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30. August 2019

Interview mit Sylvia Hörner zu MORRIGANS VÖGEL

Category: News – Darkstar – 09:00

Morrigans Vögel2010 erschien „Morrigans Vögel„, der Debütroman der Münchnerin Sylvia Johanna Hörner.

Vielleicht kennt ihr ihre Kurzgeschichte aus der zweiten Märchenanthologie „Von Hexenwäldern und Feentürmen“.

Ich liebe das Buch – und deshalb reposte ich das Interview heute nochmal …

Zunächst aber erstmal ein paar Informationen, worum es in „Morrigans Vögel“ geht:

Ein silberner See, umgeben von Hügeln. Ein kleines Haus fernab der Straße. Eine Familie, die ein Geheimnis hütet. Ein Großvater, der die alten Geschichten erzählt und ein Junge, der zu sehr glauben will.

Maeves Leben verändert sich für immer in dem Jahr, in dem die Raben kommen. Was bringt ihren Bruder Ruairi dazu, sich immer weiter von seiner Familie zu entfernen? Wer ruft nach ihm und lockt ihn auf verborgenen Pfaden in die Hügel? Und das Wichtigste: Wie lange wird er sich noch an den Rückweg erinnern können? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wird es Maeve gelingen, den Schlüssel rechtzeitig zu finden? (Klappentext)

Interview mit Sylvia J. Hörner zu „Morrigans Vögel“

Liebe Sylvia, schön, dass Du Dir Zeit für ein Interview nimmst. Vielleicht könntest du dich eingangs selbst vorstellen und uns erzählen, wie du zum Schreiben gekommen bist?

Ich wurde 1977 in Wertheim am Main geboren und war schon als Kind eine ziemliche Tagträumerin. Meine Lektüre während meiner Schulzeit erstreckte sich von der „Unendlichen Geschichte“ über „Krabat“ bis hin zu Käthe Recheis‘ „Der Weiße Wolf“. Diese Bücher haben definitiv meine Sehnsucht nach „anderen Welten“ geprägt.

Als Teenie schrieb ich ein paar unsäglich schmalzige Liebesgeschichten und mit Anfang Zwanzig versuchte ich mich an einer Art Elfquest-Fanfiction im Hain der Schattentänzer.

Hauptsächlich sah und sehe ich mein kreatives Ventil allerdings im Songwriting.

Morrigans Vögel“ war eigentlich ein Selbstläufer, der als „schau‘ mer mal“-Projekt im Rahmen von NaNoWriMo begann. Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass die Geschichte je zu Ende erzählt wird und als sie dann vollendet war nie erwartet, sie einmal im Buchhandel zu sehen.

Ohne zu viel zu verraten: Versuch doch bitte, uns ein Gefühl dafür zu vermitteln, was uns in „Morrigans Vögel“ erwartet?

Ursprünglich war der Plan, die keltischen Jahresfeste ins „jetzt“ zu transportieren. Ich wollte anhand der Geschichte einer Familie in Irland Möglichkeiten aufzeigen, wie man ohne viel Aufhebens und großen Aufwand auch heute die Feste des Jahreskreises begehen kann.

Mein Wunsch das zu tun begründet sich auf meiner Überzeugung, dass es ein schlimmer Fehler vieler Menschen heute ist, sich als losgelöst von der Erde zu betrachten, denn das sind wir nicht. Dass diese Aussage stimmt, bemerkt jeder schon allein daran, dass er im Winter müder, stiller und nachdenklicher ist, als im Sommer (was natürlich nur ein Beispiel ist). „Das liegt an der Dunkelheit!“ Eben!

Für dieses Vorhaben brauchte ich eine Rahmenhandlung, die sich nach und nach immer mehr in den Vordergrund spielte.

Im Endeffekt betrachte ich selbst „Morrigans Vögel“ als eine Art Märchen. Ich möchte die Geschichte gern als Wegweiser sehen und als Erinnerung daran, dass Realität nicht immer da aufhören muss, wo das Verstehen endet.

Ich wünsche mir, dass der ein oder andere Leser sich wieder findet, oder zumindest das wieder findet, was er als Kind war und Lust bekommt, mal wieder hinter die Dinge zu sehen.

Erzählst du uns etwas über die Hauptfiguren des Romans?

Gerne doch!

Meine Erzählerin ist die elfjährige Maeve, die mit ihren Eltern und ihren beiden Brüdern in einem kleinen Haus an einem See lebt. Maeve ist ein aufgewecktes, intelligentes Kind, das ihre Umwelt genau beobachtet und zu verstehen versucht. Ihr Weltbild ist geprägt von ihren eigenen Erlebnissen und dem, was sie greifen und verstehen kann.

Der zwölfjährige Ruairí, ihr Bruder, ist da anders. Die Geschichten, die der (ebenfalls wichtige) Großvater Paddy seinen Enkeln erzählt sind für ihn nicht nur Märchen. Er selbst ist davon überzeugt, dass sie voller Wahrheiten sind, wenn man diese nur sehen will.

Es gibt noch mehr wichtige Charaktere, aber diese beiden sind die „Hauptakteure“ und ich möchte ja nun auch nicht alles vorweg verraten…

Was war dein schönstes Erlebnis, während du das Buch geschrieben hast?

Es gab zwei.

Bei einem lag ich mit 39 Fieber in der Wanne und grübelte über meinen Plot, als die Lösung sich mir quasi auf dem Silbertablett präsentierte. Sie war die ganze Zeit da gewesen, ohne dass ich sie erkannt hätte.

Und das zweite war meine Rückkehr an den Lough Currane, vergangenen Sommer. Es war schon beim ersten Mal herrlich dort, aber jetzt, wo ich in Gedanken schon so viel Wunderbares dort erleben durfte, ist es umso schöner.

Was hat dich zur Handlung von „Morrigans Vögel“ inspiriert?

Die irische Mentalität, die ich auf meinen Reisen erleben durfte. Die Gegend um den Lough Currane, die einzigartig ist. Meine Keltenmädels und meine eigenen Erfahrungen im Jahreskreis. Und natürlich der unermessliche Schatz keltischer Märchen und Sagen, der immer wieder daran erinnert, dass „die Anderwelt“ eigentlich gar nicht weit entfernt ist.

Wie lange hast Du an Deinem Debütroman gearbeitet?

Tatsächlich nur ein Jahr, wobei ich anmerken muss, dass ich mich mit der Materie des keltischen Märchengutes natürlich schon viel länger befasse. Seit ich mit ca 11 Jahren ein, in diesem Bereich angesiedeltes, Jugendbuch gelesen hatte, habe ich jede Gelegenheit genutzt, mir neue Materialien, Geschichten und Lieder anzueignen.

Was war für dich in Bezug auf das Buch wichtiger? Worldbuilding oder Charakter-Entwicklung? Und was fällt dir leichter?

Da mein Buch kein „Fantasy-Buch“ im herkömmlichen Sinne ist, definitiv die Charakterentwicklung. Die Welt, in der die Geschichte spielt, gibt es ja wirklich.

Wirst du die Welt aus „Morrigans Vögel“ oder Figuren aus dem Roman eines Tages noch einmal besuchen?

Das tu‘ ich schon. Ich konnte es einfach nicht lassen. Ob daraus etwas wird, weiß ich nicht und selbst wenn, bin ich gerade noch so überwältigt von der unerwarteten Erfahrung „veröffentlicht“ zu sein, dass das zweite Buch erstmal das bleibt, was es ist: meins!

Liebe Sylvia, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht!

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