Darkstars Fantasy News


24. Mai 2020

Dubravka Ugresic: Baba Jaga legt ein Ei

Category: News – Darkstar – 09:58

Baba Jaga legt ein EiDie Baba Jaga gehört gleichzeitig zu den berühmtesten als auch ambivalentesten Mythengestalten der osteuropäischen Kultur.

Ein altes Weib soll sie sein, mal eine Fruchtbarkeitsgöttin, selten ein hilfreicher Geist, meistens eine fürchterliche, böse Hexe.

Die Erzählungen, die sich um sie ranken, sind mannigfaltig und faszinierend. In einem kleinen Hüttchen soll sie leben, das auf einem Hühnerfuß steht und sich um sich selbst drehen kann. Ihr Heim ist von einem Zaun aus Knochen und Totenköpfen begrenzt.

Sie selbst ist eine verfressene, undurchsichtige Vettel, die mitunter in einem Mörser durch die Gegend fliegt, den sie mit dem Stößel antreibt. Mal bringt sie Unheil und Verderben, mal hilft sie armen Schluckern in der Not. (more…)

21. Mai 2020

Märchenhaftes Debüt

Category: News – Darkstar – 17:23

Spiegelfluch und EulenzauberUnter dem Titel „Spiegelfluch und Eulenzauber“ veröffentlicht mein Writing Buddy Kathrin Solberg endlich ihren ersten Roman.

Endlich sage ich, weil ich Kathrins Geschichten bereits seit vielen, vielen Jahren lesen darf und ich ein großer Fan ihrer Schreibe bin. Und „endlich“, weil sie im Buch an ihre Kurzgeschichte „Spiegelschwester“ aus der Märchenanthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ anknüpft.

Märchenhafte Motive

Sowohl im Buch als auch in der Kurzgeschichte spielt sie mit Motiven des Schneewittchen-Märchens. Beide Erzählungen können aber völlig unabhängig voneinander gelesen werden.

Darum geht es im Roman: (more…)

13. Mai 2020

Fantasyromane mit slawischen Motiven

Category: News – Darkstar – 10:14

Tor Online Slawisches Setting

Es muss nicht immer THE WITCHER sein …

Sicher wisst ihr inzwischen, dass ich ein riesiger Fan von märchenhaften Romanen bin.

Das müssen nicht unbedingt Adaptionen von Märchen sein. Ich mag es auch, wenn sich ein Buch „märchenhaft“ anfühlt und mit bekannten (oder unbekannten) Versatzstücken aus solchen Erzählungen spielt.

Für einen Artikel auf Tor Online habe ich diesmal Romane unter die Lupe genommen, in denen osteuropäische Märchenmotive große Rollen spielen.

Surft doch dort mal vorbei – und verratet uns dort, welche Tipps ihr noch zu diesem Thema hättet

10. Mai 2020

Anja Ukpai: Meridian Princess

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 12:20

Meridian PrincessWart ihr schon einmal in der Clockmakers Academy? In dieser gut versteckten Schule mitten in London, an der die geheime Zeiterbengesellschaft ihren Nachwuchs in der Kunst der Portalsprünge, dem Gestaltwandel und dem Kampf gegen Dämonen unterrichtet? Falls nicht, solltet ihr unbedingt MERIDIAN PRINCESS von Anja Ukpai lesen.

Jade, Anja Ukpais Hauptfigur, ist 15 Jahre alt, als sie von der Geheimgesellschaft der Zeiterben erfährt: Menschen, die die Fähigkeit besitzen, sich auch dann zu bewegen, wenn für den Rest der Menschheit kurz die Zeit stillsteht und sich die Grenzen der Unwelt öffnen. Ihr ganzes Leben lang hat sie in Schottland verbracht. Im Herzen von London findet sie neue Freunde – und begegnet Totengänger, Kreaturen aus der Schattenkluft und Schutzgeistern. Die titelgebende Meridian Princess ist übrigens ein magischer Uhrzeiger. Er ist vor vielen Jahren verschollen und wird nun (more…)

2. Mai 2020

Wonder Woman-Spin Off über die Amazonen?

Category: News – Darkstar – 15:44

Bekommen wir ein Wonder Woman-Spin Off?

Wonder Woman-Regisseurin Patty Jenkins und Comic-Autor Geoff Johns sollen an die DC Studios einen Pitch für einen Film verkauft haben, der sich um das mystische Volk der Amazonen dreht. Das berichtet Tor.com.

