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31. Dezember 2016

Seanan McGuire: Full of Briars
Kurzgeschichte aus dem Toby Daye-Universum

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 19:25

Full of BriarsFull of Briars ist eine Kurzgeschichte aus dem October Daye-Universum.

Anders als die Romane wird sie nicht aus der Sicht von Toby erzählt, sondern aus Sicht ihres Knappen Quentin. Die Geschichte spielt zwischen Chimes at Midnight (Band 7 der Reihe) und The Winter Long (Band 8).

Tagline: Quentin ist aufgeregt, weil Toby und seine Eltern das erste Mal aufeinander treffen.

Achtung: Die folgende Review kommt nicht ohne Spoiler aus!

Inhalt:

Vor fünf Jahren kam Quentin Sollis als kleiner Junge nach Shadowhill, um dort zu einem verantwortungsbewussten jungen Mann erzogen zu werden. Wer seine Eltern sind, blieb ein Geheimnis.

Bis Quentin im Verlauf von Chimes at Midnight sich Toby dabei anschloss, die durchgeknallte Königin der Nebel zu stürzen und mit Arden Windemere die rechtmäßige Thronerbin zu krönen. Ein Vorhaben, in dessen Verlauf sich Quentin gezwungen sah, gegenüber seinen Freunden sein gut gehütetes Geheimnis zu lüften:

Er ist Quentin Sollys, Sohn und Thronerbe des Hochkönigs der Feen von ganz Nordamerika und Kanada.

Durch seine Offenbarung hat er zwar sowohl Toby als auch Arden gerettet, er muss jedoch einen hohen Preis bezahlen. Da seine Identität zumindest einer kleinen Gruppe Fae bekannt geworden ist, möchten seine Eltern, dass er zu ihnen an ihren Hof in Toronto zurückkehrt und sein Leben als Knappe von Toby aufgibt.

Im Verlauf der Krönungsfeierlichkeiten von Arden Windemere kommen der Hochkönigin und die Hochkönigin der Fae deshalb nach San Francisco, um mit Quentin, Toby und Quentins bestem Freund Raj die Angelegenheit zu diskutieren. Ein Treffen, bei dem Quentin schon im Vorhinein ganz mulmig wird. Schließlich sind weder Raj, noch Toby für ihr ruhiges Temperament bekannt …

Meine Meinung:

Ist diese Kurzgeschichte ein Must-Read für Toby Daye-Fans?

Nein, natürlich nicht. Wie die Auseinandersetzung mit Quentins Eltern ausgeht, wissen ja alle, die The Winter Long gelesen haben, ohnehin.

Ein paar kleine Hinweise auf kommende Ereignisse werden gestreut – bzw. es werden Dinge erwähnt, die in späteren Büchern aufgegriffen werden – so wird die Königin der Nebel z. b. „the nameless Queen“ genannt, und kurz stellt sich Quentin die Frage, warum seine Eltern überhaupt auf die Idee gekommen sind, ihn nach Shadowhill zu schicken. Aber das geschieht ganz nebenbei. Auch wenn es diesmal in Retrospektive geschehen ist: Seanan McGuire hat ein Talent dafür, Brotkrumen zu sähen und ganz wichtige Ereignisse nur ganz kurz zu streifen, so dass der Leser gar nicht merkt, über was für eine wichtige Sache er gerade stolpert.

Wer Quentin mag, findet an der Geschichte auf jeden Fall Gefallen.

Es war toll, mal eine Geschichte aus Sicht von Quentin zu lesen. Er erweist sich als unterhaltsamer POV-Erzähler, und ich für meinen Teil hätte nichts dagegen, irgendwann auch mal einen ganzen Roman aus seiner Sicht zu lesen. Zumal es nicht uninteressant war, Toby aus seinen Augen betrachtet agieren zu sehen.

Zudem fand ich es spannend, wie sich Quentin entwickelt hat und ein bisschen mehr darüber zu erfahren, wie es für ihn war, von Toronto nach Shadowhill geschickt zu werden.

In der recht kurzen Geschichte haben neben Quentin, seinen Eltern und Toby auch Tybalt, Mae und Raj kleine, aber bemerkenswerte Auftritte. Vor allem letzterer begeistert mit seinem unkonventionellen, katzenhaft-dominanten Auftritt vor Quentins Eltern, als er ganz ungeniert beansprucht, dass Quentin einfach nicht gehen kann. Da sind schon fast ein bisschen die Funken geflogen …

Was für mich die Geschichte so besonders macht ist die letzte Szene, in der Quentin sein Herz öffnet für … Tja, das spoilere ich jetzt nicht. Wer A Red-Rose Chain gelesen hat weiß vermutlich, um wen es sich dabei handelt. Ich hatte mir sehr erhofft, künftig mehr über die Beziehung von Quentin und X zu lesen, und das hier war ein wunderschöner Appetizer, der Lust auf mehr macht.

„Full of Briars“ ist jedenfalls ein sehr kurzes, aber wirklich schönes Lesevergnügen, leicht verdaulich, und wirklich nur was für euch, wenn euch Quentin als Figur am Herzen liegt.

Ist das der Fall, habt ihr sicher Spaß.

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2 Comments »

  1. Mir hatte es auch sehr gut gefallen Toby aus Quentins Sicht zu erleben. Und ich fand es spannend, dass ich einige Szenen in dem kurz danach gelesenen „Once Broken Faith“ ganz anders beurteilt habe, nachdem ich diese kurze Geschichte aus Quentins Sicht erlebt hatte. Sein Charakter hat dadurch für mich deutlich an Tiefe gewonnen. :)

    Comment by Winterkatze — 1. Januar 2017 @ 13:30

  2. Das ging mir ähnlich.
    Vor diesem Hintergrund (bzw. gerade auch bzgl. dessen, was man über Quentins Eltern erfährt), ist es auch nachvollziehbar, dass die Kurzgeschichte erst kurz vor ONCE BROKEN FAITH erschienen ist, und nicht bereits vor THE WINTER LONG.

    Comment by Darkstar — 1. Januar 2017 @ 16:09

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