Darkstars Fantasy News


6. Oktober 2016

Seanan McGuire: Once Broken Faith
October Daye (10)

Category: Hörbücher,Rezensionen – Darkstar – 08:00

Once Broken Faith (Hörbuch)It will be okay, Toby. This isn’t an army marching on the Mists. This isn’t a case you have to solve. It’s just a bunch of nobles coming to puff their chests out at each other and try to look important. Do what I do: Bring popcorn!

(Luidaeg; Once Broken Faith, Chapter 3)

Im Verlauf des letzten Toby Daye-Romans gelang es dem Alchemisten Walther, ein Heilmittel für Elfshot zu finden: jenem perfiden magischen Gift, das reinblütige Fae in einen hundertjährigen Zauberschlaf versetzt, Changelings jedoch tötet.

Man sollte meinen, das sei ein Grund zur allgemeinen Freude, doch Aethlin, der Hochkönig der Feen, zögert, das Gegenmittel sofort zuzulassen. Um die Vorteile und Gefahren, die das Mittel mit sich bringt, abzuwägen, treffen sich die Monarchen sämtlicher Kleinkönigreiche von Nordamerika und Kanada im Königreich der Nebel zu einer Konklave.

Mittendrinn dabei: Walther, da er das Gegenmittel entwickelt hat, Toby, da an ihr das Heilmittel als erstes ausprobiert wurde, ihr Knappe Quentin – und die Luidaeg, die am Ausgang der Konklave höchst interessiert ist.

Es dauert nicht lange, bis sich die reinblütigen Fae mit ihren unterschiedlichen Agendas in die Haare bekommen – und nicht viel länger, bis Toby über den ersten Toten stolpert.

Ardens Herrschersitz, wo die Konklave stattfindet, wird unter Quarantäne gestellt. Niemand darf das Knowe verlassen oder es betreten, bis der Mörder gefunden ist. Im Auftrag des Hochkönigs versucht Toby den Täter zu finden, ehe er wieder zuschlägt …

Popcorn-Kino in Buch-Form

„Bring Popcorn“, sagt die Luidaeg zu Toby zu Beginn von „Once Broken Faith„, und das ist ein Ratschlag, den auch die Hörbuch-Hörer diesmal gern beherzigen dürfen.

Senana McGuire hat zum zehnten Mal (!) einen unterhaltsamen Toby Daye-Roman geschrieben, der allerdings meinem persönlichen Empfinden nach etwas schwächer ist als die beiden vorangegangenen Rollercoaster „The Winter Long“ und „A Red-Rose Chain„.

Das sehe ich vermutlich deshalb so, weil ich als langjähriger Toby-Fan extrem gespannt auf die Fortführung (und das Finale) diverser Plotlines bin, die sich durch die Reihe ziehen, wie etwa: Was treibt Amandine? Wo steckt August? Was genau hat die Luidaeg vor – und zwar zum einen mit den Selkies, zum anderen mit Toby? Wann und wie werden Oberon, Maeve und Titania wieder auftauchen? Welches Geheimnis verbirgt die falsche (einstige) Königin der Nebel? Und – seit The Winter Long first and foremost – welche Agenda verfolgt Eira Rosynhwyr.

All diese Storyfäden werden nur teilweise beleuchtet – wenngleich ich das Gefühl habe, dass Seanan McGuire uns in „Once Broken Faith“ mit einigen Informationen füttert, die sich für die Reihe noch als signifikant erweisen werden. Informationen über die Feenkönigin Maeve sowie um eine Figur, die Toby Daye-Fans schon lange kennen, die aber noch kaum so im Mittelpunkt stand wie in diesem Buch, und deren Identität ich jetzt nicht enthülle, um euch nicht zu spoilern. Ich denke, da könnte noch etwas Gewaltiges auf uns zukommen.

