Darkstars Fantasy News


8. April 2011

Acht Fragen zu „Sturm im Elfenland“
Kurzinterview mit Susanne Gerdom aka Frances G. Hill

Category: Interviews – Darkstar – 21:37

Sturm im ElfenlandVor kurzem ist bei der Ars Edition der Jugendfantasy-Roman „Sturm im Elfenland“ von Frances G. Hill erschienen. Hinter diesem Pseudonym steckt, wie einige Blogleser ja bereits wissen, die deutsche Phantastik-Autorin Susanne Gerdom, die sich damit auf jenen Autorennamen besinnt, unter dem sie ihren ersten Roman veröffentlicht hat.

Ich mag Susannes Romane sehr gern – von Ellorans Traum angefangen, über Die Seele der Elben bis hin zu Der Nebelkönig (meine Rezi: hier!). Und da ich zudem Elfen-Fan bin, war ich auf Sturm im Elfenland doppelt neugierig. Ich konnte es mir also nicht verkneifen, Susanne einige Fragen zu stellen.

Im nachfolgenden Kurzinterview verrät Susanne Gerdom, warum sie gerne Bücher (auch) für 13jährige schreibt, worum es in „Sturm im Elfenland“ eigentlich geht und wer in diesem Buch die Hauptfiguren sind – und ob sie tatsächlich nie-nie-nie-wieder über Elben und Elfen schreiben wird …

Acht Fragen zu „Sturm im Elfenland“
Kurzinterview mit Susanne Gerdom aka Frances G. Hill

Liebe Susanne, in meinem Interview mit Dir im vergangenen Jahr hast du behauptet, du seist katastrophal schlecht darin, den Inhalt deiner Bücher in nur wenigen Sätzen zusammenzufassen.
Deshalb formuliere ich meine Frage mal so: Welche Schlagworte vermitteln Deiner Meinung nach die Atmosphäre, die deinen neuen Roman „Sturm im Elfenland“ ausmacht?

Lieber Christian, netter Versuch. ;-)

Die Geschichte von „Sturm im Elfenland“ wird durch ein Verbot in Gang gesetzt: Dem Elfenvolk wird verboten, Magie auszuüben. (Das ist ungefähr so, als würde man einem Fisch das Schwimmen verbieten). Daraus entwickelt sich ein „politischer“ Konflikt, in den ein paar junge Elfen verwickelt werden, die sich mit eben dieser verbotenen Kunst eben doch beschäftigen. (Und, wie es sich herausstellt, ist das auch gut so.)

Darüber hinaus gibt es eine winzig kleine Liebesgeschichte, die aber nicht die Handlung trägt.

Und es kommen Zwerge vor. ;-)

Nach „Die Seele der Elben“ wolltest du nie wieder ein Elfen und Elben schreiben. Was hat Dich dann doch bewogen „Sturm im Elfenland“ zu Papier zu bringen?

Ich konnte meiner netten Lektorin, Ulrike Hübner, einfach keine Bitte abschlagen. Sie hat sich ein Elfenbuch gewünscht – und ich hab gesagt, ich schau mal, ob mir was einfällt (und falls nicht, kriegst du eben was anderes.) Nun ist mir aber was eingefallen. (Aber jetzt schreibe ich NIE wieder über Elfen oder Elben. Großes Ehrenwort. LOL)

[Anmerkung Darkstar: Ich verweise mal auf Susannes Antwort auf meine letzte Frage … *zwinker*]

Hat dich das Schreiben diesmal auf eine Art und Weise gefordert, wie das zuvor noch nicht der Fall war?

Ja, in mehrfacher Hinsicht. Es ist mein erstes „echtes“ Jugendbuch (der „Nebelkönig“ als All Age-Buch zählt nicht, ich hab dabei nicht daran gedacht, für ein jüngeres Publikum zu schreiben.) Genau das habe ich dieses Mal aber immer im Hinterkopf gehabt – und auf seltsame Weise als erstaunlich befreiend empfunden. Was mir wieder mal beweist, dass meine Phantasie auf dem Stand einer Dreizehnjährigen funktioniert. (Und das meine ich keinesfalls negativ!)

Es war spannend für mich, ein Buch zu schreiben, das nicht nur für 12 bis 16jährige funktioniert, sondern auch Erwachsenen Spaß macht. Deshalb habe ich einen „Seitenstrang“ der Geschichte mitlaufen lassen, der aus Erwachsenensicht erzählt wird. Ich war unsicher, ob das funktioniert, aber anscheinend tut es das.
Dann habe ich zum ersten Mal einen Plot vorher mit dem Lektorat zusammen entwickelt. (Und mich danach, wie immer, nur teilweise dran gehalten. Das hab ich einfach nicht unter Kontrolle.)

Und dieses Manuskript ist dann extrem gründlich lektoriert worden. Ulli Hübner ist pingelig – das war genial. Sie hat mir keine kleine Unlogik, kein nur halb durchdachtes Konstrukt durchgehen lassen. Wir haben beide bei der Redaktion Blut und Wasser geschwitzt (und ich hab ihr fürs nächste Buch etwas versprechen müssen), aber die Arbeit hat sich wirklich gelohnt. „Sturm im Elfenland“ ist meines Erachtens das „rundeste“ Buch, das ich bisher an die Leser geliefert habe.

