Darkstars Fantasy News


2. November 2019

Karen M. McManus: Two Can Keep A Secret

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 13:40

Two Can Keep A SecretEcho Ridge wäre eine durchaus idyllische Kleinstadt im Nirgendwo. Wären da nicht zwei Dinge. Zum einen besitzt der Ort einen äußerst makabren Freizeitpark namens Fright Farm. Zum anderen blickt der Ort auf zwei schreckliche Ereignisse, zwischen denen zwar zwanzig Jahre liegen, die aber dennoch miteinander zu tun haben könnten.

Vor rund zwei Jahrzehnten verschwand ein junges Mädchen spurlos. Vor ein paar Jahren verschwand ein anderes Mädchen. Es wurde ermordet auf der Fright Farm aufgefunden.

Und jetzt scheint der Mörder erneut zuschlagen zu wollen.

Kurz vor dem Homecoming Ball tauchen in der ganzen Stadt Drohbotschaften auf, die ein weiteres Unglück ankündigen. Wie sind die Verbrechen miteinander verknüpft? Steckt vielleicht sogar der gleiche Täter hinter allem?

Ellery ist gerade mit ihrem Zwillingsbruder Ezra nach Echo Ridge gezogen, um das letzte Schuljahr bei ihrer Großmutter zu verbringen. Die Polizei schärft ihr ein, sich bloß nicht in die Ermittlungen einzumischen, um nicht selbst in Gefahr zu geraten. Aber das schert Ellery wenig. Denn das Mädchen, das vor zwanzig Jahren verschwunden ist, war ihre Tante.

Mit ihrem Debütroman One of us is Lying erkletterte Karen McManus nicht nur die Bestsellerlisten, sie stürmte sie geradezu. Die Jugendbuchjury nominierte sie damit hierzulande mit dem Jugendliteraturpreis. Auch mich hat ihr Erstling gefesselt.

Auf ihren neuen Roman Two Can Keep A Secret war ich deshalb immens gespannt. Und tatsächlich erweist sich die Kleinstadt-Murder Mystery als ein ebensolcher Pageturner wie One of Us is Lying. Statt aus vier Perspektiven erzählt McManus ihre für sich stehende Geschichte diesmal aus zweien: aus der von Ellery, die mit ihrem schwulen Zwillingsbruder Ezra ziemlich unfreiwillig nach Echo Lodge gezogen ist. Und die von Malcolm, dessen älterer Bruder Hauptverdächtiger in dem Mordfall vor einigen Jahren war. Seither wird seine Familie ausgegrenzt und mit Argusaugen beobachtet.

Als Ellery Malcolm zu Beginn des Romans in einer verdächtigen Situation erwischt und ihn nichts an Messer liefert, freunden sich die beiden an. Gemeinsam mit Malcolms bester Freundin und Ellerys Zwillingsbruder machen sich die beiden daran, herauszufinden, wer hinter den ominösen Morddrohungen steckt.

Beide Handlungsstränge sind sehr eng miteinander verwoben. Überhaupt ist die „Zwei“, auf die bereits der Titel hinweist, ein wiederkehrendes Motiv im Roman – und das auf unterschiedlichste Weise. Das Setting ist herrlich atmosphärisch, die Charaktere interessant und der Stil der Autorin packend. Noch eine Seite, noch eine Seite – man kann Two Can Keep A Secret nur schwer aus der Hand legen.

Geschickt spielt McManus mit den Erwartungen der Leser. Sie lockt sie auf falsche Fährten und überrascht sie mit einem unerwarteten, aber durchaus glaubhaften Ende.

Wenn ihr einen ähnlichen Geschmack habt wie ich, werdet ihr begeistert sein. Denn soviel kann ich euch bereits versprechen: In Echo Ridge liegt mehr als nur eine Leiche begraben.

