Darkstars Fantasy News


31. August 2016

Amy Ewing: Die weiße Rose
Das Juwel (Bd. 2)

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 21:54

Das Juwel 2Wunderschöne Kleider, erlesene Mahlzeiten – längst hat Violet erkannt, dass sie als Surrogat, d. h. als Leihmutter für den Adel, einen tödlichen Preis bezahlen muss. Denn nach der Geburt eines Kindes stirbt ein Surrogat.

Um nicht nur ihr eigenes Leben zu retten, sondern auch das ihres Geliebten Ash und ihrer besten Freundin Raven, wagt Violet die nicht minder gefährliche Flucht aus dem Adelsviertel der Stadt, wo sie wie Vögel in goldenen Käfigen gehalten wurden. Schützenhilfe erhält sie dabei nicht nur vom undurchsichtigen Lucien, sondern ausgerechnet auch von Garnet, dem Sohn ihrer Herrin, der kaltherzigen Herzogin vom See.

Während sie sich durch unterirdische Tunnel kämpfen und in den äußeren Kreisen der Stadt vor den Augen des Adels verstecken, decken sie einige ekelerregende Geheimnisse der herrschenden Klasse auf. Und Violet beschließt, dass ihre eigene Flucht ihr nicht genug ist. Gemeinsam mit Lucien will sie einen Plan entwickeln, den Adel zu stürzen und das Juwel zu zerstören.

DIE WEISSE ROSE, der zweite Band von Amy Ewings Dystopie-Trilogie DAS JUWEL, setzt genau da an, wo Band 1 endete und führt die Handlung rasant fort. Während Violet und ihre Freunde auf der Flucht sind, kommen weder sie, noch der Leser groß zum Atemholen. Auch wenn die Atmosphäre eine andere ist – statt in prunkvollen Villen bewegt sich Violet in der ersten Hälfte des Buches in verdreckten Kanalschächten, in der zweiten gut verborgen in … nein, das verrate ich hier nicht -, ist DIE WEISSE ROSE nicht minder spannend als DIE GABE.

Amy Ewing erzählt ihre Dystopie, die irgendwo zwischen Kiera Cass SELECTION und Suzanne Collins PANEM anzusiedeln ist, in sehr angenehmem Stil. Und Violet, mag sie auch etwas zu vertrauensselig sein, erweist sich als sehr sympathische Heldin, der man ihre Taten jederzeit abnimmt. Wem „Selection“ übrigens zu seicht oder zu sehr Bachelor-mässig war, dem würde ich dennoch einen Blick in „Das Juwel“ empfehlen. Amy Ewings Saga ist zwar auch eine Popkorn-Dystopie, aber doch etwas ernster.

Im Verlauf des Romans bekommt man einige wesentliche Einblicke in die Historie der abgeschotteten Insel, auf der die Trilogie angesiedelt ist, und lernt so manche Figur von einer anderen Seite kennen. Außerdem besuchen wir als Leser zwischendurch auch das Gefährtenheim in dem Ash ausgebildet wurde, und das Bank- und das Schlot-Viertel (bzw. hier Kreis genannt), so dass die kleine Stadt-Welt von DAS JUWEL zunehmend facettenreicher wird.

Langeweile kommt beim Buch keine auf. DAS JUWEL – DIE WEISSE ROSE ist eine Art Guilty Pleasure, die man gar nicht zur Seite legen kann und ruckzug durchgelesen hat – und die, wie ich feststelle, auch eine ziemlich coole Mini-Serie abgeben würde.

Wer Band 1 mochte, dem wird auch Band 2 gefallen – und vermutlich wartet er dann auch mit Umschlagen der letzten Seite händeringend auf den abschließenden Band der Reihe.

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