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19. Januar 2013

Interview mit Andreas Suchanek zu “Heliosphere 2265”

Category: Interviews – Darkstar – 19:30

Heliosphere 2265 - Band 1Weltraumschlachten, korrupte Politiker, Doppelagenten, eine feindliche Alienrasse und ein gefährliches Geheimnis: Seit November letzten Jahres erscheint im Monatsrhythmus die ambitionierte Science Fiction-Serie “Heliosphere 2265“. Kreativer Kopf hinter der Weltraum-Saga, in deren Mittelpunkt eine bunt zusammengewürfelte Raumschiffcrew steht, die in weitreichende politische Intrigen verwickelt wird und dadurch in Lebensgefahr gerät, ist Andreas Suchanek.

Andreas habe ich vor einigen Jahren als Rezensions-Kollegen kennengelernt, mittlerweile schreibt er für diverse Heftromanserien (“Maddrax”, “Sternenfaust” und “Professor Zamorra”). Ein “Heliosphere 2265”-Roman umfasst ca. 128 Seiten und kostet 2,49€ als ebook. Vor kurzem ist der dritte Band erschienen. Zu seiner Fortsetzungssaga im Weltall steht er jetzt im Interview ausführlich Rede und Antwort:

Worum geht es in “Heliosphere 2265” und an wen richtet sich Deine Heftroman-Serie in erster Linie?

Die Serie richtet sich an alle Science-Fiction-begeisterten, denen Serien wie „Honor Harrington“, „Star Trek“ und „Sternenfaust“ gefallen. Im Mittelpunkt steht eine Crew, die an Bord eines neuartigen Raumers, die HYPERION, ihre Abenteuer erlebt. Dabei definieren auch politische Strukturen und Intrigen, Verrat und Geheimnisse die Handlung.

Inwiefern unterscheidet sie sich von anderen Science Fiction-Serien wie etwa “Star Trek” und welche Gemeinsamkeiten gibt es?

Unterschiede und Differenzen zu einem aus Kosmos, der aus fünf Serien besteht zu ziehen, ist immer schwierig. Atmosphärisch hat die Serie hoffentlich einen Touch der Star Trek-Atmosphäre. Was Technik und Crew angeht, gibt es jedoch starke Unterschiede. So ist die Raumfahrt bei „Heliosphere 2265“ eher technischer und realer angelegt (wie bei „Honor Harrington“ oder der Anfangszeit von „Sternenfaust“). Aber da bildet sich am besten jeder Leser selbst eine Meinung.

Verrätst Du uns etwas über die Crew der Hyperion?

Die Crew besteht aus einer Reihe bunt schillernder Persönlichkeiten, die allesamt eine bewegte Vergangenheit haben. Nach und nach wird sich bei einigen herausstellen, dass sie völlig anders sind, als der Leser es zu Beginn erwartet. Zudem wird sich im frühen Verlauf der Handlung herausstellen, warum genau diese Personen als Crew zusammengestellt wurden, denn sie haben (fast) alle eine spezifische Gemeinsamkeit.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, eine eigene Heftromanserie auf die Beine zu stellen?

Das schwirrte mir schon einige Zeit im Kopf herum. Ich hab da mit verschiedenen Genres geliebäugelt (Fantasy, Steampunk, u.a.). Aber als Sternenfaust eingestellt wurde, hat es sich angeboten, eine Serie zu erschaffen, die jene Fans fesseln kann. Es wird sich noch herausstellen, ob mir das gelungen ist.

Und weshalb Heftromane? Warum nicht z. B. einen Roman?

 Heliosphere 2265 - Band 2Ist „Heliosphere 2265“ denn eine Heftromanserie? Das ist an dieser Stelle natürlich immer die Frage. Ich bezeichne die Bände auch gerne als Mini-Book, denn wir sprechen hier ja von elektronischen Büchern. Da verschwimmt die Definition. Wenn wir aber bei „Heftroman“ bleiben, dann ist das für mich einfach die logische Wahl gewesen. Ich arbeite gerne mit Cliffhangern und fortlaufender Handlung.

Wenn eine Reihe zwei- oder dreimal im Jahr erscheint, dann stört das recht schnell. Bei monatlicher Erscheinungsweise geht das gerade noch. Ich wollte quasi lieber eine Serie machen und keinen Film.