31. Oktober 2019

Mercedes Lackey: The Wizard of London (Audiobook)

Category: Hörbücher,Rezensionen – Darkstar – 14:35

Wizard of LondonEngland im Viktorianischen Zeitalter: Nach mehreren aufregenden Jahren in Indien ist Isabelle Harton mit ihrem Ehemann Frederick nach London gezogen. Gemeinsam haben die Hartons dort eine Internatsschule für Kinder aufgemacht, deren Eltern in den Kolonien leben, sowie für Kinder mit “Talent”, d. h. Kinder mit PSI-Fähigkeiten. Als die junge Sarah von ihren Eltern, die als Missionare in Afrika leben, an die Schule geschickt wird, erkennt Isabelle schnell, dass das Mädchen über besonders starke parapsychologische Kräfte verfügt. Nicht (more…)

27. Oktober 2019

Julia Adrian: Winters zerbrechlicher Fluch

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 14:23

Winters zerbrechlicher FluchDass ich die märchenhaften Geschichten von Julia Adrian liebe, ist kein Geheimnis. Auf WINTERS ZERBRECHLICHER FLUCH war ich, wie viele Leser*innen, schon lange gespannt. Und nachdem ich den ersten Teil der neuen Trilogie gelesen habe, kann ich voller Freude sagen: das Warten hat sich gelohnt!

Zum Inhalt möchte ich nicht allzu viel verraten, außer, dass es um mehr geht als um eine von einem Prinzen verschmähte Braut. Das Schicksal mehrerer Königreiche steht auf dem Spiel. Ein Spiel, in dem alle die Regeln kennen, außer die Protagonistin Mary, die lange nicht begreift, was wirklich um sie herum vorgeht.

Was als eine auf den Kopf gestellte Cinderella-Adaption beginnt, entwickelt sich zu einer komplexen Märchenfantasy. Julia Adrian erzählt eine unerwartet epische Geschichte aus zahlreichen Blickwinkeln. Wendungen und Überraschungen erwarten den Leser alle paar Seiten und verwandeln Winters zerbrechlicher Fluch in einen wahren Pageturner.

Dabei ist mir – obwohl ich Vielleser bin – der Anfang gar nicht so leicht gefallen. Jeder Charakter besitzt eine eigene Agenda. Die vielen Geheimnisse und unausgesprochenen Wahrheiten, die schon in den ersten Kapiteln auf den Leser einprasseln – damit muss man erst mal zu Recht kommen. Gleichzeitig laden gerade sie zum Weiterlesen ein: Was ist wirklich im Schwarzen Winter passiert? Warum verhält sich der Goldkönig so abweisend seiner Tochter gegenüber? Was geschah vor drei Jahren zwischen Mary und Prinz Tarek? Welches Geheimnis hüten die Turmbraut und die stumme Königin? Woher stammt Cinderella? Und und und …

Es ist wahnsinnig fesselnd, sich auf diese Spurensuche zu begeben, auch wenn Julia Adrian in diesem ersten Band mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.

Mir hat bereits DIE DREIZEHNTE FEE richtig gut gefallen. Julias Debüt hat mich verzaubert, auch wenn mir darin manches fast ein wenig zu schnell ging. In WINTERS ZERBRECHLICHER FLUCH nimmt sich Julia für ihre Figuren und ihre Geschichte mehr Zeit. Der Bann, in den sie dadurch ihr Publikum verstrickt, wird nur noch größer. Was nämlich gleich geblieben ist, ist Julias besonderer, märchenhafter Stil.

Tausend Bürstenstriche brauchte es, um mein Haar in Gold zu verwandeln.“

Unbedingt lesen, wenn ihr märchenhafte Fantasy mögt, die auch komplexer sein darf!

25. Oktober 2019

#AllHallowsReadGermany – SIEBENGESCHICHTEN

Category: News – Darkstar – 09:00

Dieses Jahr bin ich wieder dabei bei ALL HALLOWS READ GERMANY – einer schönen, gemeinschaftlichen Oktober-Aktion, aus der Tanja Karmann inzwischen eine Tradition gemacht hat.

All Hallows Read 2019

Nicht nur findet ihr bei einer Reihe Blogger passende Lektürentipps für HALLOWEEN. Ihr könnt darüber hinaus auch Buchpakete gewinnen. Wie das alles genau funktioniert und wie die Idee entstanden ist, verrät Tanja auf ihrer Website.

Gestern hat die Aktion bei geeksantiques.de Halt gemacht. Heute geht es bei mir weiter. Ich bin übrigens nicht zum ersten Mal dabei. Vor zwei Jahren habe ich bereits einen unheimlichen Kinderbuchklassiker vorgestellt. Dieses mal habe ich mich wieder für ein Buch für Kinder entschieden, und zwar für die gruselige Sammlung Siebengeschichten von Nina Blazon.

