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30. Mai 2014

Gay Friday: Das Lied des Achill

Category: News – Darkstar – 16:11

Das Lied des AchillIn ihrem historisch-phantastischen Roman „Das Lied des Achill“ greift Madeline Miller natürlich die antike Sage um den Krieg von Troja auf, vor allem aber konzentriert sich der Roman mit viel Gespür und herrlich unplakativ auf die Liebesgeschichte zweier unterschiedlicher Jungen:

Achill ist der Sohn einer Meeresnymphe und der fähigste Kämpfer seiner Generation; der gleichaltrige Patroklos ist ein ausgestoßener Exilant, sanfter und weniger wild – trotzdem knüpfen die beiden ein leidenschaftliches Band, das stärker ist als der Zorn einer Göttin und die Grausamkeiten eines endlos scheinenden Krieges:

Der junge Prinz Patroklos wird ins Exil nach Phthia geschickt, wo er gemeinsam mit Achill aufwächst, dem Sohn des Königs Peleus. Zwischen den Jungen entwickelt sich eine zarte Liebe. Seite an Seite wachsen die beiden zu Männern heran. Ihr Friede wird jedoch jäh zerstört, als Paris Helena aus Sparta entführt und sich die Männer Griechenlands zum Kampf gegen Troja versammeln. Achill schließt sich ihnen an; Patroklos, zwischen Angst und Liebe hin- und hergerissen, folgt ihm in den Krieg – nicht ahnend, dass er das Schicksal seines Freundes in die Hände der Götter geben muss.

Egal, ob man die berühmte Sage vom Trojanischen Krieg bereits kennt oder nicht: Millers moderne Sagenadaption packt – in den ruhigen, wie in den dramatischen Momenten.

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Was ist der Gay Friday?

Queere Helden in phantastischen Romanen – angeblich sind sie ja keine Seltenheit mehr.

Und tatsächlich hat sich erfreulicherweise da auch einiges getan. Lesbische, schwule, bisexuelle und (bisher leider sehr selten) transsexuelle Charaktere tauchen in Büchern auf – als Nebenfiguren. Meistens jedenfalls. Natürlich ist das bereits eine enorme Verbesserung. Wer nicht schwul (oder lesbisch, oder transsexuell, oder sonstwas) ist, kann es vielleicht (?) schwer nachvollziehen, wie … nun, sagen wir „wohltuend“ es ist, ein Buch in die Hand zu nehmen, in der Figuren vorkommen, die diese spezielle Facette der eigenen Identität widerspiegeln. Die auch mal Helden sein dürfen. Und sich – vielleicht – sogar mal verlieben.

In meiner Jugend (die ja nun doch ein bisschen her ist) hätte ich mir jedenfalls mehr Bücher gewünscht, in denen lgbt-Figuren mal den Tag retten. Damals gab’s die so gut wie nicht, schon gar nicht im Jugendbuchbereich, jedenfalls, wenn wir vom phantastischen Genre sprechen. Heute, nach Buffy the Vampire Slayer, gibt es z. B. Cassandra Clares Die Chroniken der Unterwelt, um ein Beispiel zu nennen.

Aber Bücher mit schwulen Hauptfiguren in der Fantasy? Die sind immer noch extrem selten.

Weil ich weiß, dass ihr da draußen seid, (ihr wisst, wer ihr seid), und dass ihr solche Bücher sucht und braucht, habe ich mir vorgenommen, hier jetzt regelmäßig Bücher vorzustellen, über die ich gestolpert bin, in denen queere Figuren im Zentrum stehen. Und zwar jede Woche freitags – also am „Gay Friday“.

Nicht alle Bücher, die ich hier vorstelle, habe ich (bereits) selbst gelesen. Das spielt für mich auch keine Rolle, wenn ich sie vorstelle. Wichtig ist, dass die Message ankommt, und ich hoffe, dass ich dem einen oder anderen – ob nun queer oder nicht – vielleicht so auf ein interessantes Buch aufmerksam mache.

Der eine oder andere wird jetzt vielleicht sagen: Noch eine Urban Fantasy für Jugendliche, die klassischen Mustern folgt. Oder: Schon wieder eine High Fantasy Quest, in der es um die klassische Heldenreise geht. Und recht hat derjenige vielleicht. Der eine oder andere Plot mag mitunter ganz ähnlich klingen wie Buch XYZ.

Es gibt aber Leser da draußen – und das weiß ich, weil ich selbst einer bin – denen das egal ist. Weil ihr – weil wir! – auch mal davon lesen wollen, dass der Vampir sich in den Jungen verliebt, der gefallene Engel sich nicht zwischen dem Feuerwehrmann und der Polizistin entscheiden kann, oder die Titelheldin die Hexe abbekommt.

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