Themyscira in Wonder Woman

Jenkins beteuert, dass sie nicht die Absicht hat, bei diesem Projekt Regie zu führen. Inhaltlich schließe der Stoff aber an den im Herbst 2020 startenden zweiten Wonder Woman-Film an. Darüber hinaus würde er die Brücke zu einem dritten Wonder Woman-Film bilden.

Der dritte Wonder Woman-Film ist noch keine beschlossene Sache. Sollte es ihn jedoch geben und Jenkins sei mit an Bord, so wird dieser diesmal nicht in der Vergangenheit spielen, sondern in der Jetzt-Zeit.

Was das für das Amazonen-Spin Off bedeutet, ist schwer einschätzbar. Die unsterblichen Kriegerinnen besitzen eine jahrtausendealte Geschichte. Da sie sehr stark von der antiken Mythologie inspiriert sind, gibt es unglaublich viele Möglichkeiten, ein Abenteuer um sie herum zu erzählen.

Die Szenen um sie und Themyscira, ihre Heimatinsel, zählen für mich zu den faszinierendsten in dem ohnehin unglaublich guten Wonder Woman-Streifen. Von der Idee eines Kinofilms, das sich ganz ihnen und ihrer Geschichte widmet, bin ich deshalb begeistert.

Nun heißt es Daumen drücken.

19. April 2020

Zwischen Monsterjagd und Ballroom-Dance
InCryptid von Seanan McGuire

Category: News – Darkstar – 14:56

InCryptid2Drachen, Gorgonen, das Ding unter’m Bett – stellt euch vor, diese Monster gäbe es wirklich. Und dann stellt euch vor, es gäbe Menschen, die diese Monster nicht etwa jagten, sondern beschützten – vor anderen Menschen.

In ihren InCryptid-Romanen vertritt Seanan McGuire die These, dass ein Lebewesen nicht nur deshalb getötet werden darf, weil es anders ist. Um diese These herum bastelt sie eine extrem unterhaltsam Urban Fantasy-Serie, die die üblichen Ausgangssituationen des Genres gehörig auf den Kopf stellt. Titel wie Discount Armageddon, Midnight Blue-Light Special und (more…)

11. April 2020

Cornelia Funke teilt neuen Tintenwelt-Roman vorab

Category: News – Darkstar – 18:21

Tintenherz

Cornelia Funkes Verlag Atmende Bücher hat Ende letzter Woche eine tolle Pressemitteilung geschickt:

Weil wir gerade alle physisch auf Distanz gehen müssen, teilt die Autorin die ersten fünfzehn Kapitel ihres nächsten Tintenwelt-Romans bereits jetzt mit uns! Und zwar in Hörbuchform:

„Ursprünglich sollte »Die Farbe der Rache«, die Fortsetzung ihrer erfolgreichen »Tintenwelt«-Reihe, im kommenden Jahr erscheinen“, so die Pressemeldung. „Jetzt hat sich Cornelia Funke kurzerhand zu einem außergewöhnlichen Schritt entschieden:

(more…)

1. März 2020

Kim Liggett: The Grace Year

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 18:53

The Grace YearIhr mögt Bücher wie „The Kingdom“, „Das Juwel“ oder „Die Tribute von Panem“? Lest „The Grace Year“!

In der Siedlung Garner County, die mich persönlich an eine amerikanische Kleinstadt des 17. Jahrhunderts erinnert hat, herrschen eherne Gesetze. Eins davon lautet: die Frau ist dem Manne untertan. Aber alle wissen, dass in den jungen Mädchen der Siedlung mit Einbruch der Pubertät Magie erwacht. Magie, die es ihnen erlaubt, „Männer aus ihren Betten zu locken, Jungen in den Wahnsinn zu treiben und Ehefrauen vor Eifersucht zum Rasen zu bringen.“

Deshalb gibt es das Gnadenjahr: zwölf dunkle Monate, in dem die Mädchen auf eine abgelegene Insel gebracht werden. Dort soll ihre Magie erwachen und dort soll sie versiegen. Wie genau das geschieht, darüber spricht niemand.
Tierney aber weiß, dass Wilderer um die Insel streifen, bis unter die Ohren mit Messern bewaffnet und nur darauf wartend, ein schutzloses Mädchen zu finden, um es zu töten. Denn auch im Blut der Mädchen lebt die Magie.

Als Tierneys Gnadenjahr anbricht, hat sie Angst. Mit ihrer eigenwilligen Art hat sie nie Freundinnen unter den Mädchen ihres Jahrgangs gefunden. Auf der Insel angekommen, muss sie erkennen, das weder Wetter, noch die Wilderer, noch die verbotene Magie die größten Bedrohungen sind, der sich die Mädchen ausgesetzt sehen: Sie sind es selbst.