SiebengeschichtenSiebengeschichten versammelt sieben Schauergeschichten. Sie alle stammen aus der Feder von Nina Blazon. Jede von ihnen spielt jedoch auf einem anderen Fleckchen Erde. (more…)

23. Oktober 2019

ALL HALLOWS READ GERMANY ist wieder da

Category: News – Darkstar – 21:33

Schon gehört:

Tanja Karmann hat auch dieses Jahr wieder die deutschsprachige ALL HALLOWS READ-Aktion gestartet – ich bin in den kommenden Tagen auch mit dabei.

Wenn ihr auf der Suche nach gruseligen Buchtipps zu HALLOWEEN seid oder eins von fünf Buchpaketen gewinnen wollt, dann schaut mal hier!

15. Oktober 2019

Maleficent – Mistress of Evil (Spoilerfreie Review)

Category: News – Darkstar – 16:15

Mistress of Evil KinoplakatShe’s back!

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein riesengroßer Maleficent-Fan bin. Von allen Disney-Realverfilmungen der letzten Jahre ist dieser Film für mich der mit Abstand gelungenste – eben weil er den ursprünglichen Zeichentrickfilm und die zugrunde liegenden Märchenmotive so umwerfend überraschend neu interpretiert hat, ohne dem Original untreu zu werden.

Dass es mit Maleficent – Mächte der Finsternis ein Sequel geben würde, hat mich im Vorfeld gleichermaßen begeistert und nervös gemacht. Kann dieser Film überhaupt mit dem großartigen ersten Streifen mithalten?
Inzwischen habe ich eine Preview gesehen und kann sagen: Ja, kann er! Warum ich das so sehe, verrate ich in meiner nachfolgenden Review, die ich weitestgehend frei von Spoilern halte:

Worum geht’s überhaupt?

Mistress of Evil, wie der Film im Original heißt, spielt einige Jahre nach Maleficent. Aurora herrscht als Königin der Moore über Feen und Elfen. Ihre Liebe zu Prinz Phillip ist gewachsen und die beiden wollen heiraten. Sehr zum Missfallen ihrer „Mütter“, die jeweils unterschiedliche Gründe haben, warum die Welt der Feen und die Welt der Menschen weiterhin getrennt voneinander existieren sollten.

Als Maleficent und Königin Ingrith aufeinander treffen, kommt es zu einem solch explosiven Eklat, dass ein Krieg zwischen Feen und Menschen auszubrechen droht …

Meine Meinung:

Mistress of Evil KinoplakatVon den Drehbuchautoren war es eine weise Entscheidung, den Film mehrere Jahre nach Maleficent spielen zu lassen. So hatten die Figuren die Möglichkeit, zu reifen und sich zu verändern. Vor allem Aurora ist nicht mehr das naive kleine Mädchen aus dem ersten Film. Auch Maleficent hat einige ihrer Ecken und Kanten verloren.

Wenngleich der Streifen inhaltlich nicht ganz an den herausragenden ersten Film heranreicht, kann ich ihn euch uneingeschränkt ans Herz legen, wenn ihr Märchenfantasy liebt. So gern würde ich euch über einige unerwartete Twists im Film berichten, aber ich will euch den Spaß bei einem Kinogang nicht kaputt machen.

Sagen darf ich allerdings, dass Mistress of Evil das Maleficent-Universum auf eine ganz phantastische Art und Weise erweitert. Wir werfen einen Blick über das Reich der Moore hinaus. Die Welt der Feenwesen wächst und wie auch im ersten Teil haben die Designer und die SFX- und CGI-Experten ganze Arbeit geleistet. Sie bieten einen Augenschmaus. Visuell erinnern die Figuren an die Wesen von Brian Froud: von winzigen Pixies bis hin zu majestätischen Baummonstern. Man möchte eintauchen in diesen magischen Kosmos und ehrlich, ich hoffe, nach Mistress of Evil wird es – ob nun mit oder ohne Angelina Jolie – noch weitere Filme aus dieser Welt geben. Den Film habe ich in 2D gesehen und die Bilder waren richtiggehend berauschend.

Ebenfalls überzeugend waren der Score und die Schauspielerleistungen.

Elle Fanning, in Maleficent noch süß, wird mit jedem Jahr besser und überzeugt hier in der schwierigen ambivalenten Rolle als angehende Königin und Ehefrau auf der einen, Tochter einer dominanten Mutter auf der anderen Seite. Und Angelina Jolie ausgerechnet Michelle Pfeiffer gegenüberzustellen: das ist ein Match made in Heaven. Beide spielen ihre Rollen hervorragend. Angelina Jolie ist Maleficent.