Das ist überhaupt das Gemeine an diesem Buch. Viele Dinge, die mir unheimlich gut gefallen haben, kann ich nicht erwähnen, weil ich euch sonst spoilern würde. Ihr müsst mir also vertrauen, wenn ich sage, dass ich trotz meiner vorherigen Bemerkung finde, dass dieser neue Toby-Band einige grandiose – wirklich grandiose – Szenen hat. Die finden sich aber fast alle erst in der zweiten Hälfte des Romans.

Kein wesentlicher Spoiler ist es vermutlich, wenn ich euch verrate, dass die Luidaeg diesmal ordentlich Screentime hat, die Unterwasserfae Dianda einige tolle Szenen hat und Quentin viel zu tun bekommt. Außerdem verwebt Seanan erneut klassische Feenmythologie innerhalb der Handlung, gewinnt ihr aber eine neue Seite ab.

Gefallen hat mir auch, dass der Plot innerhalb weniger Stunden / Tage und in einer abgeriegelten Umgebung spielt. Und es war cool, die unterschiedlichsten Adeligen der verschiedenen Feenkönigreiche kennenzulernen. Gespiegelt an diesen Figuren erkennt man zudem recht gut, wie sich Toby in den vergangenen Jahren auch verändert hat, man braucht sich wahrlich nicht über fehlendes Character Development beklagen.

Was nicht so gelungen war, ist meines Erachtens, dass Seanan diesmal in der ersten Hälfte sehr stark zum Infodumping neigte. Vermutlich war es wichtig, den Hörern ins Gedächtnis zu rufen, welche Figur welche Hintergrundgeschichte hat, etc. Aber teilweise hat das die Handlung doch ganz schön entschleunigt. Da bin ich besseres von Seanen gewohnt, und man merkt, dass sie mit der reichen Geschichte, auf die sie baut, mittlerweile etwas zu kämpfen hat. Vielleicht sollte sie sich trauen, sich darauf zu verlassen, dass ihre Leser sich an die wesentlichen Details erinnern.

Auf die Arden Windermere-Novelle, die in der Taschenbuchausgabe enthalten ist, müssen die Hörbuch-Hörer übrigens leider verzichten.

Auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala aller Toby Daye-Romane würde ich „Once Broken Faith“ an eine ähnliche Stelle rücken wie „A Local Habitation“ und „Ashes of Honor“. (Ich vermute allerdings, dass sich sowohl „Ashes of Honor“ und „Once Broken Faith“ bei einem ReRead deutlich besser machen und dass in beiden Bänden Dinge passieren, die sich noch als Wesentlich für das große Finale erweisen werden).

Insgesamt muss man sagen, dass „Once Broken Faith“ mich sehr gut unterhalten hat. Auch diesen Band habe ich mal wieder in Rekord-Zeit gehört und ich freue mich jetzt schon auf einen zweiten Durchgang.

Zur Hörprobe und zum Hörbuch-Download: hier!

3 Comments »

  1. Wie schade, dass Ardens Geschichte für die Hörbuchveröffentlichung weggefallen ist. Ich fand es toll – gerade mit den Szenen aus dem Roman im Hinterkopf – einmal eine Geschichte aus ihrer Perspektive zu erleben. Sie hat ja doch einige Veränderungen innerhalb kürzester Zeit durchmachen müssen und man bekommt sie sonst nur in ihrer offiziellen Rolle mit.

    Comment by Winterkatze — 6. Oktober 2016 @ 11:45

  2. Als Toby Daye-Nerd habe ich mir natürlich AUCH die Buchversion gekauft und die Novelle gelesen. Ich mochte sie auch sehr gern. Zumal ich gespannt bin, was Staceys Familie noch für eine Rolle spielen wird im weiteren Verlauf. Da hat Frau McGuire ja mit diesem Band und dieser Geschichte wieder ordentlich Brotkrumen gestreut.

    Comment by Darkstar — 7. Oktober 2016 @ 12:52

  3. Ja, das kann sie einfach … 😀

    Comment by Winterkatze — 7. Oktober 2016 @ 14:48

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