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19. November 2013

Die Tribute von Panem (2) Catching Fire

Category: Filme/Serien,Rezensionen – Darkstar – 07:00

Hunger Games PlakatAm kommenden Donnerstag, dem 21. November 2013 ist es endlich soweit: „Catching Fire“, der zweite Teil der „Tribute von Panem“-Saga, kommt in die Kinos. Ich hab ihn bereits sehen können und kann versprechen: Die Fortsetzung ist richtig gut! Wer den ersten Teil mochte, wird auch den zweiten lieben:

Eigentlich hat Katniss Everdeen geglaubt, den schrecklichsten Teil ihres Lebens bereits hinter sich zu haben. Sie und Peetah haben die Hunger-Spiele überlebt. Doch ein gutes halbes Jahr nach ihrem tragischen Sieg ist der Alptraum für sie noch nicht vorbei. Obwohl sie und ihre Familie nun in Wohlstand lebt, quälen Katniss noch immer die blutigen Bilder aus der Arena. Wer den Kampf allerdings ebenfalls nicht vergessen kann, ist ihr gefährlichster Gegner: der Präsident des Capitols.

Er spürt die Gefahr, die von ihrem rebellischem Akt ausgeht. Katniss droht, zur Gallionsfigur einer Rebellion zu werden. Um das zu verhindern, muss sie von der Bildfläche verschwinden. Dazu greift Präsident Snow zu einer perfiden List. Er lässt die Teilnehmer der 75. Hungerspiele aus jenen auslosen, die die Spiele bereits einmal gewonnen haben und sich deshalb sicher wähnten. Und da Distrikt 12 in seiner ganzen Geschichte nur eine einzige weibliche Siegerin hatte, ist klar, dass auch Katniss wieder in die Arena muss. Doch diesmal ist alles anders.

Nachvollziehbare Handlung – packende Story

Als ich den ersten Teil im Kino gesehen habe, kannte ich die Bücher noch nicht. Inzwischen habe ich alle drei Bände gelesen (bzw. gehört). Aufgrund dieser Tatsache und weil mir der erste Teil so unglaublich gut gefallen hat, waren meine Erwartungen an den zweiten Film sehr hoch. Und sie wurden nicht enttäuscht!

Im Vorfeld habe ich mich natürlich gefragt, wie es der Autorin Suzanne Collins glaubhaft gelingen soll, Katniss noch einmal in eine Arena zu schicken. Die Antwort, die sie gefunden hat, ist so simpel wie überzeugend. Bevor es allerdings so weit ist, nimmt sich der Film viel Zeit, zunächst die Konsequenzen von Katniss‘ überraschender Tat am Ende der letzten Hungerspiele zu beleuchten. Wir bekommen nicht nur weitere Einblicke in die perverse Lebensart der Capitol-Bewohner, sondern beobachten, wie sich in den Distrikten der Unmut gegen die diktatorische Regierung vergrößert. Es gehrt in Panem, und es ist klar, dass etwas geschehen muss.

„Vergiss nicht, wer der wahre Feind ist

Catching Fire - Finnick & KatnissIm Capitol sehen sich Katniss und Peetah dann vor ganz andere Herausforderungen gestellt. Sie müssen unter ihren Konkurrenten in den Hunger-Spielen Verbündete finden, wenn sie überleben wollen. So begegnen sie im Trainingscamp zweiundzwanzig äußerst fähigen Killern aus sämtlichen Alterschichten, die sich sowohl als Feind als auch als Freund entpuppen könnten. Dass Katniss ohnehin ein Problem damit hat, zu anderen Vertrauen zu fassen, hilft in dieser Situation nicht gerade.

Im zweiten Teil von „Catching Fire“ geht es dann erneut in eine Arena (und was für eine – im Trailer werfen wir ja bereits einen Blick auf sie). Die Handlung ist von da an von einem dramatischen Kampf um Leben und Tod geprägt. Dabei entwirft der Film ein überraschendes Szenario, dass an Spannung dem des ersten Teils in nichts nach steht. (Übrigens: Wer bis dato die Bücher noch nicht gelesen hat und überlegt, das noch schnell nachzuholen, ehe er ins Kino marschiert – ich würde euch empfehlen: lasst es. Guckt erst den Film, lest dann das Buch. Die Verfilmung bleibt sehr dicht am Original und ich finde, es lohnt sich in diesem Fall, so herum vorzugehen).

Cast & Crew überzeugen

Insgesamt ist „Catching Fire“ ein sehr bewegender, dramatischer Film, in dem sich actionreiche Momente und nachdenklich stimmenden Charakterzeichnungen vermischen. Die Hauptfiguren Katniss und Peetah werden erneut von einer großartigen Jennifer Lawrence und einem überzeugenden Josh Hutcherson verkörpert.

