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15. Oktober 2013

Michael Peinkofer: Orknacht

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 09:00

Die Könige (Peinkofer9Mit seinen Romanen um die Orks hat Michael Peinkofer eine Fanbase aufgebaut. Nach einem Ausflug in die „Splitterwelten“ kehrt der deutsche Autor mit „Orknacht„, dem ersten Band seiner neuen Fantasy-Reihe „Die Könige“ aber ins Ork-Universum Erdwelt zurück.

Und tatsächlich: Man merkt „Orknacht“ an, dass Michael Peinkofer seine Leser auf eine Reise in eine Welt mitnimmt, in der schon viel geschehen ist. Dabei gelingt es ihm aber erfreulicherweise, Neueinsteiger nicht abzuhängen. Dass „Orknacht“ im gleichen Universum spielt wie viele seiner anderen Romane empfand ich sogar als recht angenehm, denn dadurch wirken die Figuren vielschichtig und lebendig. Immer wieder gibt es Anspielungen auf ihre komplexe Vergangenheit, ohne dass das den Lesefluss stoppt.

Anders als der Titel suggeriert, stehen übrigens nicht die Orks in diesem Roman im Mittelpunkt. Stattdessen sind es die Menschen, die sich gegen das Joch eines grausamen Zwergenherrschers auflehnen. Seit der Zwergenkönig Winmar von Ruun nämlich über Erdwelt herrscht, geht es den Menschen schlecht. Gerade in den Randgebieten ihres Reiches ziehen noch immer die Orksöldner plündernd durch die Gegend, die Winmar zur Macht über seinen Vorgänger verholfen haben. Seit der Zwergenkönig eine geheimnisvolle Stimme vernimmt, die aus dem Inneren der Erde zu kommen scheint, verliert er zudem mehr und mehr den Verstand.

Die schöne Aryanwen, gedrängt in eine Zwangsehe mit einem ihr verhassten Mann, weiß, dass es Zeit ist, dass die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Doch ehe sie andere retten kann, muss sie sich zunächst um sich selbst kümmern. Unter ihrem Herzen wächst ein Kind heran, dass ihr Mann für seinen künftigen Stammhalter hält, das in Wirklichkeit aber der Sproß von Aryanwens großer Liebe ist: Daghan von Ansum.

Dieser versteckt sich tief in den Wäldern vor seinen Häschern. Um Aryanwen zu retten, hat er sich blenden lassen, aber nicht geahnt, dass seine Feinde ihn dennoch verraten würden. Mühsam lernt er bei einem Druiden, wieder Vertrauen zu sich selbst zu finden und ohne sein Augenlicht zurecht zu kommen. Als die Stunde von Aryanwens Niederkunft näher rückt, beschließt er, sein selbstgewähltes Exil zu verlassen und für jene einzutreten, die seiner Hilfe bedürfen – ein lebensgefährliches Unterfangen.

Ich gebe zu, ich bin kein Ork-Fan (Peinkofers Helden Rammar und Balbok bekommen im Roman zwar ihren Auftritt, aber keine zentralen Rollen), so dass es mir sehr gelegen kam, dass in „Orknacht“ andere Wesen im Mittelpunkt stehen. Der Autor erzählt geradlinig seine epische Geschichte, die das Publikum mal in Tunnel führt, die tief ins Erdinnere hinein gegraben wurden, mal an Orte wie den geheimnisvollen Elfenhain, an dem Heilerinnen und Hüterinnen einen Hort des Friedens bewahren.

Der Roman selbst ist übrigens nicht in sich abgeschlossen, sondern Auftakt eines neuen Abenteuers. Vor allem die sympathischen Charaktere Aryanwen und Daghan sorgen dafür, dass man neugierig ist, wie es weiter geht. Ein Extra-Kompliment an den Autor dafür, dass es ihm gelingt, eine blinde Hauptfigur sehr überzeugend durch seinen Fantasy-Roman zu führen.

Auch wenn „Orknacht“ insgesamt nicht ganz so opulent und vielschichtig daher kommt wie die großen amerikanischen High Fantasy-Epen, sondern etwas geradliniger und direkter, hat er durchaus seine Momente. Rollenspieler und Freunde klassischer High Fantasy kommen bei Michael Peinkofers neuem Zyklus sicher auf ihre Kosten!

Fakten:

Titel: Orknacht
Autor: Michael Peinkofer
Reihe: Die Könige (1)
Aufmachung: Taschenbuch mit Klappbroschur, 511 Seiten
Verlag: Piper
Preis: 16,99 EUR

Den Roman bei Amazon bestellen: Taschenbuch, ebook

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