Darkstars Fantasy News


7. April 2008

Vom beschämenden Haufen ungelesener Bestseller

Category: News – Darkstar – 13:30

Nachdem ich gestern bereits in einem Post verraten habe, dass ich selbst noch keinen einzigen Roman von Terry Goodkind (“Das Erste Gesetz der Magie” usw.) gelesen habe, dachte ich, es sei eine nette Idee, hier meinen “beschämenden Haufen ungelesener Bestseller” zu posten.

Die Idee ist – wie der eine oder andere Internet-Surfer wohl weiß – nicht von mir. Aidan von A Dribble of Ink kam auf diese grandiose Idee, die bei diversen Bloggern Nachahmung gefunden hat. Warum also auch nicht bei mir .-)

Was aber hat es mit dem “beschämenden Haufen” auf sich? Um Aidan zu zitieren:

Es ist “dieser geheime Stapel an Romanen, die von der literarischen Welt so hoch gelobt werden, aber hier in [meiner] Wohnung in einer dunklen Ecke stecken (…) trotz der Versicherung so vieler anderer, dass man ‘sie lesen muss!’ Ein geheimer, beschämender Haufen, der den Leser heimsucht, ständig danach ruft, entdeckt zu werden – und dennoch ständig größer wird.”

Ich denke, ihr habt eine ungefähre Vorstellung.

Welche Romane / Sagas dieser Kategorie liegen also bei mir (von denen, die ich *unbedingt* mal lesen muss, ich mir jedoch noch nicht gekauft habe, will ich mal gar nicht sprechen)?

Terry Goodkind: Das Schwert der Wahrheit

Hm, bisher liegt nur der erste Band hier. “Das Erste Gesetz der Magie”. Und zwar in der deutschen Erstveröffentlichung vom Goldmann Verlag (1995). Es ist also noch nicht einmal komplett der erste Band, da Goldmann die US-Ausgabe “Wizard’s First Rule” natürlich in zwei Bücher aufgeteilt hat.

“Eine phänomenale Fantasy, die alles Dagewesen in den Schatten stellt” – steht auf dem Backcover. Wenn das kein Anreiz ist. Und immerhin, mitunter liebe ich die groß angelegten, mehrbändigen Sagas.

Woran liegt es also, dass ich den Roman noch immer nicht gelesen habe? Hm, vor über zehn Jahren habe ich mal ein paar Seiten reingelesen – und irgendwie hat es mich nicht gepackt. Seitdem steht das Buch da. Ungelesen. Und das, obwohl die Reihe in den USA sämtliche Bestseller-Rekorde gebrochen hat. Also muss doch was drann sein, oder?

Eines Tages werde ich es herausfinden. Ich weiß nur noch nicht wann :-)

Kate Elliott: Die Sternenkrone

… zumindest ab Band 3. Und dabei habe ich zumindest die deutschen Bücher von Band 1 bis 8 im Regal stehen.

Vor Jahren (!) habe ich die ersten beiden (deutschen) Bände gelesen (die den ersten US-Band umfassen). Und ich glaube mich erinnern zu können, dass ich es eigentlich (r)echt gut fand. Immerhin fand ich Kate Elliott in ihrer Collaboration mit Jennifer Roberson und Melanie Rawn (“Der Goldene Schlüssel”) richtig toll.

Allerdings habe ich sehr viel von dem vergessen, was in den ersten beiden Bänden passiert ist, und obwohl mir das bei manch anderen Serien nichts ausmacht, weigere ich mich aus diesem Grund, Band 3 zu lesen. Und Band 1 habe ich bereits seit über einem Jahr verliehen. Mal sehen, wie das weitergeht. :-)

Greg Keyes: Der Dornenkönig (“Die Verlorenen Reiche – Band 1”)

Trotz hässlichem deutschen Titelbild – ich hätte mir gleich die amerikanische Ausgabe holen sollen – hab ich mir den Roman geholt. Immerhin wird er gelobt, klingt interessant und wird als “George R. R. Martin – light” verglichen. Und da George R. R. Martin mit seinen Büchern bekanntlich immer etwas braucht, wäre mir eine “light”-Version auch nicht Unrecht.

