Darkstars Fantasy News


4. März 2015

Saphirblau (DVD)

Category: Filme/Serien,Rezensionen – Darkstar – 19:00

SaphirblauEin sinistrer Graf aus dem 18. Jhd., sprechende Wasserspeier, turbulente Ausflüge in die Vergangenheit und die erste Liebe:

Saphirblau“ setzt das charmante Zeitreiseabenteuer „Rubinrot“ nach den gleichnamigen Büchern von Kerstin Gier fort.

In „Rubinrot“ entpuppte sich Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrlich) zum Entsetzen ihrer reichlich schrägen Familie als Trägerin eines seltenen Zeitreise-Gens, dass sie zwingt, täglich ein paar Stunden in die Vergangenheit zu reisen. In „Saphirblau“ versucht die mysteriöse Loge des Grafen von Saint Germain weiterhin, sie dazu zu bringen, eine nicht minder mysteriöse Mission zu erfüllen. Dabei steht ihr ihr frisch gebackener Freund Gideon (Jannis Niewöhner) zur Seite, der seit Jahren auf diese Aufgabe vorbereitet wurde und Musterschüler der Loge ist.

Saphirblau - Graf
Dumm nur, dass die Loge Gwendolyn nicht traut – und umgekehrt. Denn in der Vergangenheit ist Gwen ihrer Cousine Lucy (Josefine Preuß) begegnet. Vor Jahren selbst Zeitreisende, hält sie sich in der Vergangenheit versteckt, um sich nicht mehr vor den Karren der Loge spannen zu lassen. Sie warnt Gwen, unbedingt zu verhindern, was der Graf von Saint Germain seit Jahren plant. Das weckt in Gwen Bedenken, was wiederum zum Streit mit Gideon führt. Sie beschließt, auf eigener Faust in der Vergangenheit herauszufinden, was der Graf wirklich vorhat und trifft sich in den 50er Jahren mit ihrem eigenen Großvater, um sich von ihm unterstützen zu lassen. In unserer Zeit wiederum schlägt sie sich nicht nur mit Pubertäts-Hormonen herum, sondern auch noch mit ihrer zickigen Cousine Charlotte (Laura Berlin) und mit einem quasselnden Wasserspeier, den nur sie sehen kann. Schon bald steckt Gwen im schönsten Beziehungs- und Zeitreisechaos.

Klingt spannend, ist es in der Filmumsetzung aber leider nur bedingt

Kerstin Giers Trilogie um die Zeitreisende Gwendolyn Shepherd zählt zu den erfolgreichsten Jugendfantasyreihen aus deutscher Feder. Als begeisterter Leser der Bücher war ich sehr erfreut, dass man sich 2012 daran machte, den ersten Teil für’s Kino zu verfilmen. Nach einer Zitterparty, ob von „Rubinrot“ auch eine Fortsetzung adaptiert werden würde, ist inzwischen „Saphirblau“ (Teil 2 des Dreiteilers) auf DVD erschienen – und einen abschließenden Film „Smaragdgrün“ soll es ebenfalls geben.

Saphirblau - Szene Charlotte
Tatsächlich setzt der Kinofilm sowohl Handlungsstränge aus „Saphirblau“ als auch aus „Smaragdgrün“ um. Und das sorgt dafür, dass im Film ziemlich viel passiert. Konzentrierte sich „Rubinrot“ ganz auf Gwendolyn und ihre neu erworbenen Fähigkeiten, so steht diesmal eindeutig die Liebesbeziehung zwischen ihr und Gideon im Mittelpunkt. Die Chemie stimmt zwischen Maria Ehrich und Jannis Niewöhner, den beiden Hauptdarstellern, und so nimmt man ihnen das frisch verliebte Teenager-Paar jederzeit ab. Trotzdem ist es schade, dass durch die Konzentration auf das Gefühls-Wirrwarr das Zeitreise-Mysterium ein wenig in den Hintergrund tritt bzw. sich die Handlung etwas überschlägt, wann immer es um die Loge und deren Pläne geht.

Kulissen und Kostüme waren nett, wollen aber nicht hundert Prozent zur Handlung, die in London bzw. in vergangenen Jahrhunderten spielt, passen. Die Special Effects annehmbar – vor allem für eine deutsche Produktion – aber an Hollywood-Maßstäben darf man sie nicht messen.

Saphirblau - Lucy und Paul
In einigen Details weicht Saphirblau – der Film – vom Buch ab; das finde ich im Großen und Ganzen nicht schlimm. Gwens Auftritt bei einer Soiree, in der sie ein fetziges Pop-Lied zum besten gibt, war total überspitzt, aber hat atmosphärisch innerhalb des Films extrem gut funktioniert, obwohl die Szene in den Büchern etwas anders abläuft. Beide Daumen hoch. Sicher eine der gelungensten Szenen im ganzen Streifen. So viel Mut hätte es öfter gebraucht. Die Trilogie lebt vor allem von ihrem Witz und den kunterbunten Charakteren, und die lernen wir in der Verfilmung leider viel zu wenig kennen. Das Ergebnis wirkt deshalb streckenweise unausgegoren.

Saphirblau - Gwen hat Liebekummer
Insgesamt kann ich deshalb leider nicht umhin, von der Verfilmung enttäuscht zu sein. Das Mysteriöse, das Teil 1 noch umwehte, ist fast gänzlich verschwunden. Schon „Rubinrot“ war nicht perfekt, Teil 2 ist eher mäßig.

Bleibt zu hoffen, dass „Smaragdgrün“ die Atmosphäre des Romans wieder besser einfängt und die Film-Trilogie zu einem würdigen Ende führt. Mit dem Buch kann der Film aber leider bei weitem nicht mithalten.

„Saphirblau“ erscheint am 05.03.2015 auf DVD und BluRay.

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Fotos (c) Concorde.

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