Mistress of Evil IngrithIm Vorfeld habe ich oft die Kritik gehört, dass die Leute befürchten, dass das Drehbuch von Teil 2 ihre Wandlung von der bösen Fee zur gutherzigen „Mutter“ aus Teil 1 negieren könnte – aber das ist nicht der Fall. Zwar wandelt sich Maleficent auch in Mistress of Evil, aber das absolut überzeugend – sicher nicht zuletzt dank Jolie. Es ist ein Fest, sie auf Michelle Pfeiffer treffen zu sehen – bei der man nicht umhin kommt, festzustellen, wie sehr ihr Fantasy-Streifen stehen (man denke nur an Der Tag des Falken oder Der Sternwanderer).

Wenn ich dem Film etwas vorwerfe, dann allenfalls, dass ihm gerade in Bezug auf Königin Ingrith ein bisschen mehr Hintergrund gut getan hätte. Was die Psychologie der Figuren angeht, erfordert der Film Mitdenken vom Zuschauer. Die Handlungen der Beteiligten sind nachvollziehbar, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, woher sie kommen und welche Ziele sie erfolgen. Wer sich darauf einlässt, wird sich erstaunt, berührt, erfreut, aufgebracht, traurig und glücklich fühlen.

Abschließend möchte ich noch betonen, dass Mistress of Evil wie bereits Maleficent mit wirklich viel Fingerspitzengefühl Motive aus dem Dornröschen-Märchen und der Elfen- und Feenmythologie aufgreift und auf überraschende Weise teils auch ganz unauffällig in die Filmhandlung verwebt. Ob wir nun von Flüchen sprechen oder Dornenhecken.

Maleficent – Mistress of Evil ist anders, als ich erwartet habe, aber genau deshalb so gut.

Unbedingt auf der großen Leinwand sehen!

14. Oktober 2019

FBM2019 – meine Termine

Category: News – Darkstar – 22:29

FBM2019 TermineBald geht’s wieder los! Freut ihr auch schon so sehr auf die Buchmesse?

Falls ihr Lust habt, mich zu treffen – hier kommen meine offiziellen Termine:

MESSE-DONNERSTAG

11:00 Uhr – Signierstunde beim Drachenmond
15:00 Uhr – Signierstunde beim Drachenmond

MESSE-FREITAG

10:00 Uhr – Signierstunde Märchenanthologie beim Drachenmond
16:00 Uhr – Signierstunde beim Drachenmond

MESSE-SAMSTAG

12:00 Uhr – Signierstunde Märchenanthologie beim Drachenmond
13:00 Uhr – Meet & Greet der schreibwg bei der Greenlight Press
14:00 Uhr – Signierstunde BECOMING ELEKTRA bei ueberreuter

WO?

Den Drachenmond Verlag findet ihr Halle 3.0, Stand K2
Den ueberreuter Verlag findet ihr Halle 3.0, Stand F33

Die Bücher könnt ihr natürlich vor Ort kaufen. Ich habe aber auch Postkarten und Lesezeichen dabei. Es würde mich total freuen, wenn ihr „Hallo“ sagt.

12. Oktober 2019

Interview mit Katharina V. Haderer

Category: Interviews – Darkstar – 10:00

Das Schwert der TotengöttinIm Juni erschien der neue Roman der österreichischen Autorin Katharina V. Haderer. Mit DAS SCHWERT DER TOTENGÖTTIN eröffnet Kathi eine neue Dark Fantasy-Trilogie „Black Alchemy“ um einen Gardisten und eine „Waldhexe“.

Bevor ich die Autorin im nachfolgenden Interview selbst zu Wort kommen lasse, möchte ich noch die Verlagsbeschreibung mit euch teilen:

Das Schwert der Totengöttin

Willkommen in Tradea – wo sich die Toten aus ihren Gräbern erheben!

Als Sergent Erik Zejn degradiert und von der Hauptstadt ins Vorland versetzt wird, rechnet er mit Ereignislosigkeit und Langeweile. Doch dann erheben sich die Toten aus den Gräbern und greifen die Lebenden an.

Zejn steht vor der größten Herausforderung seines Lebens: Um die Menschen zu retten, muss er herausfinden, wie er die Toten für immer zurück unter die Erde schicken kann. Die Einzige, die mehr über die unheimlichen Vorgänge zu wissen scheint, ist die Kräuterhexe Mirage, doch Zejn ist sich sicher, dass man ihr nicht trauen kann.

