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30. September 2013

Kelly McCullough: Die zerborstene Klinge

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 07:00

Die Zerborstene Klinge (Rezension)Eine Gastrezension von Simone Füg

Nachdem seine Göttin ermordet wurde, lebt Aral, einer der letzten der legendären Klingen von Namara und einstiger Kämpfer der Göttin der Gerechtigkeit, in der Gosse und verdient sein Geld als Söldner. Gemeinsam mit seinem Gefährten, dem lebenden Schatten Triss, schlägt er sich mit zwielichten Aufträgen durch und betrinkt sich, um sein Elend zu vergessen.

Eines Tages heuert ihne eine geheimnisvolle Frau namens Maylien an – er soll für sie eine geheime Botschaft überbringen. Der Lohn ist überraschend hoch, doch der Auftrag ist gefährlich, und wie sich herausstellt ist es kein Autrag wie jeder andere – Aral wird in einen politischen Machtkampf hineingezogen, in den eine Geheimgesellschaft involviert ist, die das Reich in einen Krieg stürzen will – und zudem trifft er plötzlich auf einen seiner alten Gefährten, der vermutlich nicht auf Arals Seite des Konflikt steht…

Das Buch von Kelly McCullought beginnt rasant – schnell wird man in die Handlung um Aral und seinem Gefährten Triss geworfen. Dennoch braucht man etwas Geduld, da am Anfang etwas viel auf einen einprasselt. Man erfährt nach und nach immer nur Bruchstücke von Arals Vergangenheit als Klinge von Namara, sodass ich hier etwas gebraucht habe, bis ich mich in Arals Welt zurechtfinden konnte.

Die Figuren sind vielschichtig entwickelt, sie haben Grautöne und sind nicht einfach nur gut oder böse. Auch am Ende des Buches bleibt noch viel Entwicklungspotential für die Figuren. Besonders angetan hat es mir Triss. Triss ist ein „Finsterling“, das heißt ein „lebender Schatten“ und begleitet Aral seit seiner Ausbildung zu, Krieger. Triss ist weder männlich noch weiblich und seine Persönlichkeit hat mich fasziniert – er begleitet Aral, kommentiert seine Handlungen und nimmt auch gezielt Einfluss und bleibt über das ganze Buch geheimnisvoll. Aral selber ist eine der wenigen verbleibenden Klingen von Namara. Nachdem die Göttin der Gerechntigkeit ermordet wurde, zerschlug sich ihr Orden und Aral verlor damit seinen Sinn im Leben. Er muss danach vollkommen neu beginnen und so zieht sich die Frage nach „Identität“ durch das Buch:

Wie kann Aral an eine tote Göttin glauben? Was ist Recht und was ist Unrecht und kann ein religiöser Orden entscheiden, was gerecht ist? Das Buch ist damit kein rein unterhaltendes Fantasy-Werk, sondern gibt Anstoß zum Nachdenken und zeigt einiges an Tiefe, was ich so nicht erwartet hätte.

Der Erzählstil des Autors ist erfrischend anders, konnte mich aber nicht immer überzeugen. So wird Arals Welt sehr detailliert erklärt und erläutert, man erfährt viel über die Zusammenhänge in der Stadt Tien. Zwar geschieht dies meist gut in die Handlung eingebunden, aber für mich persönlich waren es zum Teil etwas zu viele Details auf einem Haufen – das fand ich sehr „gestellt“, als hätte der Autor krampfhaft versucht so viele Informationen wie möglich in die Handlung zu quetschen – an diesen Stellen empfand ich das Buch als etwas schleppend. Der Weltentwurf war für mich schlüssig und interessant – wir befinden uns in einem mittelalterlich anmutenden Setting mit asiatischen Einschlägen – besonders spannend fand ich, welche Rolle Götter in der Welt spielen (schon allein, dass Götter sterben können, ist ein Detail, das vielleicht neugierig macht ).

Die Handlung als solche ist eher strategisch als actionreich. Rasante Kampfszenen waren eher selten, dafür mehr strategische Überlegungen und Pläneschmieden. Die Handlung verläuft recht linear, was ich aber nicht schlimm fand, denn so war das Buch gut und flüssig zu lesen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen kann ich leider nicht mehr über die Handlung schreiben, als das was oben in der Inhaltsangabe steht, aber schlussendlich konnte sie mich nicht so überzeugen. Zum Teil konnte ich Handlungen nicht nachvollziehen, das Vorgehen der Personen war für mich unschlüssig. An manchen Stellen war mir die Handlung etwas zu klischeereich – so zum Beispiel das plötzliche Auftauchen einer klugen, toughen Frau, die Aral herausfordert.

Die Handlung in „Die zerborstene Kling“ ist in sich abgeschlossen, es folgend aber noch mehrere Bände, von denen der zweite im Dezember auf deutsch erscheint.

Fazit:

Alles in allem ein Buch was sich gut und flüssig lesen lässt, mit linearer aber dennoch spannender Handlung und einem kreativen Weltentwurf. Leider war der Schreibstil für mich etwas anstrendend (die vielen Details) und die Handlung etwas klischee-beladen, sodass ich es als gut, aber nicht als besonders toll empfand.

Für mich gibt es für das Buch 7 von 10 Punkten.

Fakten:

Titel: Die zerborstene Klinge
Autor: Kelly McCullough
Reihe: Die Klinge von Namara (Band 1)
Originaltitel: Broken Blade
Übersetzung: Frauke Meier
Verlag: Bastei Lübbe
Aufmachung: Taschenbuch, 385 Seiten
Preis: 8,99 EUR (Print), 7,49 EUR (ebook)

(c) Rezension: Simone Füg

Simone ist 26 Jahre alt und lesebegeistert seit ihrer Kindheit. Eigentlich kommt sie aus dem Rheinland, aber seit ihrem Berufseinstieg lebt sie in Bayern, wo sie in der Software-Entwicklung und der Forschung im Bereich Akustik tätig ist. Am liebsten liest sie Fantasy, besonders Urban Fantasy und Steampunk, daneben aber auch viele Krimis und ab und an mal eine Liebesgeschichte fürs Herz ;-)

Danke, Simone!

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