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26. Februar 2017

Katharina Seck: Die silberne Königin

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 14:46

Die silberne KöniginDer Schnee lag wie eine erstickende Decke über dem Land, in dem es nur den Winter gab. (Seite 17)

Seit vielen Generationen hält ein bitterer Winter die Stadt Silberglanz in seinen Klauen gefangen. Die Straßen sind von Schnee und Frost überzogen, das Königsschloss selbst besteht sogar aus Eis. Von diesem kalten Herrschersitz aus regiert der ebenso schöne wie hartherzige König Casper.

Als die Kälte immer graußamer wird, beschließt Madame Weltfremd, die Besitzerin einer Chocolaterie etwas zu tun. Sie erzählt ihrer jungen Gehilfin Emma ein geheimnisvolles Märchen: die Geschichte der silbernen Königin.

Eine Geschichte, die mehr ist als ein Märchen. Denn darin versteckt findet sich der Schlüssel, wie die Macht des Winters gebrochen werden kann – und über Emmas Bestimmung …

Wintermärchen

Auf Katharina Secks „Die silberne Königin“ war ich sehr neugierig, da es diverse Themen abdeckt, dich ich sehr, sehr mag:

  1. Es ist ein Winterbuch – das heißt: Schnee und Eis spielen in der Geschichte eine große Rolle
  2. Es ist märchenhaft – auch wenn Katharina Seck keine Märchenvorlage adaptiert, wirken Stil und Story so und Märchen und Geschichten spielen im Buch eine große Rolle
  3. Im Mittelpunkt steht eine mutige Heldin.

Das sind alles Dinge, auf die ich gehofft, und die ich auch bekommen habe.

Es ist sicher nicht leicht, über weite Strecken hinweg die Winteratmosphäre so zu beschreiben, dass das abwechslungsreich wirkt, aber dennoch greifbar. Katharina Seck gelingt dies sehr gut. Ihr poetischer Schreibstil versetzt den Leser direkt nach Silberglanz, in die Stadt aus Schnee und Eis.

Emma selbst ist ein sehr sympathischer Charakter, eine starke junge Frau, die die Zähne zusammen beisst und weiter macht, auch dann, wenn es kaum Hoffnung gibt. Die Nebenfiguren sind ebenfalls spannend gelungen und schön in die märchenhafte Geschichte eingebettet. Besonders bemerkenswert fand ich vor allem Emmas problematisches Verhältnis zu ihrem Vater. So etwas liest man nicht allzu oft in diesem Genre und das entschädigt ein bisschen dafür, dass ein paar andere Figuren (wie etwa Ophelia) leider ein bisschen kurz kommen.

Als sehr angenehm empfinde ich, dass es sich beim Buch um einen Einzelband handelt und die Geschichte damit in sich abgeschlossen ist.

Da ist es auch nicht so schlimm, dass „Die silberne Königin“ zu Beginn der zweiten Hälfte etwas an Tempo verliert. Ich mag nicht zu viel spoilern, deshalb vielleicht nur soviel: Ab hier entwickelt sich eine Liebesgeschichte, mit der ich nach Lesen der ersten Hälfte nicht (mehr) gerechnet hatte – und die polarisieren wird. Wie es sich für einen Märchenroman gehört, gibt’s natürlich auch ein Happy End.

Wer märchenhafte Fantasy mag und eine winterliche Atmosphäre kommt hier auf seine Kosten.

Das Buch gibt’s als Print und als ebook.

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