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2. Mai 2017

Spotlight: Rissa Filial in der Fabelwelt
Interview mit Katie Grosser

Category: Interviews – Darkstar – 17:00

Rissa Filial 3Rissa Filial ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie ist ein Wechselbalg, die menschliche Tochter von Feen aus der Fabelwelt.

Doch auch in der Menschenwelt wird sie vom Ungewöhnlichen und Magischen verfolgt

Im heutigen Spotlight stellt Autorin Katie Grosser im Interview die Welt und die Figuren ihrer mehrteiligen Kinderbuchreihe Rissa Filial vor. Der dritte Band, Rissa Filial und der Aufstand der Kobolde, ist vor einigen Monaten erschienen.

Interview mit Katie Grosser

Liebe Katie, welche Farben und Schlagworte fangen die Stimmung deiner Romanreihe am Besten ein?

Die Rissa Filial-Romane verbinde ich ganz klar mit der Farbe Grün.

Rissa, Leander und all ihre Menschen- und Fabelfreunde verbringen sehr viel Zeit in der Natur, die selbst schon fast einen eigenen Charakter in der Romanreihe darstellt.

Als Schlagwörter fallen mir drei Stück ein: Freundschaft, Magie, Abenteuer.

Was magst Du besonders an Deiner Hauptfigur?

Rissa ist mir einfach von Grund auf sympathisch. Sie ist neugierig und verträumt und verstößt daher – manchmal auch unabsichtlich – gegen die Regeln. Gleichzeitig ist sie ihren Freunden und ihrer Familie gegenüber sehr loyal und hat einen großen Sinn für Gerechtigkeit. Ich denke, damit können sich viele Kinder identifizieren.

Vor allem ist Rissa authentisch: Zwar beweist sie in brenzligen Situationen immer wieder ihren Mut und setzt sich für ihre Überzeugungen ein, aber sie verspürt manchmal auch Angst, zweifelt gelegentlich an sich selbst und muss häufiger auch einmal einsehen, dass sie falsch gelegen hat.

Dass Rissa immer wieder dazu bereit ist, aus ihren Fehlern zu lernen und auch daran zu wachsen, macht sie zu einer starken Figur und zu einem Vorbild für meine jungen Leser.

Rissa Filial 1

Worum geht es im Roman und an wen richtet sich deine Geschichte in erster Linie?

Rissa Filial und das Vermächtnis der Fabelwelt bildet den Auftakt der Abenteuerreihe um Rissa Filial und ihre Freunde.

Rissa hat schon immer geahnt, dass sie kein gewöhnliches Mädchen ist. Und tatsächlich: Als eines Nachts eine Fee in ihrem Zimmer auftaucht und ihr erklärt, dass nur sie den Untergang der Fabelwelt verhindern kann, beginnt für Rissa ein rasantes Abenteuer, das sie gemeinsam mit dem Nachbarsjungen Leander in die Fabelwelt führt.

Dort erwarten die beiden Kinder ein boshafter Kobold, weise Nymphen, ein Krieg zwischen Feen und Trollen und schließlich ein Geheimnis, das ihr Leben für immer verändern wird …

Die Romane richten sich vor allem an Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Allerdings höre ich immer wieder von jungen Leserinnen und Lesern, die gemeinsam mit ihren Eltern in die Fabelwelt eintauchen und sich zum Beispiel beim Vorlesen gegenseitig abwechseln. Die Romanreihe ist sicher auch für die Erwachsenen nicht uninteressant, denn Kinderromane sind von der Geschichte her nicht weniger anspruchsvoll als ein Roman für Erwachsene. Auch junge Leser wollen schließlich überrascht werden, mit den Charakteren mitfiebern und ein zufriedenstellendes, aber innerhalb einer Serie natürlich gleichzeitig neue Fragen aufwerfendes Ende präsentiert bekommen.

Mit welchem anderen Romanwerk würdest Du Deine Geschichte am ehesten vergleichen?

