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13. Mai 2016

Sally Gardner: Ich, Coriander
Ein Feenmärchen in London

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 12:30

Ich, CorianderWie sich später herausstellte, war es nicht der ausgestopfte Alligator, vor dem ich hätte Angst haben sollen – es waren die silbernen Schuhe. Sie kamen aus einem Land, in das kein Schiff segeln kann, von einem Ort, der auf keine rLandkarte der Welt verzeichnet ist. Nur diejenigen, die dorthin gehören, können es finden

Im London des 17. Jahrhunderts wächst Coriander Hobie in einem herrschaftlichen Haus direkt am Ufer der Themse unter der Obhut ihrer liebenden Eltern und der treuen Haushälterin Danes heran. Sie verbringt eine unbeschwerte Kindheit – bis ein geheimnisvolles Geschenk diese jäh zerstört. Mit einem Paar silberner Schuhe zieht das Unglück in das Haus an der Themse. Corianders Mutter stirbt und ihr Vater heiratet kurze Zeit später erneut. Ihre Stiefmutter ist eine schreckliche Frau, die Coriander das Leben zur Hölle macht.

Im Augenblick größter Not macht Coriander allerdings eine unglaubliche Entdeckung: Ihre Mutter war kein Mensch, sondern entstammte der Welt der Feen. Und dank ihres Blutes findet auch Coriander Zugang zu einer magische Anderswelt.

Bezauberndes Feenmärchen

Sally Gardners „Ich, Coriander“ war eine Zufallsentdeckung. Ursprünglich bereits vor 10 Jahren erschienen, ging es total an mir vorbei, obwohl es eigentlich genau mein Ding ist: bezaubernder Schreibstil; eine sympathische Ich-Erzählerin und eine magische, sehr märchenhafte Geschichte, in der Aschenputtel-Motive anklingen.

Das das Buch völlig zu Unrecht unter meinem Radar durchgeflogen ist, schiebe ich jetzt mal auf das nichtssagende Titelbild, dass ich eher mit „historisches Jugendbuch“ und „vielleicht irgendwas über die Schrecken des Krieges“ assoziiert hätte. Dabei ist der Inhalt ganz anders: magischer, bunter, märchenhafter!

I, CorianderDie rund 300 Seiten lesen sich wie nichts weg; die Geschichte ist durchweg spannend und die Figuren wachsen einem schnell ans Herz – oder aber sind bestechend hassenswert. Ein Großteil der Handlung spielt im London zu den Anfangszeiten des Commonwealth, nachdem – wie Sally Gardner im Nachwort erklärt – „die Royalisten den Bürgerkrieg verloren hatten und König Karl I. hingerichtet worden war.“ Die große Stadt an der Themse ist im Umbruch, die Menschen fürchten sich vor der puritanischen Gesetzgebung Cromwells – aber auch das Feenreich, in das Coriander im Verlauf des Buches zwei mal reist, ist von einer dunklen Macht bedroht: die dunkle Zauberin Rosmore hat ihre Hand nach dem Thron des Feenlandes ausgestreckt. Und ihr düsterer Schatten folgt Coriander auch zurück in die reale Welt.

Ein Ball, magische Schuhe, ein Prinz wie im Märchen, eine böse Stiefmutter und eine Stiefschwester – „Ich, Coriander“ spielt mit Motiven, die wir auch aus Cinderella kennen, ist jedoch keine direkte „Aschenputtel“-Variante. Zu anders, wenn auch nicht weniger märchenhaft verläuft die Geschichte.

Wer Fairy Tale-Fantasy für Jugendliche mag, vielleicht ein wenig im Stil von Juliet Marilliers „Wildwood Dancing“, kommt in „Ich, Coriander“ voll auf seine Kosten.

Eine großartige Entdeckung!

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3 Comments »

  1. Dieses Buch habe ich damals auch geliebt! Ganz besonders schön fand ich (soweit ich mich hoffentlich richtig erinnern kann) das Geheimnis um Corianders Mutter. Der Stoff in den Kätchen, die Schuhe …
    Ich glaube, ich sollte das Buch mal wieder hervorholen. Danke für diese Erinnerung!

    Liebe Grüße
    Nina

    Comment by Nina — 14. Mai 2016 @ 10:37

  2. Dieses Buch habe ich damals auch geliebt! Ganz besonders schön fand ich (soweit ich mich hoffentlich richtig erinnern kann) das Geheimnis um Corianders Mutter. Der Stoff in dem Kästchen, die Schuhe …
    Ich glaube, ich sollte das Buch mal wieder hervorholen. Danke für diese Erinnerung!

    Liebe Grüße
    Nina

    Comment by Nina — 14. Mai 2016 @ 10:38

  3. Ja, das fand ich auch schön. Und die beiden Bilder, die Corianders Mutter und ihr Vater von ihrem Großvater erhalten haben. Die Atmosphäre ist einfach toll…

    Gerade habe ich mich an „Tinder“ von der Autorin gewagt – eine Nacherzählung von Hans Christian Andersens „Das Feuerzeug“

    Comment by Darkstar — 14. Mai 2016 @ 15:05

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