Darkstars Fantasy News


24. März 2016

Leipziger Buchmesse 2016
Darkstars persönlicher Messerückblick

Category: News – Darkstar – 17:00

Leipziger BuchmesseWas wäre das Literaturjahr ohne die Leipziger Buchmesse?

Für mich: eindeutig ärmer. Jetzt ist die 2016er Messe gerade erst vorbei und ich freue mich schon wieder auf die Messe 2017. Nachfolgend heute aber erstmal mein persönlicher Messe-Rückblick:

Angereist bin ich aus Berlin ganz traditionell wie in den letzten Jahren auch mit dem kompletten moageeks-Team. (Ein gemeinschaftlicher Podcast mit Messe-Rückblick folgt in den nächsten Tagen). Das war schonmal das erste Highlight, denn die 2-Stunden-Autofahrt von Berlin nach Leipzig ist immer extrem witzig und inspirierend.

Auf der Messe angekommen – ich glaube, es war der erste Tag, an dem ich mal nicht auf dem Weg vom Parkplatz ins Messegelände gefroren habe -, haben wir uns dann erstmal einen Kaffee gegönnt, ehe wir uns in den Messetrubel gestürzt haben. Diesmal haben wir die Hallen „von hinten“ aufgerollt – was in meinem Fall heißt, ich habe nicht sofort mit Halle 2, in der sich die Fantasy-Leseinsel und der WerkZeugs-Stand befindet, angefangen, sondern mit Halle 1, wo die Manga-Convention stattfindet) und von dort im Bogen über Halle 3 und 5 nach 4 und schließlich nach 2. Das hatte den Vorteil, dass ich mir in aller Ruhe mal einige Stände in Hallen angucken konnte, für die sonst meist die Zeit fehlt.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis einem bereits trotzdem die ersten Bekannten über den Weg gelaufen sind, die man sonst auf jeden Fall an der Fantasy-Leseinsel antrifft.

Selfmarketing für Autoren

Ein Panel, zu dem ich einen Teil der moageeks begleitet habe, drehte sich um das Thema „Selfmarketing für Autoren“ und das fand ich sehr spannend. Wie sollte man die sozialen Plattformen bespielen (oder auch nicht), um Follower & Leser zu erreichen.

Die Erkenntnisse der Vortragenden, die ich jetzt mal ungefiltert weiter gebe, waren unter anderem:

– für Belletristik-Autoren bringt twitter so gut wie nix, die sollten sich lieber auf Facebook herumtreiben (was die Ü25-Zielgruppe angeht) oder auf Instagramm (was eine jugendliche Zielgruppe angeht);

– wenn man noch kein großer Bestseller-König ist, dann bringt vor allem ein regelmäßiger, kurzer Veröffentlichungsrhythmus etwas: mindestens alle sechs Monate sollte man einen neuen Titel auf den Markt werfen, um im Gespräch zu bleiben

– ein gutes Mittel, um Rezensionen zu bekommen, ist die Teilnahme an Leserunden mit der Bitte, dass die Leser im Anschluss eine Buchbesprechung auf den üblichen Portalen veröffentlichen

– es ist nie, nie, nie, nie, nie eine gute Idee, eine negative Buchrezension als Autor zu kommentieren

– ebenfalls keine gute Idee ist, sich in den sozialen Medien, in Facebook-Gruppen oder Foren zu sehr als Autor anzubiedern. Es bringt viel, aktiv an Diskussionen teilzunehmen und zu fachsimpeln. Es nervt eher, wenn man Dinge postet wie „Achtung, hier ist mein neues Buch.“

Die Seraph-Verleihung

Ein weiteres frühes Messe-Highlight war die Seraph-Verleihung am Donnerstag.

Zum einen war ich natürlich aufgeregt, weil ich selbst dieses Jahr ein Teil der Jury für den Preis für das beste Fantasy-Debüt war. Zum anderen war ich dieses Jahr besonders gespannt darauf, wer den Seraph für das „Beste Buch“ dieses Jahr bekommen würde, da Nina Blazon nominiert war und regelmäßige Blog-Leser wissen ja, wie sehr ich für diese Autorin schwärme.