Wenn ich in Schulen unterwegs bin und am Anfang erzähle, dass Rissa ein Waisenkind ist und bei ihrer Tante Augusta lebt, denken viele Kinder sofort an Harry Potter. Aber auch wenn Rissas Abenteuer genau wie die Harry Potter-Serie – von der ich übrigens ein großer Fan bin – magisch angehaucht ist, sind die beiden Romanreihen gar nicht vergleichbar.

Wie ist die Idee zur Reihe entstanden und wie viele Bände soll es geben?

Ich schreibe schon seit der Grundschule Romane. Die Idee für Rissa Filial und das Vermächtnis der Fabelwelt ist mir 2011 während meines Studiums gekommen. Ich habe jüngere Schwestern und wollte gerne etwas schreiben, was die beiden interessieren würde, die zu dem Zeitpunkt sechs und neun Jahre alt waren. Da musste natürlich eine fantastische Geschichte her!

Rissa Filial 2

Der grobe Plot für den ersten Band war mir schnell klar, aber ich habe gleich zu Beginn des Schreibens gemerkt, dass Rissas Welt viel größer ist und sie noch viel mehr Geheimnisse und Abenteuer erwarten als die Handlung im ersten Band bereithält. Also habe ich mir noch 2011 Gedanken um die gesamte Reihe gemacht und alle Bände grob geplant.

Es soll insgesamt vier Geschichten geben, von denen drei schon erschienen sind. Nach Rissa Filial und das Vermächtnis der Fabelwelt im Jahr 2014 erschien im Jahr 2015 Rissa Filial und die Verschwörung auf Schloss Thronstein und im Jahr 2016 dann Rissa Filial und der Aufstand der Kobolde.

Den letzten Roman, Rissa Filial und die Quelle der Magie, schreibe ich gerade.

Ich bin bemüht darum, zu Beginn eines jeden Romans die Handlungen der bisherigen Romane verständlich zusammenzufassen und elegant einfließen zu lassen, sodass man auch mit dem zweiten oder dritten Band einsteigen kann. Doch obwohl jeder Roman für sich ein Abenteuer erzählt, hängt doch alles zusammen. Manche Fragen, die im ersten Roman aufgeworfen werden, kann ich erst jetzt im vierten Roman völlig beantworten.

Was ist Dein liebstes Fabelwesen?

In der Fabelwelt gibt es vier Fabelvölker: die Feen, die Trolle, die Kobolde und die Nymphen. Jedes Volk hat seine eigenen Geheimnisse und Kräfte, von denen manchmal auch nur sie selbst wissen.

Es fällt mir sehr schwer, ein Volk als mein liebstes zu bezeichnen! Am meisten Spaß macht es, über die Trolle zu schreiben, denn sie sind nicht besonders einfühlsam und kommen oft unverblümt zur Sache, haben aber das Herz am rechten Fleck.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Wie gesagt, ich habe schon in der Grundschule und damit sehr früh meine ersten kleinen Geschichten verfasst. Ich glaube, die Freude am Schreiben ist meiner großen Freude am Lesen entwachsen!

Bereits als Kind bin ich unheimlich gerne in eine andere Welt – ob fantastisch oder nicht – eingetaucht und da ist schnell das Bedürfnis in mir gewachsen, selbst eigene Welten zu erschaffen.

Katie Grosser

Worum ging es in der ersten Geschichte, die Du je geschrieben hast?

Interessanterweise war das auch eine fantastische Geschichte.

Es ging darin um vier Geschwister, die in eine fremde Welt eintauchen und dem dort tobenden Krieg ein Ende setzen müssen. Ein paar Parallelen zu Rissa Filial erkenne ich da schon. Ich habe sogar damals einen Folgeband geschrieben, in dem der Sohn von einem der Geschwister ein Abenteuer erlebt.

Ich spiele auch mit dem Gedanken, diese Geschichte noch einmal komplett neu zu schreiben. Denn mit zehn Jahren war ich noch nicht ganz so wortgewandt wie jetzt, aber die Handlung an sich war schon ziemlich spannend, finde ich!

Vor welche Herausforderungen hat Dich das Schreiben des zuletzt erschienenen Bandes gestellt?