Hunger Games 2 - Peetah, Effie und KatnissBesonders berührt hat mich diesmal Elizabeth Banks als Effie Trinkett, im ersten Teil noch eher eine skurrile Nebenrolle. Diesmal macht Banks die Wandlung ihrer Figur durch Blicke und Gesten greifbar, die beweißen, dass auch Effie Trinkett ein Herz besitzt. Zum Hauptcast hinzu stößt zudem Sam Clafin (Fluch der Karibik 4, Snow White & the Huntsman), der überzeugend das Tribut Finnick Odair spielt, hinter dessen oberflächlichem Wesen mehr steckt, als er zunächst zeigt. Abgesehen davon ist es Regisseur Francis Lawrence gelungen, clever eine Szene zwischen Finnick und Peetah so zu filmen, die das Herz der Slash-Shipper sicher höher schlagen lassen wird.

Vielleicht auch ein Wort zu Francis Lawrence. Dieser hat im zweiten Teil den Regiestuhl von Gary Ross übernommen. Zu Lawrence‘ bekanntesten Regiearbeiten zählen Constantine, Wasser für die Elefanten und I Am Legend – und so ist es wohl nicht verwunderlich, dass es ihm gelingt, die actionreiche Vorlage stimmig auf der großen Leinwand zu inszenieren.

Keine Wackelkamera, kein 3D – Danke!

Catching Fire - Katniss und PrimWas er den Zuschauern diesmal erspart hat, ist die unruhige Wackelkamera – Gott sei Dank! Was es ebenfalls nicht gibt, ist eine 3D-Version. Ich bin froh darüber, denn das hat der Film gar nicht nötig und so unterstreicht „Catching Fire“, dass es dieses Gimmik nicht braucht, um einen packenden, visuell ansprechenden Streifen zu zaubern.

Gedreht wurden die Szenen in der tropischen Arena übrigens in Hawaii, was eine aufregende, malerische Kulisse bietet – und damit tolle Bilder.

Ein Wort noch zur Altersfreigabe

Der Film startet mit FSK 12 im Kino. Und wie ein Freund von mir neulich feststellte: „Ein Film, in dem Kinder Kinder töten, sollte nicht mit einer FSK 12 an den Start gehen“. Damit hat er leider recht. Zwar sind die Tribute diesmal allesamt älter als im ersten Teil. Aber es  wird auch diesmal wieder brutal und blutig. Lang andauernde Gemetzel-Szenen erspart man uns zwar komplett, aber die Handlung ist natürlich kein Zuckerschlecken. Ein von Peitschenhieben aufgeplatzer Rücken mit tiefen blutigen Einschnitten ist da noch eine der harmloseren Szenen. Auch wenn dadurch die Handlung hier realisitischer, der Schrecken greifbarer wird und im Fernsehen im Abendprogramm teilweise schlimmere Szenen laufen, sollte das nicht unerwähnt bleiben.

Dramatisch & Emotional

Hunger Games - Katniss’ Auftritt vor dem CapitolDavon abgesehen: Über zwei Stunden dauert der Film (die offizielle Laufzeit liegt bei 146 Minuten), und für mich war fast der ganze Streifen ein einziger Adrenalinrausch! Zeit zum Luftholen bleibt selten. Ob bei Katniss‘ und Peetahs Tour der Sieger, bei den Szenen mit ihrer Familie, bei den verzweifelten Apellen der Tribute, die Spiele vor ihrem Beginn zu stürzen, bei Szenen im Mikrokosmos, wenn Katniss und Peetah und Hamisch und Effie miteinander agieren oder aber bei diversen Momenten in der Arena: Die gut gespielte und gut inszenierte Handlung geht an die Nieren und hat dafür gesorgt, dass ich die Hälfte der Zeit Tränen in den Augen stehen hatte.

Unbedingt ins Kino gehen!

Ein paar kleine Details, die ich mir etwas anders gewünscht hätte, gibt es zwar (eine weitere intensive Szene von Peetah und Katniss in der Arena wäre schön gewesen), aber das ist Jammern auf hohem Nineau und zudem bin ich noch so geflashed von dem Film, dass mich das wirklich nichst stört. Dieser zweite Teil ist eine dramatische, emotionale Fortsetzung, die die hohen Erwartungen, die der erste Teil geweckt hat, durchaus erfüllt. Der dritte (und vierte) Teil wird mit Spannung erwartet!

Die Tribute der 75. Hungerspiele

Fotos (c) Studiocanal

Zur Besprechung des ersten Films: hier!

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12 Comments »

  1. Da bin ich schon sehr gespannt. War vom ersten Teil begeistert, vor allem von den Szenen vor Spielbeginn, insbesondere von der Tondramaturgie (und auch von der Handkamera ;-) und der skizzenhaften und doch so wirkungsvollen Charakterzeichnung des ganzen Ensembles, v.a. auch der Capitol-Bewohner. Das Kinder-töten-Kinder-„Problem“ und die morbide Schaulust fand ich in den Büchern sehr gut reflektiert, hoffe, dass es der zweite Teil auch als Film wieder schafft, da nicht abzurutschen. FSK 16 fände ich angemessener, wobei heutzutage leider viel Schlimmeres (weil oft auch noch Hirnloseres) mit FSK 12 freigegeben wird. Sehr gespannt bin ich diesbezüglich auch auf 3/4, denn da hatte ich stellenweise schon im Buch Probleme mit der am Ende immer effektbetonteren Gewalt, die sich zu sehr dem Diktat der fortgesetzten Steigerung unterwarf. (Hut ab an dieser Stelle einmal vor Marc Forster, der sich in World War Z für ein bewusst reduziertes Finale entschieden hat, das in meinen Augen umso wirkungsvoller ist.)