Seraph Preisträger 2016
Umso begeisterter war ich, dass die Expertenjury sie für „Der Winter der schwarzen Rosen“ mit dem Seraph 2016 ausgezeichnet hat. Der Preis für das beste Debüt – die „Königsdiszipilin“, wie Laudatorin Lena Falkenhagen es so schön genannt hat, denn immerhin hat sich die Phantastische Akademie ja die Nachwuchsförderung auf die Fahne geschrieben -, ging an Daniel Ilger für den Roman „Skargat – Der Pfad des Schwarzen Lichts„. Erstmals wurde zudem 2016 ein Preis in der Kategorie „Bester Indie-Autor“ vergeben, den Hannah Kuhlmann für ihren Roman „Nachtschatten“ mit nach Hause nehmen durfte.

uebersinnlich – der Schreibwettbewerb von Ueberreuter

Der Seraph 2016 war übrigens nicht der einzige Literaturwettbewerb, für den ich dieses Jahr in die Jury berufen wurde. Der eine oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen: Ueberreuter hat mich dazu eingeladen, Teil der neunköpfigen Jury zu werden, die die drei Gewinner des Schreibwettbewerbs für Jugendbuch- und All Age-Autoren kürt, für den man noch bis zum 15. Juni 2016 Texte einreichen kann.

uebersinnlich
Den Gewinnern/Gewinnerinnen winkt neben einer Veröffentlichung ihres Romans als ebook bei uebersinnlich, dem Digital Imprint von Ueberreuter, ein Schreibworkshop mit Corina Bomann (u. a. Der Mondscheingarten, Sephira).

Nähere Infos zum Wettbewerb findet ihr unter diesem Link.

Ich freu mich schon auf eure hoffentlich zahlreichen Einsendungen – und denkt drann, dass ihr eure Geschichten nicht ausschließlich mit Figuren bevölkern müsst, die komplett heteronormativ sind.

Vorschau auf das Herbstprogramm der Verlage

Was ich an der Buchmesse schätze, ist nicht nur die Möglichkeit, während der vier Tage mit Autoren oder anderen Blogger zu quatschen, sondern natürlich auch, die Ansprechpartner in den Verlagen zu treffen, mit denen man das ganze Jahr über so schreibt. Dabei geht’s dann auch, aber nicht ausschließlich um das kommende Programm. Immer höchst spannend, weil die Herbstprogramme zum Zeitpunkt der Leipziger Buchmesse noch nicht veröffentlicht wurden, und man sozusagen eine Sneak Peak bekommt.

Es sind auf jeden Fall ein paar tolle Schätzchen dabei, unter anderem auch die Übersetzung eines der Titel, die ich in meinem LGBT-Fantasy-Bücher 2016-Artikel vorgestellt habe. (Ich freu mich!) Der Roman wird im Herbst bei cbt erscheinen.

Wo wir es gerade von lgbt-Titeln haben, so habe ich mich bei Cursed umgesehen, einem Kleinverlag, der sich auf Gay-Romance spezialisiert und auch einige Phantastik-Titel im Programm hat.

Droemer Knaur Fantasy Preview
Sehr gespannt war ich auf die Vorstellung des neuen Fantasy- und Science Fiction-Programms von Droemer Knaur, das im Spätsommer startet und neben einiger spannender Übersetzungen aus dem Englischen auch eine Riege deutschsprachiger Autoren im Programm aufgenommen hat, zu denen u. a. Markus Heitz, Julia Lange, Ivo Pala und Sandra Melli gehören. Besonders freue ich mich, dass der auf amerikanischen Blogs vielbeachtete Titel „Sorcerer to the Crown“ von Zen Cho hier ein deutsches Zuhause gefunden hat.

