich bestimmt in der einen oder anderen Szene wieder finden, für alle anderen vermittelt die Autorin ein recht treffendes Bild, wie man sich da so fühlt als Teenager auf der Schule, der sich gerade fragt: „Wie sag ich’s meinen Eltern / Freunden“ und „Werd ich jemals jemanden finden, der meine Gefühle erwidert“.

“Nur drei Worte” ist jedenfalls ein großartiges Gute Laune-(Hör)-Buch, dass ich euch nur wärmstens empfehlen kann!

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