Mirage ist keine Hexe, sondern Alchemistin und versucht alles, um die Bedrohung aufzuhalten. Nur deshalb ist sie immer in der Nähe, wenn die Toten erwachen. Schnell beginnt die Bevölkerung zu glauben, dass sie für die Angriffe verantwortlich ist und wendet sich gegen sie. Wenn Mirage sich selbst retten will, muss sie ihre Unschuld beweisen und die Toten für immer zurück unter die Erde bringen.

Weder Zejn noch Mirage ahnen, dass die Toten nicht ihre einzigen Feinde sind.

Ein detail- und facettenreicher Weltenentwurf, ambivalente Figuren und ein düsteres magisches Abenteuer: der Auftakt zur packenden Fantasy-Saga „Black Alchemy“ von Katharina V. Haderer.

Interview mit Katharina V. Haderer

Liebe Kathi, welche Farben und Schlagworte fangen für dich die Atmosphäre von DAS SCHWERT DER TOTENGÖTTIN ein?

Schwarz, Violett, Grau, Dunkelgrün.

Nebel, Magie, Untote, Intrigen, Zusammenhalt, Miss- und Vertrauen.

Was hat Dich zur Handlung des Buches inspiriert?

Was den Beginn gemacht hat, kann ich im Nachhinein gar nicht sagen. Den Beginn eines Buches macht meist die Idee einer Szene. Bis genügend Stoff beisammen ist, können aber Jahre verstreichen.

Ich habe diverse Male versucht, Das Schwert der Totengöttin zu beginnen, und kein Prolog, kein Kapitel hat sich richtig angefühlt, ja, selbst die Namen fühlten sich falsch an.

Dann kam der Tag, an dem ich den ersten Absatz schrieb, der noch heute das Buch einleitet – und das ist bei mir äußerst selten, denn meistens schreibe ich die ersten paar Kapitel diverse Male neu, nachdem ich das Buch beendet habe. Doch dieser Anfang hat gepasst. „Etwas fehlte.“ Die ersten zweihundert Seiten habe ich in ungefähr einem Monat geschrieben. Es war wie ein Sog.

Bei einer Szene weiß ich allerdings ziemlich genau, woher ich inspiriert wurde. Mirage steigt in einen Kessel herab, aus dem sich ein See zurückgezogen hat, und legt eine Stadt frei. Ich habe etwas ähnliches in dem Computerspiel „The Witcher 3“ gespielt (oder war es der zweite Teil?) und fand die Atmosphäre der freigelegten Stadt so großartig, dass ich unbedingt eine derartige Szene mit meiner Protagonistin einfangen wollte.

Das Dorf und der dort gelegene See hält auch eine wichtige Rolle in der gesamten Trilogie inne.

Was magst Du an Deinen beiden Hauptfiguren am liebsten?

Der Garten der Schwarzen LilienErstens, dass sie so gegensätzlich sind.
Zweitens, dass sie stur sind.
Und drittens, das beide am Ende des Tages das Herz am rechten Fleck haben, auch wenn sie Entscheidungen meist mit unterschiedlichem Ausgang treffen.

Sergent Zejn ist ein typischer Vertreter seiner Gattung, ein Militärmann, ein Verfechter der Ordnung, und gerade anfangs will er sich selbst dann an Gesetze halten, wenn sie keinen Sinn machen.

Die Alchemistin Mirage ist ein Freigeist, der sich oftmals absichtlich unbeliebt macht, bloß damit niemand eine Erwartungshaltung an sie stellt. Sie gibt es anfangs nicht zu, aber dass sie die Dorfbewohner als Hexe bezichtigen, verletzt sie. Sie ist opportunistisch und egozentrisch und steht damit im krassen Gegensatz zu Erik Zejn, der von sich nur noch als Ordnungsorgan denkt und nicht länger als Mensch mit Bedürfnissen.

Mit der Zeit rütteln sie sich gegenseitig wach – und holen sich dabei die einige oder andere blutige Nase.

Deine Geschichten spielen in einer düsteren Fantasywelt. Recherchierst du viel? Wie wichtig ist dir Worldbuilding?

Ich versuche natürlich, dass sich diese mittelalterlich anmutende Welt möglichst rund anfühlt. Dabei geht aber für mich persönlich das Feeling über die historische Korrektheit.

