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2. Dezember 2013

Eva Stachniak: Die Zarin der Nacht

Category: Hörbücher,Rezensionen – Darkstar – 09:00

Die Zarin der NachtDie Zarin der Nacht“ ist die (in sich abgeschlossene) Fortsetzung von Eva Stachniaks Historienschinken um Katharina die Große, das mit „Der Winterpalast“ begann. Und da ich von erstem so begeistert war, dürfte es nicht überraschen, dass ich mich sofort nach Erscheinen auch auf „Die Zarin der Nacht“ stürzte.

Während in „Der Winterpalast“ die Geschichte von Katharinas Vorgängerin, Kaiserin Elisabeth Petrowa, sowie Katharinas erste Jahre am Zarenhof bis zum Sturz ihres Ehemannes beleuchtete, beschäftigt sich „Die Zarin der Nacht“ – der Titel deutet es bereits an – mit der Regierungszeit von Katharina der Großen.

Anders als im Vorgänger wird die Geschichte aber diesmal nicht von einer Randfigur (im „Winterpalast“ war es die Spionin Warwara) erzählt, sondern von der Kaiserin selbst. Der Roman setzt kurz vor dem Tod Katharinas an; im Sterben erinnert sich die Kaiserin dann noch einmal an ihre Ankunft in Russland, die erste Zeit am Hof und schließlich an ihre glorreiche Zeit als selbstbewusste, aber auch unerbittliche Herrscherin über ein gewaltiges Reich und Matriarchin über eine große Familie.

Katharina erinnert sich an ihre Liebhaber, die Freunde in ihrem Leben, ebenso wie an ihre Feinde. Sie erinnert sich an das, was sie willentlich geopfert hat, um die Zügel der Macht nicht aus den Händen zu geben müssen und an die Leben, die sie dabei zerstört hat. So zeichnet die Autorin ein facettenreiches Bild einer faszinierenden Herrscherin, die nicht immer sympathisch ist.

Erzählerisch unterscheidet sich „Die Zarin der Nacht“ doch etwas von „Der Winterpalast“, denn die Handlung wird nicht chronologisch erzählt, und wir erleben gerade in den ersten beiden Stunden Augenblicke, die wir bereits aus „Der Winterpalast“ kennen, ein zweites Mal – diesmal aus dem Blickwinkel der kalkulierenden Katharina. Im Mittelteil verliert sich Stachniak dann ein wenig in ihrer Betrachtung von Katharina, konzentriert sich zu sehr auf ihre Liebhaber und zu wenig auf das, was sowohl familiär als auch politisch wirklich um sie herum geschieht – das wird nur angedeutet.

Von den höfischen Intrigen, die um sie herum gesponnen werden, erfährt man zwar, aber leider nur aus einer gewissen Distanz. Hier zeigt sich am Deutlichsten, dass „Die Zarin der Nacht“ anders erzählt wird als „Der Winterpalast“. Dessen glitzernde Atmosphäre, das Kerzenlicht, das sich im Marmor spiegelt, die verschlissenen Wandbehängen und prächtigen Abendgarderoben – diesmal verblassen sie alle zu Staffage, rücken in den Hintergrund. Das ist schade, und hier verschenkt Eva Stachniak deutlich Potential.

Das merkt man vor allem im letzten Drittel des Hörbuchs, wenn Katharinas Enkelinnen und Enkel stärker in den Fokus der Handlung rücken. Hier lernt der Hörer die Kaiserin dann sowohl als politische Fühererin als auch als Großmutter kennen und es entsteht ein greifbares, menschliches Bild, auf das man die ganze Handlung hin hingefiebert hat.

Trotz des schwachen Mittelteils und einiger Längen ist „Die Zarin der Nacht“ aber dennoch ein unterhaltsames Hörbuch, das zudem von Sprecherin Angelika Thomas mit Charme eingelesen wird. (Bis dato hatte ich von der Sprecherin noch nichts gehört, ich hoffe aber, dass sich dies in Zukunft ändern wird!). An „Der Winterpalast“ kommt die Fortsetzung aber leider nicht heran.

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Meine Rezension zu „Der Winterpalast“: hier!

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