Darkstars Fantasy News


20. August 2014

Interview mit Nicole Böhm zu
Die Chroniken der Seelenwächter

Category: Interviews – Darkstar – 12:30

Die Chroniken der Seelenwächter - CoverEin Vermächtnis aus tiefster Vergangenheit, ein magisches Ritual und gefährliche Schattendämonen

Heute erscheint „Die Suche beginnt„, der erste Teil von Nicole Böhms „Die Chronik der Seelenwächter„.

Worum es in der seriell angelegten Urban Fantasy-Serie geht, verrät die Autorin in folgendem ausführlichen Interview:

Liebe Nicole, worum geht es in den CHRONIKEN DER SEELENWÄCHTER und an wen richtet sich die Serie in erster Linie?

Es geht zum einen um den Kampf zwischen Schattendämonen und Seelenwächtern, der bereits seit Jahrtausenden auf der Erde tobt, zum anderen um ein altes und sehr gefährliches Vermächtnis, das direkt mit Jess‘ Schicksal verknüpft ist und das, sollte es sich erfüllen, die Welt ins Chaos stürzen würde.

Gerichtet ist die Serie an Fans von Urban Fantasy, die gerne eine Mixtur aus Mystik, Rätsel, Kämpfen zwischen Gut und Böse, aber auch der Liebe lesen wollen.

Verrätst Du uns bitte etwas über deine Hauptfiguren?

Gerne. (grinst)

Die erste Protagonistin ist Calliope Jessamine Harris. Ein achtzehnjähriges Mädchen, das seit acht Jahren auf der Suche nach ihrer verschwundenen Mutter ist.

Als Jess beim Renovieren einen Brief des ortsansässigen Pfarrers findet, keimt wieder Hoffnung in Jess. Scheinbar wusste der Pfarrer, warum ihre Mutter verschwand. Dummerweise ist er vor ein paar Jahren bei einem Brand in seiner Kirche gestorben.

Jess bricht also in die Kirche ein und beschwört seinen Geist – und ob das so eine gute Idee war, könnt ihr im ersten Band „Die Suche beginnt“ nachlesen.

Seelenwächter Portrait JessZweiter Protagonist ist Jaydee Stevens. Er wurde als Baby vor der Kirche des besagten Pfarrers abgegeben. Niemand weiß, woher er stammt oder wer seine Eltern waren. Nur eins ist sicher: Jaydee besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten, z. B. heilen Wunden bei ihm binnen Sekunden ab, außerdem kann er besser sehen, hören, riechen als gewöhnliche Menschen.

Jaydee ist in der Lage, über Berührung die Emotionen seines Gegenübers aufzunehmen, was ihn im Laufe seines Lebens in etliche Schwierigkeiten bringt. Jaydee muss ständig darum kämpfen, die innere Balance zu halten, und als er Jess das erste Mal trifft, kippt diese Balance auf eine Seite, die beiden nicht gefällt.

Welche zwei Farben und welche drei Schlagworte fangen die Stimmung der CHRONIKEN am besten ein?

Farben: Für Zyklus 1 ein dunkles Blau und ein sanftes Gold, wie sie auf dem Cover vorkommen. Es kann gut sein, dass sich die Stimmung des 2. Zyklus ändern wird. In der Hinsicht lasse ich mich überraschen.

Stimmung: Dunkel, mystisch, verwoben, sexy, rasant, witzig, gefährlich.

Am ehesten kannst du es mit der Stimmung aus der Fernsehserie „The Vampire Diaries“ oder „The Originals“ vergleichen. Ich wollte die Elemente, die mir beim Lesen (und auch Fernsehschauen) die meiste Freude bereiten, in meinen Büchern unterbringen.

Ich liebe vielfältige und komplexe Charaktere, die auch über die Stränge schlagen dürfen (Nur weil einer zu den Guten gehört, muss er nicht immer nur Gutes tun). Neben Kämpfen, Blut, Magie und Rätseln gehören allerdings auch Witz und Humor zu den CHRONIKEN. Es wird ein vielfältiger Mix sein.

Verzeih den Vergleich, aber sowohl Titel als auch Cover haben mich an Cassandra Clares CHRONIKEN DER UNTERWELT erinnert. Zufall oder Absicht? Kennst Du diese Reihe und gibt es ggf. Gemeinsamkeiten?

Ich habe die Chroniken der Unterwelt gelesen und liebte die ersten drei Bücher. Cassandra Clare hat eine faszinierende Geschichte erschaffen und einen wunderbaren Humor; gerade in ihren Dialogen („Ich bin ein Werwolf, kein Golden Retriever“).

Natürlich lässt man sich von seinen Vorbildern inspirieren. Mit meinen CHRONIKEN habe ich allerdings eine völlig neue, eigenständige Welt kreiert. Meine Schattendämonen sind keine bizarren Höllenkreaturen mit schuppiger Haut und fünf Beinen. Sie leben als Menschen mehr oder weniger unerkannt unter uns und müssen bei der Jagd nach Nahrung so geschickt vorgehen, dass sie nicht auffallen.