„Niemand spricht über das Gnadenjahr“, beginnt Kim Liggett ihren Roman. Ich hoffe, sehr viele Leser*innen werden über dieses Buch sprechen. Denn ich fand es hervorragend! Die Autorin stellt ihrem Roman Zitate aus Margaret Atwoods „Report der Magd“ und William Goldings „Herr der Fliegen“ voran – und damit fängt sie die Atmosphäre ein, die sie so großartig aufbaut.

Mich hat das Buch direkt aus einer Leseflaute geholt. Einmal begonnen, konnte ich es kaum aus der Hand legen. Tierneys Geschichte – in der Ich-Perspektive und im Präsens erzählt (und von Birgit Salzmann toll übersetzt), ist gleichsam erschreckend und faszinierend. Und wow, emotional. Sie packt von Anfang an, nicht erst mit Beginn des Gnadenjahrs. Aber wenn die Mädchen die Insel betreten, schraubt die Autorin das Tempo und die Spannung noch mal ordentlich hoch. Ich habe mich keine einzige Seite lang gelangweilt. Es ist beklemmend, wie die Dynamik der Mädchen untereinander sich ändert und was sie zu tun bereit sind, wenn sie nach eigenen Regeln leben.

Auch die Welt, in der die Geschichte spielt, ist mit all ihren Schrecken sehr plastisch geschildert. Liggett besitzt ein Auge für genau jene Details, die den Schauplatz noch reicher machen. Außerdem gelingt es ihr, bereits am Anfang kleine Hinweise zu streuen, die viel später im Verlauf der Handlung wichtige Rollen spielen.

The Grace Year“ hat mir mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben. Es ist eines der Bücher, das ich sicher mindestens ein zweites Mal lesen werde. Und da es ein Einzelband ist, hoffe ich, dass bald weitere Bücher von Kim Liggett ins Deutsche übersetzt werden.

3. Januar 2020

Büchertipps für die Winterzeit

Category: Artikel – Darkstar – 15:16

WinterweltEs gibt wenig, was ich gemütlicher finde, als in der Winterzeit mit einem heißen Tee und einem guten Buch am Kamin zu sitzen, während es draußen stürmt und schneit.

Eingemummelt in eine dicke Decke, der Geruch von Zimt und Orangen und das prasselnde Feuer im Hintergrund – da fällt es leicht, abzuschalten und für eine Weile in fremde Welten zu entschwinden. Auch – oder vor allem – wenn (more…)

22. Dezember 2019

Interview mit Nina Blazon
zu RABENHERZ & EISMUND

Category: News – Darkstar – 12:28

Rabenherz und Eismund

Windfrauen und Meeresgöttinnen, magische Raben und ein Land aus Eis und Schnee – Nina Blazons neuer Roman RABENHERZ UND EISMUND ist ein frostiges Wintermärchen.

Selbst stecke ich gerade mitten in der Geschichte der mutigen Mailin, die sich, um eine Freundin zu retten, ins sagenumwobene Reich des Winterkönigs aufmacht.

Wie immer verzaubert Nina Blazons Roman von der ersten Seiten an. Im Interview verrät sie, wie sich das Buch von ihren bisherigen Ausflügen in die Faunblut-Welt unterscheidet.

Acht Fragen zu „Rabenherz und Eismund“

Liebe Nina, welche Farben und Schlagworte fangen für dich die Atmosphäre von RABENHERZ UND EISMUND ein?

Eismeer, kristalliner Schnee und das blaue Schloss des Winterkönigs, Legenden von Windfrauen und Meeresgöttinnen. Nixen mit scharfen Zähnen, smaragdfarbenem Haar und das schimmernde Schwarz magischer Raben.

Last, but not least: drei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und deren Schicksale sich zu einem neuen Muster aus Schwarz, Weiß und Rot verweben.

Was hat Dich zur Handlung des Buches inspiriert?

Märchen und Wintermythen verschiedener Kulturen und Länder! Ich liebe sie und lese sie gerne.

Die Idee hinter diesem Roman war, diese Wintermotive zu einem neuen, großen Märchen zu verbinden. Daher trifft man im Buch mythische Gestalten aus den Inuit-Kulturen ebenso wie die keltischen Schicksalsfrauen, Grimmsche Märchenmotive und auch sibirisch-schamanistische Elemente.

An vielen Stellen ist „Rabenherz und Eismund“ aber auch eine Verbeugung vor Hans Christian Andersen und dem Märchenerzähler meiner Jugend: Peter S. Beagle. Nicht umsonst tauchen in „Rabenherz und Eismund“ magische Einhörner auf – und auch die „Drei Damen im Abendrot“ geistern zwischen den Zeilen.

