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1. Februar 2014

Film-Review: Upside Down

Category: Filme/Serien,Rezensionen – Darkstar – 20:30

Upside Down (BluRay)In der Science Fiction-Romanze „Upside Down“ liegen zwei Planeten so dicht aneinander, dass die Menschen sie mittels eines turmartigen Gebäudes verbunden haben. Während in der „Oberen Welt“ Reichtum und Fülle herrscht, führen die Bewohner der „Unteren Welt“ ein eher karges, rohstoffarmes Leben. Natürlich verfügen beide Planeten über ihre eigene Schwerkraft, was dazu führt, dass alles und jeder von der Welt, zu der er gehört, angezogen wird. Stoffliche Materie kann nicht von einem Planeten auf den anderen Planeten wechseln, ohne dass sie nach einer gewissen Zeit zu Brennen beginnt.

So coexistieren die beiden Welten nebeneinander, während sowohl eine rigorose Regierung als auch ein allmächtiger Wirtschaftskonzern dafür sorgt, dass zwischen den Bewohnern der jeweils anderen Welt kein Kontakt herrscht. Trotz dieser starren Gesetzgebung verlieben sich Adam von „Unten“ (der Hauptdarsteller des Films, gespielt von Jim Sturgess) und Eden von „Oben“ (Kirsten Dunst) ineinander. Sie begegnen sich, weil sich die Planeten an einigen Stellen, wie etwa Bergspitzen, fast berühren.

Doch nach dem Willen der Politiker und Unternehmer ist eine Beziehung zwischen den beiden unmöglich. „Upside Down“ handelt von dem verzweifelten Kampf Adams, einen Weg zu finden, für immer mit seiner großen Liebe vereint zu sein …

Die Weltenbeschreibung deutet es schon an: Die franko-kanadische Produktion will ihren Reiz und ihre Daseinsberechtigung daraus ziehen, mit einem visuell ungewöhnlichen Setting zu punkten. Ein Millionenbudget wurde in die Hand genommen, um die faszinierende Umgebung zweier Planeten mit unterschiedlicher Schwerkraft glaubhaft darzustellen. Das ist „Upside Down“ auch durchaus gelungen. Viele Bilder spielen damit, dass sich eine Figur auf seiner Welt bewegt, während die andere Welt sozusagen am Himmel auf dem Kopf steht. Diese Szenario wird sogar soweit vorangetrieben, als dass es ein Restaurant gibt, das beide Welten verbindet und demzufolge sowohl auf dem Parkett als auch auf der Decke getanzt wird, und in einem Bürogebäude zwischen den Welten, in denen in der mittleren Etage Schreibtische praktisch übereinander hängen. Eine nette Idee, die sicher vor allem im Kino und in 3D sehr spannend anzuschauen war.

Sobald sich Adam aber aus seiner Welt verabschiedet, um Eden in der ihren zu (be)suchen, wird’s zumindest für die Zuschauer, die es logisch mögen, etwas anstrengend. Zwar findet Adam plausible Wege, wie er sich „Oben“ bewegen kann, aber die Tücke steckt oft im Detail. Warum werden seine Kleider von „Unten“ angezogen, seine Haare aber nicht? Weshalb scheinen die physikalischen Gesetze der beiden Planeten zwar auf seine Schuhe und Aktentasche Auswirkung zu haben, auf ihn selbst aber nicht?

Das alles könnte man ignorieren, wenn einen die Liebesgeschichte – Zentrum von „Upside Down“ – dafür entschädigen würde. Tut sie aber nicht: Der Romeo & Julia-Plot von Adam und Eden ist eine nette Idee, aber leider nur halbgar ausgeführt. Es funkt nicht so recht zwischen ihnen. Die Tatsache, dass während des ganzen Streifens offenbar niemand versucht, das faschistische Regime zu stürzen, unter dem vor allem die Bewohner von „Unten“ leiden, trägt auch dazu bei, dass man sich spätestens nach der Hälfte des Films fragt: Was soll das Ganze überhaupt?

So ist der Film nicht Fleisch, nicht Fisch: Er überzeugt weder als spannender Science Fiction-Streifen, noch als romantisches Liebesdrama und verliert sich irgendwo in gepflegter Langeweile. Das Schlimme daran: Selbst die Darsteller wirken mitunter etwas gelangweilt. Selten habe ich Kirsten Dunst so blass spielen sehen. Die ungewöhnliche Optik reicht nicht aus, um das Publikum über fast zwei Stunden Minuten hinweg bei der Stange zu halten – tatsächlich nerven die verschachtelten Bilder mit der Zeit sogar. So wird „Upside Down“ leider zu einem Streifen, dem eine faszinierende Idee zu Grunde liegt, deren Potential er aber leider nicht ausschöpft.

Wem Logik-Details nicht so wichtig sind, wem seichte Storys nichts ausmachen und wer vor allem auf tolle Bilder steht, der kann gern mal reinschauen. Wer ihn nicht sieht, hat aber nichts verpasst.

Den Film online bestellen: DVD; BluRay.

2 Comments »

  1. Ja. Ich hab ihn nicht bis zum Ende durchgehalten – viel zu sehr verliebt in die technische Spielerei, in schöne Bilder – viel zu wenig Input in die Figuren, die schließlich diese schönen Bilder irgendwie mit Leben hätten erfüllen sollen. Langweilig. Schade drum.

    Comment by Susanne — 1. Februar 2014 @ 23:36

  2. Ach schade, der Trailer war extrem vielversprechend.
    Irgendwann werde ich ihn mal auf DVD gucken wollen, aber ich bin froh, dass ich kein Geld in eine Kinokarte investiert habe.

    Comment by Bine — 26. Februar 2014 @ 21:04

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