Im Laufe der Bücher werden aber noch andere übernatürliche Wesen auftauchen. Zum Beispiel wartet in New York ein Theaterbesitzer der besonders makabren Art, der eine Vorliebe für lebende Kulissen hat und bei dem nicht alle Darsteller ihren Vertrag wieder beenden können.

Aber nicht nur meine Dämonen unterscheiden sich von Cassandra Clares Büchern, meine CHRONIKEN sind „erwachsener“. Heißt, meine Charaktere werden auch Sex haben, und da wird für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Warum hast Du Dich für ein Serienkonzept entschieden und nicht etwa für einen (ebook-)Roman?

Ursprünglich war die Geschichte ganz klassisch als Trilogie angelegt. Ich habe drei Jahre darauf verwendet, die Welt und die Charaktere darin zu entwickeln und auszubauen. Das erste Buch war bereits fertig, als ich es Andreas Suchanek von der Greenlight Press vorstellte.

Seelenwächter Portrait - JessWir trafen uns, um den Plot zu besprechen und stellten fest, dass noch einiges an Potenzial in der Geschichte steckte, das ich nie in ein Buch pressen könnte. Also bauten wir das Konzept um, und Andreas gab mir die Freiheit, eine Serie aus meiner Geschichte zu konzipieren.

Es war die perfekte Entscheidung, denn auf einmal konnten meine Charaktere – und auch ich – richtig aufatmen. Sie hatten Platz für ihre Entwicklung bekommen, die so in den Büchern niemals möglich gewesen wäre.

Ist die Serie auf eine bestimmte Anzahl von Episoden ausgelegt?

Nein, bisher liefert mir die Geschichte so viel Potenzial, dass ich am liebsten ewig weiterschreiben möchte. Ich liebe diese Welt.

Aber weil Du gern eine konkretere Antwort hättest: Zyklus 1 umfasst 12 Bände, genauso wie der zweite Zyklus.

Im ersten Zyklus steht die Suche um Jess‘ Mutter im Mittelpunkt, im zweiten werden die Konsequenzen hieraus in den Fokus gesetzt. Es sind außerdem Spin-Off Bände mit ca. 6 Büchern mit einem der Charaktere geplant. Wir haben noch viel vor *g*.

Du schreibst gerade an Band 3. Entwickelt sich die Serie inhaltlich genauso, wie du es geplant hast?

Der Grundplot auf alle Fälle. Da ich durch das Buch bereits vieles fertig habe, kann ich sehr gut auf dem Plot aufbauen und auch viele Szenen wiederverwenden. Jetzt mit der Serie kommen allerdings neue Charaktere hinzu. Ich entwickle einige Subplots, die es vorher noch nicht gab.

Es macht richtig Spaß, der Geschichte beim Wachsen zuzuschauen.

Wie ist die Idee zu den SEELENWÄCHTERN entstanden?

Beim Musikhören auf einer Autofahrt. 🙂

Es lief gerade ein sehr bekannter und spezieller Song (welcher wird noch nicht verraten), und eine Textzeile daraus ließ mich einfach nicht mehr los. Also setzte ich mich zu Hause an den Schreibtisch und legte los.

Einige Zeit später stand das Grundgerüst für den Plot. Was mir noch fehlte, waren die Bösewichte. Als erstes kamen mir (natürlich) Vampire in den Sinn. Damals waren die Twilight-Filme im Kino, der Vampirboom auf seinem Höhepunkt. Und auch in meinen ersten Entwürfen kamen Vampire vor, doch irgendwie fühlte es sich nicht richtig an. Ich wollte etwas Neues erschaffen. Weg von Vampiren.

Portrait VioletMeine Recherche brachte mich schließlich zu folgender Frage: Was würde geschehen, wenn die Seele eines Verstorbenen nicht ihren Weg ins Licht finden würde, sondern in der Zwischenwelt hängen bliebe? Sie müsste eine Existenz zwischen Leben und Tod führen.

Die Grundidee für die Schattendämonen nahm Gestalt an: Vampirähnliche Geschöpfe, die sich von Menschen ernähren, aber nicht von ihrem Blut, sondern von ihrer Seele. Und somit hatte ich meine Bösewichte.

Und wie in jeder Geschichte, durfte natürlich nicht der Gegenpol fehlen: die Guten. Es folgten abermals Grübeleien, Gedankenspiele, Entwürfe, wieder neue Ideen, Aufzeichnungen, die in den Müll wanderten – und irgendwann waren meine Seelenwächter entwickelt.

Ich erdachte Gesetze, Fähigkeiten und natürlich die ersten Charaktere, die dieser Welt das Leben einhauchten. Nach einigen Monaten Vorbereitung konnte ich endlich das erste Kapitel schreiben; meine Geschichte kam ins Rollen.

Wieviel Recherche betreibst Du für deine Reihe?

