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17. Juni 2017

Wonder Woman: Das erste Jahr

Category: Comics,Rezensionen – Darkstar – 18:16

Wonder Woman - Das erste JahrSeit Jahrhunderten lebt das Volk der Amazonen abgeschirmt von der Welt der Menschen. Verborgen auf der von den griechischen Göttern geschützten Insel Themyscira existieren sie in völliger Isolation, geführt von ihrer schönen Königin Hyppolita. Deren Tochter Diana ist das einzige Kind, das je unter ihnen aufgewachsen ist. Anders als ihr Volk träumt die Prinzessin von der Welt, die auf der anderen Seite des Ozeans existiert und die ihr für immer verwehrt scheint.

Bis der Soldat Steve Trevor nach einem Flugzeugabsturz an den Strand von Themyscira gespült wird. Ein göttliches Zeichen? Widerwillig ruft Hyppolita ihr Volk dazu auf, sich in freundschaftlichen Spielen zu messen. Als Diana als Siegerin aus den Wettkämpfen hervorgeht, soll sie den Fremden zurück in seine Welt begleiten und sich als Botschafterin der Amazonen jener Aufgabe stellen, die die Götter für sie vorgesehen haben …

Im 148seitigen Comic-Sammelband Wonder Woman: Das erste Jahr erzählt Greg Rucka (Batwoman; Wonder Woman (1) Die Lügen) die Origin der vermutlich bekanntesten Superheldin der Welt.

Ob es eine solche Neudefinition wirklich gebraucht hätte, darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Fest steht, dass eine „upgedatete Origin“ den meisten Superhelden alle paar Jahre / Jahrzehnte ins Haus steht, vor allem, weil das den Wiedereinstieg in die langlebigen Reihen erleichtert und es den Comic-Powerhäusern erlaubt, neue Leser zu finden. Wer sich also für Wonder Woman interessiert, aber recht wenig über sie weiß, ist diese Graphic Novel der perfekte Einstieg.

Wonder Woman - Das erste Jahr: Themyscira

Für das Publikum von Ruckas neuer Hauptserie „Wonder Woman“, die mit dem Sammelband „Die Lügen“ vor kurzem auch hierzulande neu gestartet ist, ist das Lesen von „Das erste Jahr“ extrem sinnvoll. Zwar hält sich Rucka in seiner Neuinterpretation der klassischen Origin sehr eng an bereits etablierte Konzepte. Einige wesentliche Elemente hat er aber „geliftet“.

Die Rolle von Dr. Barbara Ann Minerva, der späteren Cheetah, als eine der ersten Verbündeten in Amerika, Dianas Beziehung zu Steve Trevor und auch die Rolle von Etta Candy hat Rucka nämlich ebenso leicht zu vorhergehenden Versionen verändert wie die genaue Herkunft von Dianas Superkräften.

Die Informationen, die er in „Das erste Jahr“ streut, helfen immens zum Verständnis von „Die Lügen“, das zwar spannend zu lesen war, bei Wonder Woman-Langzeitfans aber auch einige Fragen ausgelöst hat. Warum sollte Diana nicht mehr nach Themyscira zurückkehren können? Weshalb nennt sie die Cheetah ihre gute Freundin? Einige Details beantwortet „Das erste Jahr“, und ich hoffe, dass bei Panini auch die weiteren Folgen der „Erstes Jahr“-Storyline von Wonder Woman auf Deutsch erscheinen, damit man die ganze Geschichte nachlesen kann.

Und die macht Spaß. Nicht nur, weil die Zeichnungen von Nicola Scott und Bilquis Evely wirklich traumhaft schön sind. Sondern vor allem, weil man die Liebe und das tiefe Verständnis, das Greg Rucka für Wonder Woman und ihre Welt empfindet, aus dem Comicabenteuer herauslesen kann.

Wonder Woman - Das erste Jahr: Barbara Ann MinervaGanz persönlich hat mir vor allem die Neuinterpretation von Dr. Minerva gefallen und ich bin schon gespannt, was uns da noch erwartet. Und von den „Bana“, die im Storyarc erwähnt werden – der Name, der in früheren Abenteuern Wonder Womans die Bezeichnung eines anderen Amazonen-Stamms war, der die Welt der Menschen nie verlassen hat.

Ebenfalls ein großes Lob an Rucka dafür, dass er recht offen thematisiert, dass die Amazonen auf Themyscira offenbar auch Liebesverhältnisse miteinander eingingen. Auch Wonder Woman selbst scheint bisexuell zu sein.

Insgesamt überzeugen mich weder „Die Lügen“, noch „Das erste Jahr“ so sehr, wie mich Ruckas ursprünglicher Wonder Woman-Run „Down to Earth“ überzeugte. (Und mir gefällt der Origin-Reboot nicht ganz so gut wie die des aktuellen Kinofilms). Aber trotzdem zählt dieser Reboot zu den deutlich gelungeren Neuinterpretationen von Dianas Geschichte, und deshalb bin ich gespannt, wohin die Reise noch geht.

Fest steht jedenfalls, dass ich mir den für September angekündigten nächsten Sammelband von Wonder Woman zulegen möchte.

Den Sammelband online bestellen: „Das erste Jahr

Rezension zur neuen Hauptserie: „Wonder Woman (1) Die Lügen

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