Ich stand dabei vor derselben Herausforderung wie jetzt: mangelnde Zeit.

Seit 2014 promoviere ich an der Universität Münster. Ich brenne für die Wissenschaft und liebe es, als Wissenschaftlerin tätig zu sein. Leider bleibt mir neben der Arbeit aber nicht immer genug Zeit, um mit dem Schreiben so schnell voran zu kommen, wie ich es gerne hätte.

Zum Glück weiß ich schon, was im letzten Band passieren soll, und ich hoffe auch, dass er wie die anderen Bände auch wieder vor Weihnachten erscheinen wird. Aber versprechen kann ich im Moment nichts.

Mit Schreibblockaden oder Ähnlichem habe ich bisher noch nie Probleme gehabt und ich hoffe, dass das auch weiterhin so bleibt!

Was ist Dir persönlich wichtiger: Worldbuilding oder Charakterdevelopment?

Das kann ich tatsächlich gar nicht genau sagen. Mir ist beides sehr wichtig.

Ich habe direkt zu Beginn des ersten Bandes ein Dokument angelegt und die Regeln der Fabelwelt aufgeschrieben, denn ich halte es für sehr wichtig, dass die von mir erschaffene Welt konsistent ist. Leser sind sehr aufmerksam und würden es merken, wenn sich plötzlich die Fähigkeiten der Fabelwesen von einem zum anderen Band ändern würden!

Aber auch meine Charaktere sind mir sehr wichtig. Gerade bei den beiden Protagonisten Rissa und Leander merkt man, dass sie über die Romane hinweg erwachsener werden und aus ihren Fehlern lernen.

Was waren Deine bisher schönsten Erlebnisse mit jungen Lesern?

Ich habe neulich eine E-Mail von einer jungen Leserin im Grundschulalter bekommen, die im Rahmen eines Schulprojekts ein Buch in der Klasse vorstellen musste. Sie hat dafür verschiedene Aufgaben bearbeitet, bspw. einen Aufsatz darüber geschrieben, welche Figur sie am liebsten wäre, Steckbriefe der Hauptfiguren erarbeitet und aus eine leere Chipsdose von außen passend zum Inhalt des Romans gestaltet.

Im Zuge ihrer Recherchen zum Roman ist die Leserin auf meine Website gestoßen und hat dann Kontakt mit mir aufgenommen. Ich bin immer wieder total berührt davon, wie viel Begeisterung die jungen Leser für Rissa und die Fabelwelt aufbringen.

Vielen Lesern ist glaube ich gar nicht bewusst, wie sehr sich Autoren darüber freuen, von ihnen zu hören und auch ihre Fragen zur Handlung zu beantworten. Ich werde bald das Schulprojekt der jungen Leserin auf meiner Homepage und meiner Facebook-Seite teilen, weil ich es einfach unglaublich toll finde!

Wenn Du mit einer fiktiven Figur – ob nun aus deinen eigenen Werken oder denen eines anderen – eine Nacht um die Häuser ziehen dürftest bzw. müsstest: Wer wäre das und warum?

Diese Frage kann ich unmöglich beantworten!

Am liebsten würde ich eine riesige Party schmeißen und alle möglichen Charaktere, u.a. (die junge) Scout Finch, Anne Elliot und Captain Wentworth, Hermione Granger, Aragorn, Flavia de Luce, Ender Wiggin, Cormoran Strike, Kvothe und Anne Shirley einladen und mit allen einen langen, wunderschönen Abend verbringen.

Da wäre ich auch gern dabei!

Vielen Dank!

Mehr über Katie Grosser und die Welt von Rissa Filial findet ihr auf der Website der Autorin.

Fotos (c) Katie Grosser, Casimir-Verlag, WOLL-Verlag

1 Kommentar »

  1. […] Wenn ihr mehr über die Romane und die Hintergründe der Reihe erfahren wollt, klickt einfach hier, um das Interview zu […]

    Pingback by Interview bei Darkstars Fantasy News | Katie Grosser — 3. Mai 2017 @ 13:21

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