Darkstars Fantasy News


18. April 2010

Jörg Kastner: Teufelssohn

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 13:33

TeufelssohnDie folgende Gast-Rezension stammt aus der Feder von Jessica Schmitz. Dem einen oder anderen mag sie als Autorin des Professor Zamorra-Heftromans „Höllenbrut“ ein Begriff sein. “Teufelssohn” ist Jessicas erste Rezension auf Darkstars Fantasy News, ich hoffe aber, nicht die letzte!

Claudia Bianchi, Kommissarin in Rom, hat zwei Probleme: Ein Unbekannter kündigt per E-Mail Morde an und fordert sie auf, diese zu verhindern – außerdem ist sie schwanger. Im Vorgängerband “Teufelszahl” hat sie Paul Kadrell, ein Jesuit und dazu ein Nachfahre eines alten dämonischen Gottes, kennen und lieben gelernt. Jetzt ist Claudia schwanger und weiß nicht, ob der Vater ihres Kindes noch lebt. Denn nach ihrer kurzen Liason hat er ihr ihre Dienstwaffe gestohlen und ist verschwunden, um Selbstmord zu begehen.

Da kommt ihr die Überwachung eines Museums-Events zur Ablenkung ganz recht. In einer anonymen E-Mail wurde der Tod zweier Personen angekündigt und dass Claudia den Mord verhindern könnte. Es sieht so aus, als hätte die Polizei alles im Griff und Claudia entspannt sich. Doch während der Begrüßungsrede packt der Direktor des Vatikanischen Museums seine Kollegin und stürzt sich mit ihr von der Bühne in den Tod. Dabei war er noch kurz zuvor ein lebenslustiger Mann, der seine Forschung ganz dem alten Gott Janus widmete.

Dann versuchen auch noch in derselben Nacht zwei dubiose Gestalten, Claudia zu entführen, beide tragen einen Ring mit dem Janus-Antlitz. Und sie erhält einen Hinweis, wo sich Paul aufhalten könnte. Ist Janus etwa der dunkle Gott, auf dessen Wiederkehr die Anhänger des Alten hinarbeiten und dessen Sohn Paul sein soll? Hat es deswegen die Gruppe um den mysteriösen Mörder auf Claudia abgesehen? Und wie wird Paul auf Claudias Schwangerschaft reagieren?

Jörg Kastners “Teufelssohn” ist ein Mysterie-Krimi im Sinne Dan Browns. Und er ist der Nachfolgeroman von „Teufelszahl“ – den ich nicht gelesen habe. Gestört hat mich das aber nicht, weil der Autor immer wieder Ereignisse aus dem Vorgängerroman zitiert hat.

Leider schafft es Kastner nicht, Spannung und Faszination aufzubauen. Er hält sich zwar an eine ähnliche Rezeptur wie Dan Brown – Janus, eine geheime religöse Gruppierung, Verschwörung, Weltherrschaftsgelüste, Jesuiten, Rom und Vatikan – aber so ganz koherent kommt die Geschichte nicht daher. So passiert nach dem Mord in der ersten Szene eigentlich zum Thema Verschwörung bis zum letzten Drittel des Bandes nicht viel. Andeutungen zum Warum oder Wer für die Morde an den Museumsdirektoren fehlen ganz, so dass ich mich zwischendurch schon gefragt habe, ob das überhaupt wichtig war. Der Autor ist ganz damit beschäftigt, seine Hauptakteure zusammen zu führen, was aber leider etwas ziellos wirkt. Erst, als Claudia und Paul sich wieder zusammengerauft haben, kommt in die Geschichte um die Morde und um die Glaubensgemeinschaft des Gottes Janus wieder Schwung und die Auflösung drängelt sich auf dem letzten Drittel.

Erschwerend enthält “Teufelssohn” einige Logikfehler und unglaubwürdiges Verhalten der Charaktere. Wie hoch ist bitte die Bühne, von der die beiden Direktoren stürzen und sofort tot sind? Und wie wird jemand Chef des Vatikanischen Sicherheitsdienstes, wenn er die berechtigte Warnung vor einem Attentat während eines Papst-Auftritts nicht ernst nimmt? Dazu hatte ich den Eindruck, dass im Manuskript geändert und gestrichen wurde, ohne das im Rest des Romans zu berücksichtigen.

Der Schreibstil ist ganz in Ordnung. Der Erzähler bleibt ziemlich sachlich und bietet nur oberflächliche Einblicke in das Innenleben der Charaktere.

Fazit: “Teufelssohn” ist der Versuch eines Mysterie-Krimis, bei dem die Ansätze ganz interessant klingen, aber der Autor es leider – auch mangels Mühe – nicht geschafft hat.

Fakten:

Titel: Teufelssohn
Autor: Jörg Kastner
Verlag: Knaur
Aufmachung: Taschenbuch, 432 Seiten
Preis: 8,95 €
Rezensentin: Jessica Schmitz

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1 Kommentar »

  1. Sehr schöne Rezi und ich hoffe auch es wird nicht die letzte sein.
    In diesem Sinne ein Hallo an Jessica :)

    Kommentar by Feenfeuer — 18. April 2010 @ 15:33

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