Verrätst du uns ein wenig über die Hauptfiguren des Buches?

Da ist Ivaylo, der elternlose, zornige Jungelf, der sich von der Welt verraten und verkauft fühlt. Dann ist da Alana, behütete „höhere“ Tochter, die vom Kind zur jungen Frau wird. (Sie hat mich am meisten überrascht – sie fängt wirklich kindlich an und entwickelt dann erstaunlichen Biss.)

Und dann gibt es noch Munir, den Zauberer des Königs, der vor allen eins ist: Loyal – wenn es sein muss, bis zur Selbstaufgabe.

Und welchen Nebencharakter sollten wir genau im Auge behalten – und warum?

Grins. Ich sage nur eins: Es kommen Zwerge vor. (Wer „Elbenzorn“ gelesen hat, weiß, was ich damit meine …)

Inwiefern unterscheidet sich das Buch von deinen bisherigen Romanen – falls es das tut?

Es ist ein Jugendbuch. Der Balanceakt, was da geht und was nicht, ist interessant. (Es geht mehr, als man denkt. *g*)

Ich mag die Figuren in diesem Buch. Sie sind weniger extrem, „normaler“ als ich sonst Figuren konstruiere, aber sie entwickeln sich dafür jeder auf seine Weise ganz erstaunlich. Aber ich denke, das ist es, was ein Jugendbuch auch trägt. Die LeserInnen sind in einer Phase der Entwicklung und des Erwachsenwerdens mit allem, was daran schön und schwer ist. Das spiegelt sich eben auch in diesem Buch.

Wie würdest du jemandem, der noch keinen deiner Romane gelesen hat, beschreiben, worum es in deinen Büchern geht?

Oha. Das fällt unter „Erzähl doch mal, wovon das Buch handelt.“ ;-)

Ich denke, wenn ich versuchen würde, einen gemeinsamen Nenner für die doch recht verschiedenen Buchprojekte zu finden, dann liegt der vielleicht hier: Ein Protagonist, der eher Außenseiter als strahlender Held ist, Figuren mit Macken (seelisch und/oder körperlich), die Frage der Identität und die Frage, ob das, was man für die Wirklichkeit hält, so auch für andere gilt …

Es geht viel um das Finden/Erkennen des eigenen Wegs, des eigenen Wesens. Ich arbeite oft mit Entwicklungsgeschichten. (Deshalb auch oft mit jungen Protagonisten, die ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden haben.)

Aber möglicherweise würde dir jemand, der meine Bücher gelesen hat, etwas völlig anderes darauf antworten. ;-)

Ein kleiner Ausblick in die Zukunft: Du wirst für die ARS Edition noch einen weiteren Roman schreiben. Besteht – trotz deines Vorhabens, die Elfen künftig zu ignorieren, die Chance, dass du der Welt und / oder den Charakteren, die du für „Sturm im Elfenland“ geschaffen hast, irgendwann doch noch mal einen Besuch abstattest?

Ja. Uneingeschränkt ja. Es wird nach einer Fortsetzung gerufen (was nicht angelegt ist und deshalb auch nicht auf der Hand liegt), aber das „Personal“ des Buches gibt sicherlich noch Stoff für ein weiteres Buch her. Darüber haben wir aber noch nicht konkret gesprochen – die Rückmeldungen zum Buch kommen ja jetzt erst rein, und das ist schon ein entscheidender Faktor.

Im Augenblick schreibe ich wieder für ARS, aber SCD. ;-) Etwas ganz anderes. Orientsetting, 1001-Nacht-Feeling, Peris und Dämonen, Flaschengeister und fliegende Teppiche, ein verwunschener Prinz, Hofzauberer und Eunuchen … es macht mächtig Spaß!

Vielen Dank!

Zu „Sturm im Elfenland“ gibt’s einen wunderbaren Buchtrailer, und zwar u. a. hier!

Susanne Gerdoms Website findet ihr hier!

Das Buch bei Amazon bestellen: hier!

Und wenn ihr neugierig geworden seit:

Mein Interview mit Susanne Gerdom: hier!

Meine Rezension zu „Der Nebelkönig“: hier!

Susanne Gerdoms Schreibpläne für 2011: hier!

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3 Comments »

  1. Vielen Dank für das tolle Interview! :)
    Und ich bin ja sooo froh, dass es wenigstens etwas Hoffnung für ein weiteres Elfen/Elben-Buch gibt. Die haben es ja wirklich schwer, wenn ich da an den armen Olkodan denke… Es dürfen auch ruhig Zwerge vorkommen. ;)
    Auf Munir bin ich nun ja sehr neugierig, dabei weiß ich gar nicht so recht warum. Vielleicht hat mich da die Tragik gleich wieder erwischt, ich bin aber auch ein leichtes Opfer!

    Comment by Seychella — 10. April 2011 @ 20:07

  2. @Seychella: Jepp! Elfen & Elben an die Macht!

    Comment by Darkstar — 11. April 2011 @ 20:53

  3. […] neue fantastische Roman der Autorin von “Sturm im Elfenland” entführt in eine Welt in der die Götter über das Schicksal der Menschen bestimmen […]

    Pingback by Darkstars Fantasy News » “Drachenhaut” von Frances G. Hill | News & Interviews aus der wunderbaren Welt der Fantasy - ein Fantasy Blog — 28. Juli 2012 @ 07:01

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