Darkstars Fantasy News


4. Oktober 2017

Wie(so) Murphy – Rache ist süß entstand
Ein Gastartikel von Nicole Gozdek

Category: News – Darkstar – 19:39

Murphy GozdekMurphy war anders als meine anderen Schreibprojekte. Nicht nur weil er aus einer miesen Laune heraus entstand

Schon bald erscheint Murphy – Rache ist süß, der neue Roman von Nicole Gozdek, die gerade für ihren Debütroman Die Magie der Namen den Deutschen Phantastik Preis eingeheimst hat. (Herzlichen Glückwunsch dazu noch mal!)

Im Webshop des Drachenmond Verlags ist das Buch bereits bestellbar, und nicht nur, weil ich gesehen habe, mit welcher Mühe Nicole Goodies gebastelt hat, kann ich euch an’s Herz legen, dass sich das vorbestellen lohnt.

Im heutigen Gastartikel spricht sie über das Entstehen ihres neuen Buches.

Ein Gastartikel von Nicole Gozdek

Eine Idee für einen neuen Roman kann mir überall kommen: auf dem Weg zur Arbeit, bei der Überarbeitung eines bereits geschriebenen Projekts, bei der Gartenarbeit oder beim Herumblödeln mit lieben Autoren-Kolleginnen. Auf diese Weise kam mir jedenfalls die Idee zu Murphy.

Das Buch war auf vielerlei Weise anders als meine anderen Schreibprojekte. Nicht nur, weil er aus einer miesen Laune heraus entstand, weil es zu dem Zeitpunkt in meinem Leben gerade nicht rund lief und sich die lästigen – und teuren – Alltagskatastrophen gehäuft hatten. „Murphys Law“ (Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen) hatte voll zugeschlagen. Ich klagte einer Freundin mein Leid, der es zufällig gerade nicht anders erging, und dann fiel der schicksalsträchtige Satz: „Dem Murphy müssten wir es mal so richtig heimzahlen.“

Dieser eine Satz entzündete ein wahres Feuerwerk an Ideen und innerhalb kürzester Zeit stand die Grundidee für einen neuen Roman. Murphy wurde lebendig, zur Verkörperung eines Gesetzes, das er mithilfe seiner Chaosmagie nur zu gerne und schadenfroh umsetzte. Um es ihm mit gleicher Münze heimzuzahlen, brauchte es jedoch einen ihm ebenbürtigen Gegner, der auch schnell gefunden war.
Ich war euphorisch. Rache ist süß!

Eigentlich bin ich seit einigen Jahren eine Plotterin beim Schreiben. Jede Idee wird sorgsam notiert, in die richtige Reihenfolge gebracht und ein Szenenplan Kapitel für Kapitel notiert. Nun gut, die Entdeckerin in mir sorgt zwar immer noch dafür, dass mehr als eine Szene oder Erzählstrang kippt, angepasst werden muss oder plötzlich am Ende doch etwas geschieht, was so überhaupt nicht vorhergesehen war, weil die Figuren dann den Aufstand proben. Autoren haben es echt manchmal nicht leicht.

Doch Plotten kostet Zeit: Tage, Wochen. Die Warterei ist manchmal eine furchtbare Quälerei, weil man am liebsten sofort in die Tasten hauen und drauflos schreiben würde. „Murphy“ weckte solch ein Schreibfieber in mir. Ich konnte bei diesem Projekt einfach nicht plotten. Es ging beim besten Willen nicht. Meine Vorbereitung bestand lediglich aus 7 Punkten/Romanphasen, eine Liste an möglichen Streichen, eine Liste diverser Sprichwörter und eine Liste an verschiedenen Ereignissen, die im Roman eine Rolle spielen könnten, für die ich abends mehrfach wieder aufstand, weil mich die Inspiration nicht schlafen ließ und ich unbedingt noch Punkte ergänzen musste.

Und dann ging es auch schon los. Ohne Plan, völlig chaotisch und zum ersten Mal auch noch im Präsens. Dabei schreibe ich sonst grundsätzlich im Präteritum. Nur der Murphy, der wollte nicht. Der wollte so vieles nicht, was ich sonst beim Schreiben für gewöhnlich tue. Aber dabei lief die Geschichte wie kaum eine andere zuvor. Die Ideen sprudelten immer weiter, völlig ungeordnet, genauso chaotisch wie Murphy selbst.

Murphy Goodiekarten
Dann geschah etwas Furchtbares: Ich begann den fiesen Charakter, an dem ich mich ursprünglich hatte rächen wollen, zu verstehen. Ja, sogar zu mögen. Es stellte sich heraus, dass Murphy gar nicht so schrecklich gemein ist, wie er gerne tut, dass er Gründe für sein Verhalten hatte.

Was nun? Das war so gar nicht vorgesehen, wenn auch typisch für meine Figuren. Irgendwie tricksen sie mich immer aus – und Murphy schlich sich in mein Herz. Die Geschichte wurde zu meinem Herzensprojekt und ist es noch.

Man sagt ja, als Autor liebt man das aktuelle Projekt am meisten. Das ist normalerweise auch so. Nicht jedoch bei „Murphy“. Ich habe seitdem ein anderes Manuskript geschrieben, an mehrere weiteren gearbeitet. Aber mein Favorit ist immer noch Murphy und wenn er jetzt mal wieder etwas anstellt, habe ich nur noch ein leicht genervtes Seufzen und keine Schimpftirade mehr für ihn übrig.

Denn so viel Spaß beim Schreiben hatte ich selten. Selbstzweifel oder Zweifel am Projekt? Fehlanzeige! Etwas über vier Monate habe ich zum Schreiben der Geschichte gebraucht und lediglich der Zeitmangel wegen meines Arbeitspensums war schuld, dass ich überhaupt so lange für dieses Projekt benötigt habe.

Doch abschließen werde ich mit diesem Projekt wohl nie und in manchen Situationen glaube ich hin und wieder einen seiner bissigen Kommentare oder sein schadenfrohes Lachen zu hören.

Murphy, du darfst gerne jederzeit wieder meine Schreibgewohnheiten auf den Kopf stellen.

(c) Nicole Gozdek

Offizielle Autorenseite von Nicole Gozdek

Verlagsseite zu Murphy – Rache ist süß

Nicole Gozdek auf Facebook: Autorenseite

2 Comments »

  1. Vielen Dank, lieber Christian, dass ich bei dir über Murphy plaudern durfte. <3

    Comment by Nicole Gozdek — 4. Oktober 2017 @ 20:07

  2. Sehr gern! Das finde ich immer so spannend!

    Comment by Darkstar — 5. Oktober 2017 @ 20:04

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