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15. Juli 2018

Moira Fowley-Doyle: Spellbook of the Lost and Found

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 14:14

Spellbook of the Lost and Found

That night, everybody lost something

Laurel, Holly und Ash glauben, das Schlimmste, was ihnen widerfahren könnte, wäre, dass jemand ihre verschwundenen Tagebücher findet.

Deshalb beschließen die drei, in einer Sommernacht ein Ritual auszuführen: einen angeblichen Zauber aus einem seltsamen Notizbuch, der verlorene Dinge zurückbringen soll. Tatsächlich tauchen ihre Tagebücher wieder auf. Aber dafür verschwinden andere Dinge. Kleine Dinge wie Haarspangen, größere Dinge wie Autoschlüssel – und unverzeihlich große Dinge …

Und dann ist da noch Jude, der mysteriöse Junge, der nach dem Wirken des Rituals aus den Bäumen am Fluss tritt und der etwas Wildes, Raubtierhaftes, aber auch Anziehendes verströmt.

Laurel, Holly und Ash sind nicht die einzigen Teenager-Mädchen, die sich an dem Zauberspruch versuchen. Auch Olive und Rose wirken den Zauber. Doch jede Magie hat ihren Preis.

Was bist du bereit zu zahlen? Und vor allem, was kann ein Mensch alles verlieren:

Haarspangen, Kugelschreiber und Broschen? Oder auch sein Herz, sein Leben – seine Seele?

Moira Fowley-Doyles Spellbook of the Lost and Found hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es verströmt eine ganz eigenartige Atmosphäre, irgendwo zwischen einem Coming of Age-Film aus den 80ern oder 90ern und Practical Magic – Zauberhafte Schwestern: Junge Mädchen, die nach der Schule auf ihren Fahrrädern durch die Stadt fahren, um Geheimnisse zu ergründen, ihre Wunden zu lecken und ahnungslos dunkle Magie wirken – oder auch nicht.

Was ist echt? Was ist Täuschung? Was ist Magie? Was ist Zufall? Geht etwas Übernatürliches vor oder geschieht das alles nur in den Köpfen der Protagonistinnen? Auch wenn ich als Leser mir meine eigene Meinung dazu gebildet habe, gelingt es Moira Fowley-Doyle, ihre Geschichte so zu erzählen, dass man sich nie sicher sein kann, was gerade wirklich vor sich geht.

Die Mysterygeschichte ist originell und sehr düster. Sie hat viele tragische Momente und einige Figuren im Roman haben schreckliche Dinge erlebt, die sie geformt haben. Aber dadurch, dass Freundschaften und Zusammenhalt in diesem Buch eine sehr große Rolle spielen, wird es niemals zu düster, niemals zu schwermütig.

Persönlich hat mir zudem sehr gut gefallen, dass keine Liebesgeschichte, sondern die Freundschaft von Mädchen untereinander im Mittelpunkt steht. Freundschaften, die auch auf die Probe gestellt werden, weil nicht immer alle alles richtig machen.

Insgesamt gibt es acht wichtige Figuren – und drei Perspektiven, aus der die Geschichte erzählt wird. Sie alle gehören jungen Mädchen. Mitunter war es gar nicht so leicht, sich zu orientieren, wer jetzt gerade in welchem Kapitel „spricht“. Das ist aber der einzige Minuspunkt. Und noch dazu kein großer, denn die Charaktere sind sehr gut entworfen, agieren glaubhaft – und, wow, gleich mindestens drei davon sind nicht heteronormativ, sondern bisexuell oder lesbisch. Hinzu kommt, dass Olive eine Hörbehinderung hat. Auch diese wurde sehr geschickt in die Handlung mit eingewoben und ganz natürlich behandelt. Bravo!

Wem das alles noch nicht als Grund reicht, zum Buch zu greifen: Die Autorin schreibt wirklich toll. Hier sitzt jeder Satz. Und an nicht wenigen bleibt man hängen, weil sie so gelungen sind.

Spellbook of the Lost and Found ist unheimlich und spannend und richtig, richtig gut – und definitiv nicht das letzte Buch, das ich von dieser Autorin lese.

 

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