Was magst Du an Deiner Hauptfigur am liebsten?

Besonders mag ich Mailíns Pioniergeist und ihren analytischen, scharfen Verstand, ihre Art, alles sehr genau zu hinterfragen, bevor sie sich aufs Eis wagt. Und auf der anderen Seite – fast ein Widerspruch zu ihrer Vorsicht und Vernunft – ihr wildes, verwundetes Herz und ihre glühende Sehnsucht, die sie dazu bringt, immer weiter sehen zu wollen als andere.

Inwiefern unterscheidet sie sich von Jade, Summer, Canda, Liljann und Tajann?

Rabenherz und Winter

Ich glaube, der größte Unterschied ist, dass die meisten meiner bisherigen Figuren ihre Schicksalsschläge, Verluste und Lebenslektionen erst im Verlauf der Handlung durchleben und gerade daran wachsen.

Mailín dagegen hat zu Beginn des Romans ihre Verluste bereits in Kinderjahren durchlitten. Sie hat so gut wie jeden, den sie liebte, an die Eiswinter ihrer Kindheit verloren, kennt alle Facetten des Schmerzes, Hunger, Kälte und Entbehrungen – all diese Erfahrungen haben sie bereits zu der vernünftigen und etwas spröden Person gemacht, die der Leser am Anfang des Buches kennenlernt.

In einem gewissen Sinn ist sie also schon „fertig“, das ist ihre Stärke und gleichzeitig ihre Schwäche. Nicht umsonst ist ihre „Farbe“, die ich ihr im Roman als „Charakterfärbung“ gebe, das illusionslose Rabenschwarz der klugen, misstrauischen Totenvögel.

Anders, als es bei Jade, Canda & Co. war, begleiten wir Mailín als Leser dabei, wie sie sich zu sich selbst zurückwagt und dabei Schicht um Schicht ihrer alten Erfahrungen loslässt.

In welche Gegenden deiner Faunblut-Welt entführst du uns diesmal?

In einen Teil des Nordlands, der weitab von den wilden und unerforschten Gefilden der Tierläufer liegt, in denen ein Teil von „Ascheherz“ spielt.

Die Stadt heißt Falún und ist gut angebunden an den Handel und den Austausch mit den Städten im Süden. Man kennt hier das Grauland, Maymara, die südlichen Inseln und andere Orte der Faunblut-Welt, aber die einzige Bedrohung, die hier herrscht, sind die eisigen Winter.

Hat dich das Schreiben dieses Buches auf eine Art und Weise gefordert, wie das zuvor noch nicht der Fall gewesen ist?

Da ich mich bei diesem Roman stark an Figuren- und Erzählstrukturen sowie der Symbolsprache von Märchen orientiere, war es eine neue Herausforderung, diese klassischen Motive so umzusetzen, dass sie sich schlüssig in die Fantasywelt des Faunblut-Universums einpassen.

So habe ich zum Beispiel auch die mythische Welt der Zorya, die in der Faunblut-Welt als Todesfrauen die Menschen mit einem Kuss ins Jenseits geleiten, auf märchenhafte erweitert und um neue Figuren ergänzt.

Es hat viel Spaß gemacht – und ich habe während des Schreibens und Recherchierens selbst noch einmal sehr viel über die innere Dynamik von Märchen und Mythen gelernt.

Ein kleiner Ausblick in die Zukunft: Woran arbeitest Du als Nächstes?

Lieber Christian, darüber können wir beide ja bald ganz offiziell mehr berichten. ;-)

Ab Januar planen wir ja gemeinsam ein ganz ungewöhnliches und experimentelles Märchenprojekt mit dem Drachenmond-Verlag und ich freue mich schon sehr aufs Schreiben.

Und die Off Topic-Frage: Wenn du vier fiktive oder historische  Persönlichkeiten auf einen Nachmittagsplausch einladen könntest, für wen würdest du dich entscheiden?

Gleich vier? Okay, mal sehen …

Ich würde mich für historische Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen entscheiden, und zwar für die Schriftsteller Mary Shelley, Theodor Storm, Ivan Turgenjew und Guy de Maupassant.

Ich fände es wunderbar, mit ihnen bei einem Nachmittagstee über klassische Schauermotive zu sprechen, über das Thema Furcht – und darüber, was sie dazu bewegt hat, über genau solche Dinge so virtuos und tiefgründig zu schreiben.

Vielen Dank!

Mehr über Nina Blazon erfahrt ihr auf ihrer Website.

Das neue Buch online bestellen: Rabenherz und Eismund.