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4. Juni 2017

Amy Ewing: Der schwarze Schlüssel

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 10:00

Der schwarze SchlüsselViolet Lasting kehrt in das Juwel zurück. Die Zeit der Rache ist gekommen.

Mit Der schwarze Schlüssel beendet Amy Ewing ihre Trilogie Das Juwel. Viel zu schnell, möchte ich sagen, denn die Bücher sind packend und süchtig machend: eine gefährlich glitzernde Guilty Pleasure voller liebenswerter und verabscheuungswürdiger Charaktere in einem schrecklich-schönen Setting.

Verborgen in den Wäldern hat Violet ihre übernatürlichen Kräfte geschult und gemeinsam mit den Mitgliedern des Geheimbunds „Der schwarze Schlüssel“ eine Strategie entwickelt, die Adelsklasse zu stürzen. Bei der nächsten Auktion will sie sich mit ihren Verbündeten ins Juwel schleichen, und mit vereinter Magie die Mauern niederreissen, die die verschiedenen Stadtbezirke voneinander trennen.

Doch dann erfährt Violet, dass ihre jüngere Schwester Hazel in die Hände der Herzogin vom See gefallen ist. Um Hazel zu retten, kehrt Violet allein und früher als die Anderen ins Juwel zurück. Inkognito taucht sie wieder ein in die glitzernde, verderbte Welt der Adeligen. Eine Welt, die sie unbedingt vernichten will – wenn man sie nicht zuvor entdeckt und selbst vernichtet …

Die Inhaltsangabe fällt mir diesmal schwer, denn Amy Ewings dystopischer Weltenentwurf bietet so viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Er wirkt atmosphärisch, opulent und vielschichtig, obwohl die Autorin gar nicht so sehr in die Details geht. Es sind die Kleinigkeiten, mit denen sie Stimmung heraufbeschwört.

Es war ein cleverer Schachzug, Violet allein wieder ins Juwel zu schicken. Sehr viele erfolgreiche Mehrteiler enttäuschen in ihren Abschlussbänden, weil sie sich zu weit von ihrem originären Konzept entfernen oder etablierte und liebgewonnene Settings verlassen.

Amy Ewings gelingt es, die Story voranzutreiben und eine organische Geschichte zu erzählen und trotzdem Violet in das vergiftete Herz ihrer Welt zurückkehren zu lassen. Natürlich hat sie selbst sich inzwischen verändert und weiterentwickelt – wie auch andere Figuren im Buch, u. a. auch Charaktere, die in Band 1 noch sehr unsympathisch auftraten.

Was mir an Amy Ewings dystopischem Dreiteiler ebenfalls gut gefällt ist, dass er in solch einem atemberaubenden Tempo erzählt wird. Die Seiten fliegen, keine Passage ist langweilig, und trotzdem gelingt es der Autorin, Stimmung aufzubauen und nicht zu hetzen. Eine Stimmung, die Andrea Fischer in der Übersetzung sehr gut einfängt.

Ewings liefert ab: Es kommt zu einem packenden Showdown, der auf beiden Seiten Opfer fordert. Wir erfahren endlich, welches Geheimnis die Herzogin vom See hütet und das Ende der Trilogie ist sehr zufriedenstellend und lässt keine großen Fragen offen. Wenn überhaupt, dann macht es höchstens Lust auf mehr.

Der schwarze Schlüssel ist das hochdramatische und spannende Finale einer dramatischen und spannenden Jugendbuchtrilogie. Ich bin schon gespannt, was wir von Amy Ewing als nächstes erwarten dürfen.

Details:

Titel: Der schwarze Schlüssel
Reihe: Das Juwel (Bd. 3 von 3)
Autorin: Amy Ewing
Originaltitel: The Black Key
Übersetzung: Andrea Fischer
Verlag: Fischer FJB
Ausgabe: HC mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3841440198

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