Darkstars Fantasy News


21. Dezember 2014

Interview mit Juliet Marillier
zu „Dreamer’s Pool“ (Blackthorn & Grim 1)

Category: Interviews – Darkstar – 10:00

Dreamer's PoolJuliet Marillier gehört zu meinen absoluten Lieblings-Autorinnen. Bereits mit ihrem ersten Roman „Tochter der Wälder“ hat sie sich in mein Herz geschrieben.

Im November erschien ihr neuer Roman: „Dreamer’s Pool„, der Auftakt einer neuen Fantasy-Saga mit dem Titel „Blackthorn & Grim„. (Meine Rezension zum Hörbuch findet ihr hier).

Unter anderem über das neue Buch, Märchen und Krimis, die Herausforderungen beim Schreiben und eine potentielle Verbindung zu ihrer Sevenwaters-Saga haben wir uns im Interview unterhalten:

Interview mit Juliet Marillier zu „Dreamer’s Pool“

Welches Schlüsselwort und welche Farben beschreiben die Atmosphäre von „Dreamer’s Pool“ am besten?

Drei Farben für meine drei Hauptfiguren: ein wütendes Rot für Blackthorn, eine kräftiges Eichenbraun für Grim und für Oran, den gebildeten Prinzen, ein nebeliges Blaugrau.

Das Schlüsselwort: Mysteriös.

Sowohl Blackthorn als auch Grim sind Charaktere, die man nicht oft als Hauptfiguren in Fantasyromanen antrifft. Was hat sie für Dich so besonders gemacht, dass Du sie zu den Protagonisten Deiner neuen Serie bestimmt hast?

Ich wollte über ältere, verletztere Protagonisten schreiben als das jene meiner vorangegangenen Bücher waren. Und ich wollte ihnen signifikante persönliche Probleme geben, mit denen sie sich ebenso auseinander setzen müssen wie mit den von außen an sie herangetragenen Herausforderungen. (Blackthorn und Grim müssen in jedem Band der Reihe einen neuen Fall klären, während ihre persönlichen Geschichten sich über die ganze Serie hinweg entwickeln sollen.)

Es war faszinierend, diese beiden Figuren – und zu einem bestimmten Grad auch Oran, meine dritte Erzählstimme im ersten Band, zu entwickeln. Oran ist auch kein typischer Held: er ist ein Mann mit einer sehr starken femininen Seite, durch Geburt dazu auserkoren, Herrscher in einer männerdominierten Gesellschaft zu werden.

Ich mag den inneren Konflikt von Blackthorn – sie ist eine Heilerin und darauf trainiert, Leuten zu helfen und Mitgefühl zu zeigen. Aber ihre Vergangenheit hat sie bitter werden lassen, wütend und ungeduldig. Grim ist zunächst ein Geheimnis – er ist offensichtlich ein Mann mit großen Talenten, aber er hält nur sehr wenig von sich selbst. Ich habe viel über posttraumatische Belastungsstörungen gelesen und ich vermute, dass hat mich dahingehend beeinflusst, wie ich diese beiden Figuren dargestellt haben.

Weißt Du schon, wie viele Bücher du voraussichtlich über die beiden schreiben wirst?

Derzeit habe ich einen Vertrag für drei Bücher. Ich hoffe aber sehr, dass meine Verleger mir die Möglichkeit geben, die Reihe darüber hinaus weiter zu führen. Inhaltlich würden sich sieben Bände anbieten!

Ist es für die nachfolgenden Bände relevant, dass wir im ersten Teil erfahren, dass Blackthorn immer noch im gebärfähigen Alter ist?

Diese Referenz habe ich eingebaut, um den Lesern ein Gefühl dafür zu geben, wie alt Blackthorn ungefähr ist. Es könnte relevant für spätere Bänden sein – oder auch nicht.

Spielt die Geschichte im gleichen Universum wie Deine „Sevenwaters„-Saga?

