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1. Juli 2018

David Eddings: Die Gefährten
Belgariad (1)

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 20:00

Belgariad 1 Die GefährtenDas erste, woran sich der Junge Garion erinnern konnte, war die Küche auf Faldors Farm

Mit diesen Worten beginnt David Eddings seine Belgariad-Saga. Der erste Band erschien im amerikanischen Original bereits 1982. Er begründete Eddings Ruf als einer der erfolgreichsten und beliebtesten Fantasy-Autoren der 80er und 90er Jahre. Gefühlt gab es Anfang der 90er Jahre, als das vorliegende Buch unter dem Titel Kind der Prophezeiung aufgelegt wurde, keinen Fantasy-Leser in meinem Umfeld, der es nicht verschlungen hatte.

Ich freue mich sehr, dass Band 1 jetzt unter dem Titel Die Gefährten erneut aufgelegt wurde. Denn für mich war die Belgariad nicht nur eine Einstiegsdroge in die schillernde Welt der epischen High Fantasy, sondern ich habe sie auch als eine der richtungsweisenden Reihen dieses Genres in Erinnerung, die mir beim Lesen extrem viel Spaß gemacht hat.

Worum es geht:

Wie ein einfacher Bauernsohn wächst der junge Garion auf einer Farm mitten im Nirgendwo auf – stets behütet von seiner wachsamen Tante Pol. Schnell wird – zumindest dem Leser – klar, dass hinter „Tante Pol“ mehr steckt, als es den Anschein hat. Ebenso wie hinter dem großväterlichen Geschichtenerzähler, der in regelmäßigen Abständen auf das Gehöft kommt und der Garion ebenso oft in Schwierigkeiten zu bringen scheint wie er ihn aus unangenehmen Situationen rettet.

Als ein geheimnisvolles Artefakt gestohlen wird und ein uralter Konflikt zwischen verfeindeten Nationen und Religionen wieder aufzuschwellen droht, zwingt Tante Pol Garion, mit ihr, dem Geschichtenerzähler und einem treuen Schmied über Nacht aus ihrem Zuhause zu fliehen. Ohne richtig zu verstehen, was um sich herum vor sich geht und ohne dass seine Beschützer bereit sind, ihm mehr als das allernötigste zu erzählen, befindet sich der Halbwüchsige in einem undurchsichtigen, hektischen Abenteuer, in dem er vor sinistren Magiern fliehen muss und sich bald in der Gesellschaft von Spionen, Zauberern, Sehern und Königen wiederfindet.

Meine Meinung:

In Die Gefährten mag noch nicht absehbar sein, wie episch David Eddings fünfbändige High Fantasy-Saga tatsächlich wird. Sie führt aber auf eine unheimlich charmante Art und Weise den Leser in eine detailreich ausgearbeitete Welt ein. Gefährten finden sich zusammen, um gemeinsam den Sieg des absolut Bösen aufzuhalten. Dabei bereisen sie unterschiedliche Schauplätze und werden auf die Probe gestellt. Das Muster, nach dem Eddings seinen Fantasy-Zyklus entworfen hat, mag generisch klingen, das tut dem Lesespaß jedoch gewiss keinen Abbruch.

Tolkien-Puristen haben oft bemängelt, dass die Belgariad im Vergleich zum Herr der Ringe weniger ambitioniert ist. Das mag auch stimmen. Eddings ist ein oberflächlicherer Weltenschöpfer als Tolkien, aber das gilt eigentlich ebenfalls für fast alle anderen Fantasy-Schriftsteller. Zudem halte ich dagegen, dass der Amerikaner der kurzweiligere Erzähler ist. Seine Figuren mögen Archetypen nachempfunden sein. Aber Eddings gibt ihnen innerhalb von wenigen Sätzen so viel Profil, dass das gar nicht so schlimm ist. Seine Dialoge sind amüsant zu lesen, vor allem die spitze Zunge von Tante Pol macht richtig Spaß. Überhaupt ist Pol eine großartige Frau, die eine wichtige Rolle im Plot einnimmt und eine wunderbar starke Heldin in der Phantastik ist, die einem im Gedächtnis bleibt.

Was mir ebenfalls sehr an dem Zyklus gefällt ist, dass er weniger düster und grimmig ist, als das seit George R. R. Martin in Mode ist.

Kurzum: Wenn man das Buch im Kontext seiner Entstehungszeit betrachtet, macht es wahnsinnig viel Spaß. Auch jetzt noch – Jahre, nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe. Manchmal hat man ja Angst, dass die Realität der Erinnerung nicht standhalten kann. Nicht so hier. Die Gefährten hab ich praktisch in einem Rutsch gelesen, weil es ein Buch ist, das man aufgrund der tollen Dynamik seiner Figuren nur schwer zur Seite legen kann.

Zauberhafte Landstriche und Orte, faszinierende Figuren, eine spannende Handlung mit vielen augenzwinkernden Intermezzi – das ist extrem unterhaltsames Fantasy-Garn, an dem vor allem Genre-Einsteiger ihre wahre Freude haben. Ich bleibe also auch nach dem ReRead von Band 1 dabei:

David Eddings Belgariad-Saga zählt zu Recht zu den Klassikern der modernen Fantasy.

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