Zu Beginn habe ich viel im Internet recherchiert. Ich habe alles Mögliche über die vier Elemente zusammengetragen und daraus die Fähigkeiten meiner Seelenwächter entwickelt. Ebenso habe ich mich durch verschiedene Schmöker wie Engelsbücher und Mythen alter Zeiten gewühlt. Sogar die Bibel diente mir als Rechercheobjekt.

Die Gestalten in meinem Buch basieren durchaus auf echten Sagen und Legenden. Die beste Freundin von Jess ist so ein Beispiel. Violet ist eine Fylgja (das ist ein nordischer Schutzgeist). Leider fand ich sehr wenig über diese Wesen, aber mir gefiel der Gedanke, dass sie auf den Menschen aufpassen und ihn begleiten. Also nahm ich dieses Grundwissen und entwickelte daraus meine Fylgjas, mit ihren eigenen Gesetzen und Regeln.

Während meiner Zeit in Amerika habe ich viele spirituelle Menschen kennengelernt. Das alles half mir, Rituale und Magie zu entwerfen und in die CHRONIKEN einfließen zu lassen.

Du erwähnst, dass Du eine Zeitlang in Amerika gelebt hast. Verrätst Du uns ein bisschen mehr über Dich? Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Eigentlich war mir nie klar, dass ich mal schreiben würde, bis mich die Idee zu den Seelenwächtern traf.

Foto Nicole Böhm (c) privat N. BöhmUrsprünglich wollte ich als Maskenbildnerin zum Theater, machte dann allerdings erst einmal eine Kosmetikerinnenausbildung. Danach wollte ich unbedingt etwas Kreatives lernen und ich wollte als Trickzeichnerin nach Amerika, um bei Disney zu malen (ja, ich war jung und naiv und dachte, die warten nur auf mich :)).

Ich landete am College in Phoenix, Arizona, wo ich verschiedene Zeichen- und auch Schauspielkurse belegte. Meine Freundin bewarb sich bei der American Musical & Dramatic Academy in New York und fragte, ob ich mit wollte. Also ging ich ebenfalls zur Audition und wurde tatsächlich angenommen.

So studierte zwei Jahre in New York und ließ mich zur Musical Darstellerin ausbilden. Zurück in Deutschland stellte ich allerdings fest, dass das nicht ganz das ist, was ich wollte. Ich suchte mit einen festen Job und verlagerte meine Singerei in die Freizeit. Nach einigen Jahren bekam ich die Idee zu den Seelenwächtern und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt 🙂

Seit drei Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Schreibhandwerk. Mein Mann – der selbst seit vielen Jahren Journalist und Redakteur ist – hilft mir sehr dabei. Außerdem besuche ich regelmäßig Seminare, tausche mich mit anderen Autoren aus und bin Mitglied im Bundesverband junger Autoren.

Was ist dir persönlich wichtiger: Worldbuilding oder Charakterdevelopment?

Schwere Frage, da das eine ohne das andere wohl nicht möglich ist. Durch meine Schauspielausbildung, die ich in New York absolviert habe, tendiere ich wohl eher zum Charakterdevelopment. Ich liebe es, mir Figuren auszudenken und ihnen Leben einzuhauchen. Zu jedem meiner Hauptdarsteller gibt es ellenlange Lebensläufe und Hintergrundinfos. Beim Schreiben fließt wirklich vieles zusammen, was ich bisher gelernt habe. Ich zeichne z.B. auch all meine Charaktere selbst.

Aber ein Charakter braucht auch ein gutes Setting, und da wären wir dann beim Worldbuilding. Auch hier greife ich viel auf meine Erlebnisse aus Amerika zurück. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe, als ich in New York mein Appartment bezog. Das hilft mir wiederum beim Worldbuilding.

Wenn Du mit einer fiktiven Figur – ob nun aus deinen eigenen Werken oder denen eines anderen – eine Nacht um die Häuser ziehen dürftest bzw. müsstest: Wer wäre das und warum?

Aus meinem Werk ganz klar Akil.

Portrait AkilEr ist die perfekte Begleitung für eine Runde um die Häuser. Er ist humorvoll, sieht umwerfend aus und weiß, wie man Spaß hat. Außerdem kann man mit ihm ruhigen Gewissens durch jede dunkle Gasse laufen. Er hat so viele Muckis, dass es jeden potenziellen Räuber abschreckt.

Und ganz praktisch: Wenn man am nächsten Morgen einen Kater hat, kann er den gleich heilen.

Aus einem fiktiven Werk würden mir einige einfallen. Ich würde z.B. mal liebend gerne mit Sirius Black über seine Schulzeit plaudern oder eine Runde auf einem Hippogreif fliegen. Ein Abend mit Robert Langdon wäre ebenfalls sehr nützlich. Er könnte mir alles über Symbologie erklären. Wir sind nämlich gerade dabei, weitere Symbole für die Seelenwächterbücher zu entwerfen.

Vielen Dank!

Mehr Infos und Bilder zu den „Chroniken der Seelenwächter“ findet ihr auf Facebook oder auf der Website zur Reihe.

Den ersten Band online bestellen: hier!

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