Ja. Die Blackthorn & Grim-Bücher sind auch in Irland angesiedelt, allerdings ein bisschen später. Der Großteil der Handlung spielt nördlich von dem Ort, an dem sich Sevenwaters befinden würde. Die Zeitspanne würde es erlauben, dass die Charaktere beider Serien sich begegnen könnten. Aber das habe ich noch nicht gemacht.

Was hat Dich zu „Dreamer’s Pool“ inspiriert?

Wenngleich die Handlung nicht auf einem Märchen basiert, erinnert die Ausgangssituation an ein bestimmtes Märchen. Ich werde nicht verraten, um welches es sich handelt, denn für den einen oder anderen könnte das ein Spoiler sein. Die ursprüngliche Idee für diesen Roman stammt jedenfalls aus dieser traditionellen Erzählung.

Ein anderer Einfluss war meine Begeisterung für Krimiserien, in denen die Hauptfigur in jedem Band einen anderen Fall lösen muss – wie etwa in den Sherlock Holmes-Büchern, in Agatha Christies Hercule Poirot– und Miss Marple-Romanen oder, etwas jüngeren Datums, Kerry Greenwoods Phryne Fisher-Serie, die im Melbourne der 1920er Jahre spielen.

Weil ich solche Reihen mag, wollte ich selbst auch so eine schreiben. Aber die Magie sollte darin eine Rolle spielen. Als ein Rezensent bemerkte, Blackthron und Grim wären für ihn wie Holmes und Watson im mittelalterlichen Irland, hat mich das sehr gefreut!

Inwiefern unterscheidet sich „Dreamer’s Pool“ von den anderen Büchern, die Du bisher geschrieben hast?

Weder habe ich zuvor eine Krimiserie geschrieben, noch eine Serie, in denen in jedem Buch die zwei Protagonisten die selben sind. Ein anderer Aspekt, der anders ist, ist aber auch die Struktur und die „Stimme“ von „Dreamer’s Pool“. Es gibt drei Erzähler: Blackthorn, Grim und Oran, die sich jeweils in Kapiteln abwechseln. Jeder von ihnen hat eine sehr eigene Stimme, Grim erzählt sogar in Gegenwartsform.

Den meisten Lesern hat das gefallen; viele mögen es, wie sich die verschiedenen Stimmen gegenseitig ergänzen. Ich gehe ganz ähnlich beim Schreiben des zweiten Bandes vor, allerdings ist diesmal der dritte Erzähler weiblich. Übrigens ist auf Audible ein Hörbuch zu „Dreamer’s Pool“ erschienen, und ich finde es toll, dass es auch von drei verschiedenen Sprechern eingelesen wird.

Die Fortsetzung des Romans erscheint zwar leider erst Ende nächsten Jahres – aber kannst Du uns trotzdem schon heute ein bisschen darüber erzählen?

Das zweite Buch wird „Tower of Thorns“ (dt: „Turm der Dornen“) heißen.

Blackthorn und Grim müssen der geheimnisvollen Lady Geileis helfen, auf deren Grund der einsame Turm aus dem Titel steht. Ein Ungeheuer scheint dort eingezogen zu sein und sein Heulen und seine Gegenwart haben über ihr Land und dessen Bewohner einen Fluch gebracht.

Für Blackthorn ist es aber gefährlich, sich weit von ihrem neuen Zuhause zu entfernen – und als sie und Grim weiter nach Norden reisen, betreten sei ein Reich voller Lug und Trug, wo selbst vertraute Freunde zu Feinden werden können …

Vielen Dank!

Falls ihr neugierig geworden seid, schaut unbedingt morgen wieder vorbei. Gemeinsam mit Juliet verlose ich nämlich zwei Ausgaben ihres neuen Romans exklusiv an Juliets in Deutschland lebende Leser!

Meine Rezension zu „Dreamer’s Pool“ findet ihr: hier!

Juliet Marilliers Website: hier!

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