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13. Juni 2017

Im Bann der zertanzten Schuhe
Interview mit Janna Ruth

Category: Interviews – Darkstar – 07:30

Im Bann der zertanzten SchuheAm heutigen Fairy Tale Tuesday erscheint ganz offiziell Im Bann der zertanzten Schuhe, ein Märchenroman von Janna Ruth.

Darin verlegt sie das Grimmsche Märchen um die Prinzessinnen, die nacht für nacht heimlich in einer unterirdischen Welt ihre Schuhe durchtanzen, in unsere Zeit.

Im Interview habe ich mich mit ihr über das Buch unterhalten – und darüber, wie sie zum Schreiben gefunden hat.

Interview mit Janna Ruth

Welche Farben und Schlagworte fangen die Stimmung deines Märchenromans am Besten ein?

Gold und Silber.

Ansonsten Tanz, Zauber, Fluch und verlorene Träume.

Was magst Du besonders an Deinen Hauptfiguren?

An Jonas seine Tiefsinnigkeit, Ehrlichkeit und (teilweise unfreiwillige) Selbstaufopferung.

An Sophie ganz klar, ihre Lebensfreude und dass hinter ihr doch mehr steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Gerade bei ihr bin ich sehr nah am Prinzessinnenklischee und bemüht es nicht auch schon wieder klischeehaft umzudrehen, sondern die Menschlichkeit aus dem Klischee herauszuarbeiten.

Das ist etwas, was ich am Schreiben liebe – realistische Menschen zu zeichnen.

In welcher Zeit spielt das Buch?

In der heutigen Zeit, bzw. vor ein paar Jahren.

Wie ist die Idee zur Märchenspinnerei entstanden und wie viele Romane soll es geben?

Das Ganze hat sich im Tintenzirkelforum aus der Überlegung entwickelt, warum Selfpublisher eigentlich nie Synergien eingehen. Warum jeder alleine für sich, wenn man gemeinsam doch mehr erreichen kann?

Und das stimmt auch, nicht nur, dass wir natürlich alle unsere Fans in einen Topf schmeißen und den Marketingaufwand aufteilen, jeder bringt auch verschiedene Sekundärtalente mit, sei es Organisation, Marketing, Cover oder Lektorat.

Es wird zwölf Romane und eine Anthologie geben. Dank dem großen Interesse wird aber bereits über eine zweite Staffel gemunkelt.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Ach da ist sie ja, meine «Lieblingsfrage» 😉

Ich habe schon Geschichten geschrieben, seit ich schreiben konnte. Als Teenager hatte ich lange eine Comicphase und bin dann zum Schreiben zurückgekehrt, habe aber von einer Ausnahme abgesehen, nie etwas beendet.

Dann hat das Studium mich relativ lange Pause machen lassen. Außer meiner Serie Zeichen der Macht lief da nichts und die nur leidlich. 2014 habe ich durch ein gutes Serienjahr beschlossen zum ersten Mal am NaNo teilzunehmen und seitdem kann ich Romane schreiben, fertige! 😉

Worum ging es in der ersten Geschichte, die Du je geschrieben hast?

Um einen Hasen und Raben und ich habe keine Ahnung, was sie getan haben 😉 Da war ich 5.

Mein erster Versuch einen Roman/Comic zu schreiben ging hingegen um Sklaverei und das in einem Science Fiction Setting. Obwohl der Plot davon recht skurril war, vor allem das geplante Ende, hat mich die Idee nie losgelassen und ich habe über die Jahre schon zwei Neufassungen geplant.

Das Projekt steht also immer noch auf meiner To Do Liste.

Tanz der FeuerblütenDein Debüt TANZ DER FEUERBLÜTEN spielt im asiatischen Raum. Könntest Du Dir auch vorstellen, ein asiatisches Märchen zu adaptieren?

Auf jeden Fall. In meiner Serie habe ich ja bereits das Märchen von der Yamauba/Jamamba adaptiert und mehrere andere Mythen aufgegriffen.

Da gibt es so viel Potential.

Vor welche Herausforderungen hat Dich das Schreiben des aktuellen Buches gestellt?

Es lief am Anfang gar nicht!

Ich habe 27.000 Wörter geschrieben und war im Grunde kurz vor dem finalen Teil und habe mich bis auf Ausnahmen schier gelangweilt.

Dann endlich habe ich die Reißleine gezogen. Alles beiseite geschoben und bin noch mal zurück ans Plotten gegangen. Da ist der Knoten dann geplatzt und das wozu ich vorher 27.000 Wörter gebraucht habe, war nach zwei Kapiteln abgehandelt 😉

Die richtige Herausforderung aber war natürlich Jonas’ posttraumatische Belastungsstörung sensibel und realistisch darzustellen. Das war mir auch besonders wichtig.

Was war das bisher seltsamste Thema, über das du je recherchiert hast – und wie wichtig ist dir Recherche?

Ich merke mir sowas irgendwie selten oder vielleicht habe ich auch noch nichts richtig abstruses recherchiert.

Recherche an sich ist mir sehr wichtig, vor allem in einem historischen Setting wie bei Tanz der Feuerblüten. Vor allem geht es mir darum, nicht nur Fakten, sondern auch die Stimmung der Zeit einzufangen.

Für Im Bann der zertanzten Schuhe habe ich hauptsächlich PTBS, Ballett und die Einsätze der Bundeswehr recherchiert.

Und natürlich kannte ich die Märchengrundlage.

Woran schreibst Du als nächstes?

Das kommt drauf an. Entweder den vierten und letzten Teil meines Dark Fantasyzyklus’ Ravenblood (Flight of the Raven) oder ein Projekt für Ueberreuter.

Kommt drauf an, ob das Projekt noch vor dem Julicamp den Startschuss erhält.

Wenn Du einen Ausflug in die Märchenwelt machen dürftest: Welchee drei Gegenstände würdest Du auf jedenfall dorthin mitnehmen und welchen Ort würdest du besonders gern besuchen?

Ein Notizbuch, Stifte und Kamera und ich glaube, ich würde einfach gerne durch den Märchenwald laufen, in dem sich ja allerlei Märchengestalten tummeln.

Vielen Dank!

Autorenwebsite: Janna Ruth

Das Buch online bestellen: Im Bann der zertanzten Schuhe

2 Comments »

  1. Sehr schönes Interview! 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Elchi

    Comment by Elchi — 13. Juni 2017 @ 15:20

  2. Danke! (Und Danke dir für die geniale Talkrunde auf FB!)

    Comment by Darkstar — 14. Juni 2017 @ 09:06

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