Darkstars Fantasy News


24. Juli 2017

Manchmal findet man die richtige Geschichte
über Umwege – ein Gastartikel von Anne-Marie Jungwirth

Category: News – Darkstar – 12:30

SuperiorJedes Buch – so sehr man es auch liebt -, hat seine schweren Phasen

Meine Drachenmond-Kollegin Anne-Marie Jungwirth ist glücklich. Ihr Roman Superior ist vor kurzem erschienen und in ihrem jüngsten Newsletter verrät sie, dass sie sehr zufrieden mit dem Start ihres jüngsten Werks ist. „Langsam fällt der Druck ab und ich fühle mich leicht wie eine Feder.“ Ein Newsletter, den ich übrigens sehr empfehlen kann und für den ihr euch auf Annes Website anmelden könnt.

Ihr letztes Newsletter, in dem es um schwierige Phasen beim Romanschreiben geht, hat mir so sehr gut gefallen, weil er nicht nur sehr ehrlich, sondern auch sehr spannend ausgefallen ist.

Und deshalb erscheint der Text jetzt auch, natürlich mit Erlaubnis der Autorin, bei mir als Gastartikel:

Manchmal findet man die richtige Geschichte über Umwege

ein Gastartikel von Anne-Marie Jungwirth

Jedes Buch – so sehr man es auch liebt -, hat seine schweren Phasen. Meistens begleitet von riesigen Selbstzweifeln.

Bei Superior gab es einige dieser Phasen. Ich habe heute spaßeshalber einmal nachgesehen. Die ersten Dateien dazu auf meinem PC sind aus dem Juli 2015. Damals hatte Superior noch den Arbeitstitel Crossbreads. Ich habe natürlich nicht so lange am Stück geschrieben. Aber der Entstehungsprozess, war keine einfache Gerade. Nein – es war ein langer, verschlungener Pfad.

Ich habe das Projekt fertig geplant, Exposé geschrieben, die gesamte Planung über den Haufen geworfen, umgeplant und schließlich angefangen zu schreiben. Tja … und dann … nach etwa 100 Seiten abgebrochen. Totaler Schrott, dachte ich. Wochen später habe ich mir das Geschriebene zur Hand genommen und musste – wenn auch widerwillig zugeben -, dass es nicht so schlecht war, wie ich gedacht hatte. Trotzdem hat einiges für mich nicht funktioniert und ich habe umgeplant. Der ursprüngliche Bösewicht musste einer weiblichen Schurkin weichen. Was mir nicht nur später beim Schreiben Spaß gemacht hat – nein, es hat auch ein sehr unnötiges Love-Triangle eliminiert.

Also bin ich wieder zurück an den Schreibtisch und habe mich ans Werk gemacht und den ersten Entwurf beendet. Irgendwie. Glücklich war ich damit wieder nicht. Irgendwas war immer noch nicht richtig. Aber was?

Es hat mich zur Verzweiflung getrieben. Ich meine wie konnte das sein? Mein Debüt ist mir doch so leicht von der Hand gegangen. Ich habe versucht, das zu analysieren, und habe ein paar Ursachen gefunden. Engelsstaub war eine Geschichte, in der die Protagonistin im Zentrum stand. Ein Nerd der als Liebesengel arbeiten soll – das war die Grundidee und damit war einfach schon so vieles klar. Ich hatte Jade entwickelt und sie hat dann die Geschichte quasi selbst geschrieben.

Was aber war für mich der Ursprung von Superior?

Das Sandkorn, aus dem die Geschichte entstanden ist? Es war weniger konkret. Ich wollte eine Geschichte über ein genetisches Zuchtprogramm schreiben, etwas mit Superkräften und ich wollte eine Antiheldin. Ich war zu der Zeit ein Fan von Serien wie Orphan Black und Sense 8. Und auch wenn diese Geschichten einen komplett anderen Plot haben, ich wollte etwas schreiben, das vom Feeling her ein wenig so ist. Ähm …. ja.

Nach dieser Analyse war mir klar – irgendetwas stimmte mit meiner Protagonistin nicht. Sie war einfach nicht der beste Cast für diesen Plot. Aber sie eliminieren und eine neue Protagonistin die Geschichte erzählen lassen? Alleine schon bei dem Gedanken schauderte mir. Ich habe mich schließlich mit Amelia angefreundet, sie in mein Herz gelassen, mit ihr gefeiert und so viel Spaß gehabt. Ich liebe Amelia und ich war einfach nicht bereit sie gehen zu lassen. Deshalb habe ich sie erst einmal ruhen lassen und das getan, was man immer tun sollte, wenn man gerade nicht weiter kommt. LESEN.

Und ich habe New Adult gelesen. Manches fand ich großartig, manches war nicht so mein Fall. Aber es hat meine Augen geöffnet und meinen Gedanken zu Superior eine neue Perspektive gegeben.

Amelia war im ursprünglichen Entwurf siebzehn und damit einfach zu jung für all das, was sie tun und empfinden sollte. Aufgrund ihres Alters konnte sie einfach nicht so zur Geltung kommen und die Geschichte so vorantreiben, wie ich es mir vorgestellt hatte. Amelia musste älter werden. Also wieder zurück an den Schreibtisch. Amelia war nun nicht mehr siebzehn, sondern zwanzig. Lebte nicht mehr in der Villa ihrer Pflegeeltern in New York, sondern studierte in Boston und teilte sich mit ihrer Pflegeschwester eine Wohnung.

Und plötzlich ist der Knoten aufgegangen.

Ich habe Superior komplett überarbeitet und war mit dem Ergebnis glücklich. Auf einmal hat alles funktioniert, Sinn gemacht, sich stimmig angefühlt.

Und die Moral von der Geschicht‘:

Manchmal klappen Dinge nicht auf Anhieb.
Manchmal muss man einen Umweg gehen.
Und manchmal ist das auch gut so.

Bis bald!
Anne

Anne-Marie Jungwirths Newsletter könnt ihr auf dieser Seite abonnieren.

Die Autorin im Internet:

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