Ist die Serie auf eine bestimmte Anzahl von Heften festgelegt und gibt es einen Storyarc, der die ganze Serie umspannen wird?

Die Serie kann von meiner Warte aus gerne endlos weiterlaufen, das würde mich sehr freuen. Der Erfolg wird über die Zukunft entscheiden – und da sieht es bisher gut aus.

Die Serie ist an sich ein einziger großer Storyarc. Ich möchte knackige, peppige, Kurzzyklen. Wenn man die große Dachhandlung heranzieht, dann bilden wohl die ersten zwölf Romane einen Zyklus.

Da ich allerdings bereits mit den Bänden drei / vier zahlreiche Fragen beantworte und Band sechs einen weiteren Umbruch bringt (inklusiver weiterer Antworten auf bisher gestellte Fragen), ist es schwer eine definitive Grenze zu ziehen.
Aber ich denke nach dem vierten Roman wissen die Leser, was sie von der Serie zu erwarten haben, wohin es geht und wie der Zyklus konzipiert ist.

Heftromanserien, die am Kiosk erscheinen, werden in der Regel von Autorenteams geschrieben. Hast Du vor, “Heliosphere 2265” komplett allein zu schreiben oder werden auch andere Autoren dazu stoßen?

Es würde mich sogar sehr freuen, ein kleines tatkräftiges Autorenteam aufzubauen und „Heliosphere 2265“ als Team-Serie weiterzuschreiben. Das ist ganz klar vom Erfolg abhängig. Angefangen beim Websiten-redesign, dem Teamaufbau, einem kürzeren Erscheinungsintervall bis zum Druck der Bücher für den Buchhandel (also weg von CreateSpace) ist alles vom Erfolg abhängig.
Interessant wird auch sein, wer auf lange Sicht bei der Serie bleibt. Aktuell zeichnet sich ab, dass fast alle Leser des ersten Romans auch beim zweiten an Bord geblieben sind – was mich als Autor natürlich sehr freut! Nun muss sich erweisen, ob die Leser dauerhaft Interesse an der Serie zeigen. Dann kann ich weiter planen.

Hand auf’s Herz: Wie stressig ist so ein Projekt? Und wie läuft die Arbeit an der Heftromanserie ab?

Gerade die Anfangszeit war sehr stressig, da die Serie vor ihrem Erscheinen finanziell noch nichts einspielte. Alle anderen Projekte müssen also in gleicher Intensität weiterlaufen. Da rauft man sich schon manchmal die Haare. Da ich mittlerweile als Autor bei Serien wie „Maddrax“ und „Professor Zamorra“ einsteigen konnte und „Heliosphere 2265“ gut anläuft, kann ich die Arbeit als Webdesigner zurückschrauben und mir damit wieder etwas Luft verschaffen.

Die Entstehung eines Romans ist immer gleich. Auf der Grundlage des Zyklenexposés entwerfe ich ein Einzelexposé. Auf dessen Basis schreibe ich den Roman, der dann an das Lektorat geht. Sobald dessen Feedback eingebaut ist, geht er an den technischen Redakteur (Jonas Hoffmann). Sind dessen Anmerkungen umgesetzt, geht er zu den Testlesern. Im nächsten Schritt erstelle ich das E-Book, optimiere Grafiken, passe ein und veröffentliche schließlich. Dann geht’s an die Werbung.

Wieviel Rechercheaufwand betreibst Du und wie sieht der aus?

Für „Heliosphere 2265“ habe ich meine technischen Spezifikationen und recherchiere ansonsten nur Planeten / Sterne. Hier will ich mich ja an der Realität (soweit das möglich ist) orientieren. Bei Serien wie „Maddrax“ oder „Zamorra“ kann es auch schon mal sein, dass ich alte Romane lese und die eine oder andere Stunde Exposés durchforste.

Warum tut sich die Science Fiction derzeit in Deutschland so schwer?