Bei Ueberreuter erscheint nicht nur ein neuer Titel von Oliver Schlick (So kalt wie Eis, so klar wie Glas), sondern der phantastische Roman „Girl in Black“ von Mara Lang. Und ja, ich kann schon sagen, dass er phantastisch ist, denn ich hatte die große Ehre, schon reinlesen zu dürfen. Der Roman spielt in Berlin und es kommen mehrere schwule Figuren darin vor, und deshalb hat mich Mara ein paar Passagen Probelesen lassen. Schon der Anfang hat mich total geflashed, und ich hoffe sehr, dass der Rest des Romans mich dann ebenso begeistert. Nehmt den Titel mal auf eure Merklisten, bitte!

Piper bleibt seiner Linie treu und präsentiert auch im Herbstprogramm wieder zahlreiche High Fantasy-Titel; besonders überrascht war ich darüber, dass darüber hinaus dort ein Sachbuch erscheint, das zum „Game of Thrones„-Kosmos gehört – und supercool finde ich, dass Piper ein selbstproduziertes Malbuch herausgeben wird, dass zu einem sehr erfolgreichen ivi-Franchise gehört. Supercool jetzt nicht, weil ich selbst der Malbuch-Typ bin, aber ich finde es klasse, dass ein Verlag hierzulande selbst ein Malbuch herausbringt und nicht nur die amerikanischen Vorlagen einkauft.

Nach einigen Jahren Messeabstinenz war Drachemond auch wieder in Leipzig mit einem eigenen Stand vertreten. Ich habe ein sehr ausführliches Gespräch mit der Verlegerin Astrid führen können, und ihre Begeisterung und Liebe zu wunderschön aufgemachten Fantasy-Büchern ist wirklich ansteckend! Im April erscheint ja mit „In Blut geschrieben“ von Anne Bishop die erste Übersetzung aus dem Englischen, aber auch die Titel der deutschsprachigen Autoren, die für die zweite Jahreshälfte angekündigt sind, lassen mich bereits ganz gespannt hibbeln, denn da wird es mehrfach märchenhaft! (Besonders gespannt bin ich persönlich auf „Die Rabenkönigin“ von Michelle N. Weber.)

Der Drachenmond-Verlag bietet die sogenannte „Drachenpost“ an – individuell gepackte Überraschungsbuchpakete, die nicht nur in einer wunderschön designten Box geliefert werden, sondern denen auch etwas Handgefertigtes von einer Autorin beiliegt – sowie ein Gutschein für eine Frage, die man an eine Autorin seiner Wahl richten kann und deren Antwort man dann handschriftlich per Post erhält. Wow!

Drachenbox
Meinen letzten großen Messetermin hatte ich mit den Verlagsmitarbeitern von Fischer Tor, dem neuen Fantasy-Imprint der Fischer Verlagsgruppe, das in wenigen Monaten an den Start geht. Dort hat man sich sehr viel Zeit genommen, mir einen Überblick über das neue Programm zu geben, dass sehr bunt gemischt aussieht. Sobald ich darf, verrate ich hier auf dem Blog sicher mehr. Unter anderem sind Titel von Guy Gavriel Kay im Programm – mein absoluter Vorfreude-Titel ist aber der High Fantasy-Roman „Der Winterkaiser“ von Katherine Addison. Um das Original „The Goblin Emperor“ streiche ich nämlich bereits seit einiger ganzen Weile herum; jetzt warte ich auf die deutsche Übersetzung.

Als großer Fan des US-Blogs tor.com freue ich mich außerdem total, dass Fischer Tor mit tor-online.de einen deutschen Phantastik-Blog aus der Taufe heben will. Wer sich jetzt für den Newsletter anmeldet, bekommt eine kostenlose Kurzgeschichte.

Piper Fantasy Nacht

Am Messefreitag findet abends um 19 Uhr inzwischen ganz traditionell die „Piper Fantasy Nacht“ statt. Und seit mehreren Jahren darf ich dieses schöne Event moderieren – etwas, dass mir immer irre viel Spaß macht.

Das Autoren-LineUp setzte sich dieses Jahr aus Christoph Hardebusch, Markus Heitz und Michael Peinkofer zusammen, die ihre aktuellen Romane Feuerstimmen, Drachengift und Die Ehre der Orks vorstellten und allgemein über das Schreiben plauderten.

