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29. Juni 2016

James Dawson: Cruel Summer

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 16:30

Cruel SummerEin heißer Sommer. Eine traumhafte Villa am Meer. Fünf Jugendliche aus England, ein schreckliches Geheimnis. Nicht alle von ihnen werden ihren Spanien-Urlaub überleben.

Vor einem Jahr ist die Highschool-Schönheit Janey in der Nacht ihres Abschlussballs von einer Klippe in den Tod gestürzt. War es ein Unfall? Selbstmord? Oder Mord?

Ein Jahr später treffen sich ihre fünf besten Freunde Alisha, Ben, Greg, Katie und Ryan im Ferienhaus von Katies Eltern wieder, um am Pool und am Strand ihre Freundschaft zu erneuern, denn nach Janeys Tod sind sie sich aus dem Weg gegangen. Ein Spanien-Urlaub, der bald aus dem Ruder läuft, denn zum einen ist Ryan nicht davon überzeugt, dass es sich bei Jaynes Tod um einen Unfall oder Selbstmord handelt – zum anderen taucht plötzlich ein ungebetener Gast in der Villa auf, der ihnen auf den Kopf zusagt, dass er all die fiesen kleinen Geheimnisse kennt, die die Freunde noch nicht voneinander kennen.

Am nächsten Morgen treibt die erste Leiche im Pool des Ferienhauses und schnell wird klar: Unter ihnen ist ein Mörder. Und wahrscheinlich hat der auch Jayne umgebracht. Niemand ist mehr sicher …

Ihr sucht nach dem richtigen Pageturner für den Strand oder das Schwimmbad? Ihr habt ihn mit „Cruel Summer“ gefunden, wenn ihr auf Teenie-Drama und Highschool-TV-Serien steht.

James Dawsons „Cruel Summer“ liest sich wirklich wie eine TV-Serie, vielleicht auch, weil die Figuren – so sympathisch sie mir beim Lesen auch waren – gängigen Klischees entsprechen und die Handlung etwas überdramatisch ist. Klingt jetzt, als würde ich rummeckern, aber hey, ich mag sowas total, und deshalb hat mir der Roman auch ziemlich gut gefallen. (Und ich hätte auch nichts dagegen, wenn jemand noch eine TV-Serie drauß machen würde).

Wie dem auch sei: Dawson erzählt die Geschichte (größtenteils) aus Sicht von Ryan und Alisha. Er ist offen schwul und träumt davon, Schauspieler zu werden. Das geht soweit, dass er sich und seine Freunde selbst gedanklich als die Protagonisten ihrer eigenen TV-Serie betrachtet – was den oben beschriebenen Eindruck natürlich noch verschärft. Alisha hingegen war auf der Higschool als Partyqueen verschrien, die viel zu oft viel zu tief ins Glas geschaut hat und dadurch drauf und drann war, ihr Leben zu versauen.

Ebenfalls in der Villa sind Alishas Zwillingsbruder Greg, inzwischen ein Profisportler, Katie, die Musterschülerin und das klassische Mädchen von Nebenan und Ben, herzensgut und einfach zum Knuddeln. Mehrere Highschool-Jahre lang waren Ben und Katie ein Traumpaar – kurz vor Janeys Tod kam er jedoch mit ihr zusammen.

Dreck am Stecken haben sie offenbar irgendwie alle. Aber einer unter ihnen ist offenbar sogar bereit, einen Mord zu begehen. Obwohl James Dawson für meinen Geschmack etwas zu überzogen schreibt, zieht er den Leser von Anfang an richtig in seine Geschichte hinein und lässt „Cruel Summer“ zum Pageturner werden. Figuren, Plot und Setting mögen einem bekannt vorkommen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass man mit großer Freude in den Roman abtaucht.

Ist nun Janey wirklich ermordet worden und falls ja, von wem? Wer solche Geschichten kennt, hat ziemlich schnell eine Vorstellung davon, wer der Strippenzieher im Hintergrund ist. Richtig überrascht hat mich dessen Enthüllung deshalb nicht. Das heißt aber nicht, dass mich der Roman nicht trotzdem überrascht hat. Und das mehrfach. Zum einen überleben nicht unbedingt die Personen, von denen ich erwartet habe, dass sie überleben. Zum anderen werden da im Verlauf der Handlung diverse Geheimnisse aufgedeckt, die ich nicht voraus gesehen habe.

Wenn ihr sowas mögt und/oder euch „Solange wir lügen“ gefallen hat, würde ich euch empfehlen, hier mal reinzugucken – auch wenn James Dawsons Thriller nicht an E. Lockharts großartigem Roman rankommt. Letzteres ist großes Kino, ersteres eher TV-Serien-Format.

Das ist aber nicht schlimm. Ich liebe gute TV-Serien.

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Zu meiner Rezension von „Solange wir lügen“: bitte klicken!

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