    Comment by mschomerus — 19. November 2013 @ 12:23

  2. Deine Bedenken zu Teil 3 und 4 bzw. Deine Neugier auf die Umsetzung der Gewalt teile ich ,-)

    Die Charaterzeichnungen waren in Teil 2 teils sehr gut (Effie z. B.), teils hätte etwas tiefer gehen können, das gebe ich zu. Da fand ich Teil 1 ein klein wenig runder.

    Comment by Darkstar — 19. November 2013 @ 13:14

  3. Ich freu mich schon so!!

    Comment by Peggy — 19. November 2013 @ 21:04

  4. Habe ihn nun gesehen (leider nur die deutsche Fassung) und bin auch begeistert. Sehr viele Gänsehautmomente, wunderbare Detailverweise auf die römische/modernmediale Dekadenz und ein rundherum stimmiges Erlebnis von über zwei Stunden, die viel zu schnell vorüber sind. Natürlich musste viel vom Buch gestrichen werden, aber der Kern bzw. das Herz ist in meinen Augen sehr gut getroffen. (Finnick fand ich allerdings etwas zu blass/zahm.) Auch was die Gewaltinszenierung angeht sehe ich 3/4 jetzt etwas gelassener entgegen und freue mich schon richtig auf die Fortsetzung.

    Comment by mschomerus — 25. November 2013 @ 21:06

  5. Super, dass er dir gefallen hat. Ich will ihn mir auch nochmal angucken in der englischen Originalfassung (ich hatte die deutsche gesehen, die ich allerdings sehr gut gelungen fand).

    Was mich wundert ist allerdings, dass sehr viele Pressestimmen dem Film bescheinigen, besser zu sein als Teil 1. Die Aussage kann ich nicht unterstützten – wenngleich natürlich erst hier der Kampf gegen das System beginnt, das war im ersten Teil schon etwas problematisch inhaltlich.

    Wie siehst Du das? Welcher Teil hat Dir besser gefallen?

    Comment by Darkstar — 26. November 2013 @ 10:16

  6. Ich finde es schwierig, die beiden Teile so zu kategorisieren. Mir persönlich hat der erste Teil handwerklich noch einen Tick besser gefallen, aber das ist reine Stilfrage. Inhaltlich hatte der erste Teil m.E. das größere „Problem“ mit der Gewalt. Es ging um Kinder, denen wir beim Trainieren und gegenseitigen Töten zuschauen mussten, und dieses System wurde -wie Du auch schreibst- erstmal nur ansatzweise in Frage gestellt. Da hatte der zweite Teil es leichter: Das Alter hat sich verschoben, das System wird ganz deutlich als pervers und unmenschlich kritisiert und die Protagonisten beginnen den offenen Widerstand. Das kann man natürlich „leichter“ gucken, das erzeugt nicht so viele unangenehme Gefühle. Von daher ist die Bezeichnung als „besserer“ Film für mich nachvollziehbar aber in meinen Augen irreführend, weil der zweite Teil natürlich vom „heavy lifting“ des ersten profitiert.
    Da könnte man jetzt in die Diskussion um das Autorendilemma einsteigen, wie viel man von einem kranken Zustand zeigen muss, bevor man sich einem möglichen Weg zur Besserung widmet, aber das gehört wohl eher auf eine Buchmesse o.Ä. als in einen Blogkommentar :-)

    Comment by mschomerus — 26. November 2013 @ 10:40

  7. Aber ich weiß genau, was du meinst. Und es ist wirklich ein gutes, interessantes Thema, denn ich finde es erstaunlich, dass Collins seinerzeit bei den Lesern mit ihrer Prämisse durchgekommen ist. Damals war ja noch nicht klar, ob die Leser nach Band 1 auch zu Band 2 greifen würden …

    Sehen wir uns denn in Leipzig?

    Comment by Darkstar — 26. November 2013 @ 14:02

  8. Ich habe auf jeden Fall geplant, hinzukommen, und würde mich freuen.

    Comment by mschomerus — 26. November 2013 @ 18:06

  9. Dito!

    Comment by Darkstar — 26. November 2013 @ 18:09

  10. Echt schöner Film. Vielen Dank für den interessanten Blog-Eintrag!

    Comment by Märchenfan — 29. November 2013 @ 01:00

  11. […]  Und obwohl “Catching Fire” bereits in den Kinos läuft – und ihr ggf. bereits meine Review zum Film gelesen habt – gibt’s zum “Dystopie-Special” auch nochmal unsere Meinung zum […]

    Pingback by Darkstars Fantasy News » Der moageeks-Podcast: Die Dystopie-Edition | News & Interviews aus der wunderbaren Welt der Fantasy - ein Fantasy Blog — 15. Dezember 2013 @ 19:00

  12. Du hast Peeta falsch geschrieben \°-°/

    Comment by blaablaa — 3. Februar 2014 @ 20:37

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