Der Roman steht noch nicht lange hier herum, so dass ich mir keine Sorgen mache, dass er nicht bald vom “beschämenden Haufen” wegwandert auf den “erfolgreich gelesen-Haufen”. Ich hoffe allerdings, dass er den Erwartungen standhalten kann :-)

Robin Hobb: Die Zauberschiffe

Mit Robin Hobb ist das so eine Sache. Auch “Der Adept des Assassinen” stand jahrelang ungelesen in meinem Regal. Ich hatte in meiner Teenager-Zeit mal reingelesen, fand das ganze jedoch nicht so prickelnd. Dann – vor ungefähr drei Jahren – hab ich es nochmal versucht, und war richtiggehend begeistert! Auf einmal habe ich verstanden, warum alle die Saga so toll fanden und hab die (erste) Trilogie in einem Rutsch gelesen – auch wenn ich zugeben muss, dass der dritte Band mich nicht so überzeugt hat.

Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich mich noch nicht an die “Zauberschiffe” gemacht habe. Dabei ist die Saga von ihrem Ausmaß her sogar noch überschaubar. Hm, vielleicht ist das mein guter Vorsatz für 2008.

Catherynne M. Valente: The Orphan’s Tales

Beide Bände habe ich von meiner besten Freundin geschenkt bekommen. Auf Englisch. Weil ich nunmal auch viel auf Englisch lese. Und ich vertraue ihr, weiß deshalb, dass diese Bücher bestimmt toll sind. Von ihr hatte ich auch Sharon Shinn’s The Shape-Changers Wife, das bei mir jahrelang in der Ecke stand und als ich es eines Tages gelesen habe, entdeckte ich, dass es ein kleines Juwel ist, dass ich nicht mehr missen möchte!

Die Bücher sind toll aufgemacht mit wunderbaren Illustrationen und werden auch von den Kritikern hoch gelobt. Trotzdem komme ich nicht so richtig rein. Aber wer weiß – vielleicht wird es für mich auch die Überraschungs-Entdeckung schlechthin!

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe

Jetzt wird’s bitter. Ich hoffe, ich schrecke mit der jetzigen Ankündigung nicht den einen oder anderen Blog-Leser so ab, dass er niemals wieder hier vorbeischaut. Was kann ich sagen? J.R.R.Tolkien – nicht mein Ding!

Ich hab’s versucht! Ich wollte es mögen, wirklich! Mehr als einmal hab ich den Wälzer angefangen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jedesmal hab ich mich beinahe zu Tode gelangweilt. Und irgendwann frustriert in die Ecke geworfen. Das Lesen hat mir einfach keinen Spaß gemacht. Und das geht für mich halt gar nicht.

Tolkien ist für mich ein begnadeter Weltenschöpfer – aber leider kein Erzähler. Er mag Mitbegründer des Genres sein, das mir so viel bedeutet, aber er trifft nicht meinen Geschmack. Nicht meinen Nerv. Ist nicht mein Ding. Und ich bin es leid, das Gefühl zu haben, ich müsste es gelesen haben, weil es eben “Der Herr der Ringe” ist.

So, jetzt ist es rauß!

Dass ist er also, mein beschämender Haufen ungelesener Bestseller.

(Natürlich, mein Haufen ungelesener Bücher ist viel größer, aber darum ging es wohl gerade nicht :-)

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1 Kommentar »

  1. Lol, ich finde es nicht beschämend, Bücher die einem nicht gefallen, nicht zu lesen. Ich habe das während meines Studiums tun müssen (zB. Goethes Wahlverwandscaften *seufz*), aber nun nicht mehr. :P

    Nach dem zweiten Kapitel im Antiquariat gelandet ist The Da Vinci Code – sorry, aber Eco had das intelligenter, und Peter Berling spannender erzählt. Wie schon gesagt, Goodkind kann weder schreiben, noch halte ich viel von seiner Philosophie, die auf Bush hinausläuft: wenn die Bad Guys foltern, dann weil sie bad guys sind, wenn die Good Guys es tun, so geschieht es aus politischer Notwendigkeit. Mit Robin Hobb werde ich auch nicht warm; vielleicht gebe ich ihrer Assassin trilogy noch eine Chance, aber wenn ich wieder steckenbleibe, landet die auch im Antiquariat.

    Ich bin ansonsten mehr ein Serien-Aufgeber. Gabaldon, Auel, Eddings, Feist …. da sind eine ganze Menge, die ich nach Band 3 oder 4 abgebrochen habe, und Wheel of Time habe ich garnicht erst angefangen.

    Tolkien allerdings liebe ich (mit Ausnahme des Kleinen Hobbit). Naja, ich lese ja auch den Zauberberg alle paar Jahre wieder; manchmal mag ich eben die langsamen Sachen – nur nicht die Wahlverwandtschaften. ;)

    Kommentar by Gabriele — 7. April 2008 @ 20:27

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