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1. Juni 2016

Emily Kate Johnston: Tausend Nächte aus Sand und Feuer

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 08:30

Tausend Nächte aus Sand und FeuerSie war nicht von meiner Art, aber sie besaß eine Kraft, die nicht menschlich war, jedenfalls nicht nur. Und weil sie nicht starb, fragte ich mich, ob ich vielleicht endlich eine Königin gefunden hatte, für die ich die Wüste in Brand setzen konnte

Mehr als dreihundert junge Frauen hat Lo-Melkhinn, der König der Wüstenvölker, bereits geheiratet. Die meisten starben bereits in der Hochzeitsnacht. Als der gefühlskalte Herrscher in ihr Dorf kommt, weiß sie, dass er ihre Schwester wählen wird, das schönste Mädchen weit und breit. Wenn sie das nicht verhindern kann. Durch eine List gelingt es ihr tatsächlich, Lo-Melkhinns Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Als neue Königin bringt Lo-Melkhinn sie in seinen Palast. Doch die Opulenz und der Reichtum dort, die Wassergärten, der Harem und die Badestuben können sie nicht vergessen lassen, dass ihre Tage gezählt sind. Lo-Melkhinn wird auch ihr nichts bringen als den Tod. Sie ahnt zunächst nicht, das ausgerechnet ihr Opfer der Schlüssel zu ihrer Rettung sein könnte. Denn in ihr erwacht eine magische Kraft, die von Tag zu Tag stärker wird. Ist sie stark genug, es mit der dämonischen Macht aufzunehmen, die in Lo-Melkhinn lodert?

Emily Kate Johnstons „Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ ist märchenhaft. Im Kern adaptiert die Autorin die Rahmengeschichte von Tausendundeine Nacht – ein Motiv, über das es keinen bis kaum einen Roman gibt. Jedenfalls würde ich das jetzt steif und fest behaupten, wenn nicht erst vor zwei Monaten mit „Zorn und Morgenröte“ ein anderer Roman veröffentlicht worden wäre, der sich genau dieses Themas annimmt. (Zu meiner Rezi: Link folgen).

Und weil ich sicher nicht der einzige bin, der „Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ und „Zorn und Morgenröte“ miteinander vergleicht, möchte ich von vorneherein gleich klarstellen, dass beide Romane zwar mit dem gleichen Grundmotiven spielen, inhaltlich aber sehr unterschiedlich sind. Und beide brauchen sich vor dem jeweils anderen wirklich nicht zu verstecken.

„Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ ist einer dieser Romane, die man am liebsten in einem Rutsch durchlesen würde, weil einen die Handlung mit jeder Seite mehr gefangen nimmt. Während „Zorn und Morgenröte“ die Geschichte der Geschichtenerzählerin Sheherazade vor allem romantisch interpretiert und sich auf die Liebesgeschichte zwischen den Eheleuten konzentriert, ist E. K. Johnstons Roman eine wesentlich feministischere und auch magischere Variante.

Das hat mir unheimlich gut gefallen. Die Protagonistin verliert nicht ihr Herz an den Mann, der ihr wahrscheinlich den Tod bringt. Stattdessen entwickelt sie magische Kräfte, mit deren Hilfe sie versucht, die Menschen um Lo-Melkhiin herum zu beschützen. Weshalb diese Kräfte in ihr erwachen, ist eine geniale Idee!

Statt auf Szenen zwischen dem König und seiner todgeweihten Braut, geht es um das Verhältnis der jungen Frau zu ihrer geliebten Halbschwester, um die Bräuche des Wüstenvolkes, in denen große Macht schlummert, um Begegnungen mit anderen Dienerinnen des Palastes und der alten Mutter von Lo-Melkhiin.

Wer das gleiche von „Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ erwartet wie von „Zorn und Morgenröte“, wird enttäuscht sein. Wer offen ist für eine phantastische, spannende Geschichte, die sich durch und durch wie eine Märchenerzählung anfühlt, wird dem Zauber von diesem Roman verfallen!

Unbedingt lesen!

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