Piper Fantasy Nacht 2016
Vielen Dank an all die Besucher, die da waren. Es war toll, wir waren voll besetzt und einige Besucher, die im Saal keinen Platz mehr fanden, setzten sich sogar auf Sitzkissen zu uns auf die Bühne. Außerdem hat das Publikum selbst zum Schluss viele Fragen gestellt – und mir so die Arbeit einfacher gemacht.

Scherz beiseite: Es war eine wirklich tolle Veranstaltung und ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren diese Tradition beibehalten können. Das Moderieren macht mir inzwischen wahnsinnig viel Spaß und ich lerne jedes Mal etwas Neues dazu. Deshalb an dieser Stelle auch herzlichen Dank sowohl an die drei Autoren als auch an das ganze Team vom Piper-Verlag, die ihr Vertrauen wieder in mich gesetzt haben.

Autorenveranstaltungen und Lesungen

Überhaupt ist die Leipziger Buchmesse ein toller Event, um auf Autorenveranstaltungen zu gehen. Das Angebot ist so groß, dass es weniger eine Frage ist, ob etwas dabei ist, was den eigenen Interessen entspricht, sondern vielmehr die, für was man sich schlussendlich aus den unterschiedlichen Alternativen entscheidet.

Danke!

Für mich hat sich der Besuch der Leipziger Buchmesse jedenfalls auch 2016 wieder voll gelohnt. Es war super, ganz viele von euch zu treffen, wenn auch teils leider viel zu kurz. Danke für die tollen Gespräche! Ich hab einige spannende Dinge mitgenommen aus Leipzig, die hoffentlich im Lauf des Jahres Früchte tragen werden. Ich werde jetzt hier kein Namedropping machen, es wären einfach zu viele. Ein Name muss aber dennoch fallen: Vielen Dank an das Team von WerkZeugs, das auch trotz großem Messestress immer freundlich und nett eine ruhige Anlaufstelle im Messetrubel bieten.

Branchentreffen des Phantastik Autoren Netzwerks

Dort habe ich dieses Jahr unter anderem Diana Menschig und Lena Falkenhagen vom Phantastik Autoren Netzwerk getroffen – und damit kommen wir zu einem kleinen Ausblick auf ein kommendes Event. Im April findet unter der Headline „Die deutsche Phantastik – Kulturgut oder doch nur gut?“ in Köln das erste Branchentreffen des Phantastik Autoren Netzwerks statt. Neben dem hoffentlich regen Austausch über die gegenwärtigen Entwicklungen im Literaturbetrieb mit Fokus auf die deutschsprachige Phantastik und vielen Möglichkeiten zum Networking gibt es während der zweitägigen Veranstaltung Expertenvorträge und Podiumsdiskussionen mit Autoren, Verlagen und Branchenkennern. Ich bin auch mit dabei, denn ich darf gemeinsam mit Laura Zinn die Podiumsdiskussionen moderieren. Gäste sind unter anderem Tommy Krappweis, Michelle Gyo, Kai Meyer, Karla Paul, Markus Heitz und Natalja Schmidt.

Mehr Infos dazu gibt’s hier!

Das war’s dann jetzt auch endlich mit meinem diesjährigen Rückblick auf die Leipziger Buchmesse. Hoffentlich war etwas interessantes dabei – ich freu mich, von euch zu lesen oder noch besser, euch zu treffen: entweder in Köln, in Frankfurt – oder eben nächstes Jahr in Leipzig. Die Buchmesse 2017 findet dann übrigens vom 23. bis 26.03. statt. Also schonmal vormerken und Termin freihalten!

 

 

 

2 Comments »

  1. […] in seinem Blog hat Christian einen tollen Messebericht geschrieben, den er auch mit ein paar Bildern unterlegt […]

    Pingback by Die Buchmesse Leipzig 2016 | moageeks — 28. März 2016 @ 19:09

  2. Ich fands auch toll in Leipzig. Vielleicht sehen wir uns dann in Leipzig in 2017! Ich fahre auf jeden Fall wieder hin.

    Comment by Olaf — 30. März 2016 @ 16:32

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