 Heliosphere 2265 - Band 3So pauschal kann man das glaube ich nicht sagen. Bastei veröffentlicht noch immer mit großem Erfolg „Honor Harrington“, Cross Cult ist mit „Star Trek“ aktiv und „Perry Rhodan“ erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Serien mit fesselnden Charakteren und spannenden Abenteuern laufen noch immer ausgezeichnet. Ich glaube gerade in der Science-Fiction haben Serien, die den Leser auf lange Sicht fesseln können, die durch eine Mischung aus spanenden Charakter- und Action-Storys und Twists zu überzeugen verstehen, noch immer gute Chancen haben, sich zu etablieren.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Mit viel Durchhaltevermögen und verdammt dicker Hornhaut. Animiert vom lesen diverser Heftromanserien, habe ich selbst angefangen zu schreiben. Den Anfang machte „Das Erbe der Macht“, eine Mystery-Serie, die ich mit 16 schrieb. Daraufhin kam das erste Buchmanuskript zustande, für das es natürlich Absagen hagelte. Ich versuchte es weiter, nahm an Ausschreibungen teil, las Schreibratgeber, schrieb, schrieb und schrieb. Und irgendwann, als ich mich bei Thomas Höhl (ehemaliger Chefredakteur von Sternenfaust) um einen Roman bewarb, kam eine Mail in der stand „leg los“. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Was ist Dir persönlich wichtiger: Worldbuilding oder Charakterdevelopment?

Das Eine geht einfach nicht ohne das Andere. Wie fanatisch verfolgten ca. 16 Millionen Menschen die Serie „Lost“. Ausgezeichnet ausgearbeitete Charaktere und Geheimnisse, die sich durch die gesamte Serie zogen. Leider hatte man am Ende (ich formuliere das jetzt mal ganz diplomatisch) doch sehr stark das Gefühl, dass es der Auflösung an Substanz mangelte. Top Charaktere, fantastischer Spannungsaufbau, aber am Ende fehlte (meiner absolut subjektiven Meinung nach) etwas.

Es muss beides sein. Ich gehe meist so vor, dass ich die Welt solide ausarbeite, dann die Charaktere in der ersten Schicht entwerfe und im nächsten Schritt die Haupthandlung definiere. Dann verflechte ich die zweite Schicht der Charaktere mit dieser Haupthandlung. Und so entsteht eine dichte Geschichte, in der jeder Charakter auch wirklich eine Funktion einnimmt und nicht nur mitgeschleift wird.
Bombarda Maxima: Tiefschichtige Charaktere, dichte Handlung und vor allem – Twists!

Wenn Du mit einem Mitglied der Hyperion-Crew einen Kaffee trinken gehen könntest – für wen würdest Du Dich entscheiden und warum?

Da gibt es in der Tat einen Charakter, den ich besonders mag. Ich war ein sehr großer Fan der Serie „Veronica Mars“. Darin geht es um eine taffe Juniordetektivin, die im fiktiven Städtchen Neptune, den Tod an ihrer Freundinnen aufklärt. Quasi eine Nancy Drew. Sie war mein Vorbild für einen Charakter. Das wäre eine schöne Kaffeestunde. Ich sage mal nicht mehr dazu, denn da der Verräter noch nicht enthüllt wurde, kann es ja jeden treffen.

Wo bekommt man “Heliosphere 2265” eigentlich überall und gibt es so was wie Abo-Möglichkeiten?

Aktuell gibt es die E-Books bei Amazon und beam eBooks. Die Taschenbücher gibt es nur bei Amazon. In naher Zukunft sollen hier jedoch viele Anbieter hinzukommen.

Verrätst du uns zum Abschluss noch etwas über die kommenden Romane?

Ich lasse mal ein paar Andeutungen fallen. – Also Achtung, Spoiler!

Nachdem die ersten beiden Romane zahlreiche Fragen aufgeworfen und Charaktere vorgestellt haben, werden die nächsten Geschichten mit den ersten Antworten aufwarten. Das Parlidengeheimnis wird gelüftet, es wird eine große Raumschlacht geben, der Verräter wird enttarnt und eine weitere Enthüllung leitet große Umwälzungen ein.

Vielen Dank!

Zur Website von “Heliosphere 2265” geht’s hier!

Band 1 bei Amazon bestellen: hier!

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1 Kommentar »

  1. […] von euch wissen, dass ich als Lektor für die ebook-Heftromanserie “Heliosphere 2265” von Andreas Suchanek arbeite. (Eine Serie übrigens, die ich den SciFi-Fans von euch […]

    Pingback by Darkstars Fantasy News » Neue ebook-Serie: EON - Das letzte Zeitalter | News & Interviews aus der wunderbaren Welt der Fantasy - ein Fantasy Blog — 29. September 2013 @ 15:03

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