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24. April 2010

Patricia Briggs: Zeit der Jäger
Ein Mercy Thompson-Roman

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 18:25

Zeit der JägerWenn es eine Urban Fantasy-Heldin gibt, die mich restlos begeistert, dann ist das – nach Buffy Summers natürlich – Mercy Thompson, die sich ab und an in einen Kojoten verwandelnde Autoschrauberin aus der Feder von Patricia Briggs. Das liegt natürlich nicht nur an der Hauptfigur selbst, die allerdings tatsächlich verdammt sympathisch ist, sondern auch an Patricia Briggs faszinierend konstruierter Welt, die sie mit einer Vielzahl glaubhafter Charaktere bevölkert – und dem angenehmen Schreibstil der Autorin. Auf „Zeit der Jäger“, das mittlerweile vierte Abenteuer von Mercy, habe ich mich dementsprechend auch richtig gefreut.

Wer macht Jagd auf wen? – oder: Worum geht’s diesmal?

Diesmal muss sich Mercy mit den Konsequenzen mehrerer Ereignisse herumschlagen, die sie in den vorhergehenden Bänden erlebt hat. Deshalb eignet sich „Zeit der Jäger“ auch nicht unbedingt als Einstiegspunkt in die laufende Serie. Zu viel Fäden, die Patricia Briggs in „Bann des Blutes“ und „Spur der Nacht“ gesponnen hat, führt sie hier zusammen: Zum einen hat die sonst so toughe Skinwalkerin kräftig an dem zu knabbern, was ihr ein junger Mann im Vorgängerband angetan hat. Da nutzt es auch nichts, dass sie sich endlich dazu entschlossen hat, dem Werben von Adam nachzugeben und die offizielle Gefährtin des Anführers des lokalen Werwolfrudels zu werden. Ihr neuer Status bringt nur neue Probleme mit sich, zumal sie sich aufgrund der traumatischen Erlebnisse aus „Spur der Nacht“ selbst in Adams Nähe nicht fallen lassen kann. Darüber hinaus hat ihr Marsilia, Herrin der Vampire der Tri Cities, inzwischen öffentlich den Kampf angesagt. Ein Knochensymbol an ihrer Werkstatttür zeichnen Mercy öffentlich als Verräterin und Freiwild für jegliche übernatürlichen Geschöpfe.
Und dann taucht auch noch eine ehemalige Collegebekanntschaft vor ihrer Haustür auf und bittet Mercy, Beweise dafür zu finden, dass es in ihrem Haus spukt …

Wie mir der Roman gefallen hat

Obwohl der deutsche Titel keinerlei Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Original „Bone Crossed“ hat, könnte er nicht treffender gewählt sein. In „Zeit der Jäger“ wird Mercy zum Spielball diverser übler Gestalten und es sieht streckenweise gar nicht gut aus für sie.

Anders als bei den vorhergehenden Mercy-Bänden hat es diesmal ungefähr 100 Seiten gedauert, bis mich die Story wirklich gepackt hat; Patricia Briggs hat offenbar eine Weile gebraucht, um sich wieder warm zu schreiben. Dabei passiert gleich zu Anfang Dramatisches. Trotzdem hat das für Mercy Thompson-Romane typische Sucht-Gefühl zunächst etwas auf sich warten lassen. Wem es ähnlich geht, sollte nicht zu früh aufgeben. Nach rund 100 Seiten wird „Zeit der Jäger“ schlagartig komplexer und interessanter:

Mehrere zunächst recht unterschiedlich erscheinende Handlungstränge bündeln sich mit fortschreitender Seitenzahl zu einer dichten, mehrschichtigen Erzählung, die wunderbar unterhält und wieder einige bisher unbekannte Neuigkeiten aus Patricia Briggs stimmiger Urban Fantasy-Welt zu Tage fördert. Obwohl die Vampire wieder eine wesentlich größere Rolle spielen als in „Spur der Nacht“ (sowohl Marsilia als auch Mercys blutsaugender Freund Stefan haben ein paar wirklich wunderbare Auftritte!) sind sie keineswegs die einzigen übernatürlichen Wesen, die den Roman bevölkern. Mercy bekommt es mit ein paar wirklich unheimlichen Geistererscheinungen zu tun und sie lernt – beinahe zum eigenen Bedauern – eine faszinierende Vertreterin des Feenvolks kennen, von der sie bisher geglaubt hat, sie sei nicht mehr als ein Wesen aus alten russischen Mythen und Legenden.

Wechsel der Übersetzerin

Nach dem unerwarteten Tod von Regina Winter hat Vanessa Lamatsch die Aufgabe übernommen, Mercys Abenteuer ins Deutsche zu übersetzen. Erfahrung mit Urban Fantasy-Romanen hat Lamatsch bereits, hat sie doch auch bereits einige Rachel Morgan-Bücher aus der Feder von Kim Harrison für Heyne übersetzt. Der Wechsel der Übersetzerin jedenfalls stößt nicht unangenehm auf und Vanessa Lamatsch liefert eine gute Arbeit ab, die sich flüssig lesen lässt.

Das rundet dieses vierte Mercy Thompson-Abenteuer wunderbar ab, das zwar einen Punktabzug bekommt, weil es etwas langsam in die Gänge kommt, dann aber ein weiteres Mal gewohnt glänzend unterhält.

Fakten:

Titel: Zeit der Jäger
Autorin: Patricia Briggs
Reihe: Mercy Thompson (4)
Originaltitel: Bone Crossed
Übersetzung: Vanessa Lamatsch
Verlag: Heyne
Aufmachung: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: 8,95 €

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Zur Rezension von „Ruf des Mondes“

Zur Rezension von „Bann des Blutes“

Zur Rezension von „Spur der Nacht“

Meine Mercy Thompson-Rezensionen findet ihr auch auf Media Mania!

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