Wer historisch korrekt will, ist mit einem historischen Roman besser bedient. Schließlich ist meine Welt ja auch nicht DAS europäische Mittelalter.

Ich schreibe mittlerweile das 10. Buch in diesem Universum – 14 mit Büchern, die nie veröffentlicht wurden. Das Ganze zieht sich durch die diversen Zeiten und Kulturen, von denen ich natürlich Elemente der unseren entlehne, dann aber auch wieder zu entfremden versuche. z.B. gab es zwischen den Heißen Ländern und Aurora niemals einen Rassenkrieg, weswegen dunkle Hautfarbe kein Thema ist, schon gar nicht in der multikulturellen Stadt Tradea.

Ich möchte einen Ritter mit gilebretischer Herkunft schreiben können, ohne dass er sich rechtfertigen muss, wie er dazu gekommen ist.

Hat dich das Schreiben dieses Buches auf eine Art und Weise gefordert, wie das zuvor noch nicht der Fall gewesen ist?

Puh, das ist eine schwierige Frage. Die Trilogie hat wieder mal mehrere Handlungsstränge (warum kannst du dich nicht einfach halten, Kathi!) und eine Zeit lang bin ich verzweifelt, weil ich ein Ende im Kopf hatte, das sich aber nicht richtig angefühlt hat, weswegen ich beim dritten Roman eine Blockade hatte.

Das war so lange, bis ich einen Freund gebeten hatte, sich meine Ideen anzuhören, und er berechtigterweise die Frage nach dem Motiv eines Bösewichts gestellt hat. Daraufhin musste ich das Ende umstellen, und so fühlt es sich richtig an. Das kann allerdings immer passieren. Ich merke es anhand dessen, dass ich nicht richtig weiter komme.

Ein kleiner Ausblick in die Zukunft: Woran arbeitest Du?

Momentan arbeite ich sowohl am Abschluss meiner „Drachen von Talanis„-Trilogie „Red Scales“ sowie am „Black Alchemy„-Abschlussband.

Als nächstes erscheint von mir der zweite Teil nach „Dem Schwert der Totengöttin“ – er heißt „Der Garten der schwarzen Lilien„.

Nachdem das Artefakt verschwunden ist, das den Totenaufmarsch vor Tradea zu verantworten hat, haben die Protagonisten Mirage und Zejn ein loses Bündnis geschlossen, um das Artefakt zurückzubekommen. Dabei tauchen sie tiefer in die düsteren Seiten Tradeas ein – und nehmen Kontakt mit der Diebesgilde auf.

Und die Off Topic-Frage: Wenn du eine fiktive oder historische Persönlichkeit auf einen Nachmittagsplausch einladen könntest, für wen würdest du dich entscheiden?

Jesus.
Mich würde interessieren, wie der wirklich so war, und ob er etwas mit der Ikone des Christentums gemein hat, zu der er stilisiert worden ist.

Vielen Dank!

Die Website der Autorin: Katharina V. Haderer

Mehr zum Roman und eine Leseprobe findet ihr auf der Verlagswebsite.

Eine dunkle Märchenkurzgeschichte von Katharina ist auch in meiner neuen Anthologie Durch Eiswüsten und Flammenmeere enthalten.

7. Oktober 2019

Durch Eiswüsten und Flammenmeere
Die vierte Märchenanthologie erscheint bald

Category: News – Darkstar – 20:30

Durch Eiswüsten und Flammenmeere

Fast schon fühlt es sich wie ein kleines Wunder für mich an: Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse 2019 erscheint DURCH EISWÜSTEN UND FLAMMENMEERE – die vierte von mir herausgegebene Märchenanthologie.

Thematisch sind diesmal viele Geschichten aus der Sicht der „ursprünglichen Bösewichte“ enthalten, und zwar aus der Feder von:

Adrian, Julia
Behrendt, Astrid
Bendzko, Nora
Bernard, C.E.
Dessalles, Julia
Haderer, Katharina V.
Handel, Christian
Hasse, Stefanie
Jehanzeb, Sameena
Köllinger, Maja
Lionera, Asuka
Rina, Lin
Siegmund, Fabienne
Tack, Stella A.
Thomsen, Emily
Weber, Michelle Natascha

Der Klappentext von DURCH EISWÜSTEN UND FLAMMENMEERE liest sich wie folgt:

Es war einmal eine Zeit, in der Schneeköniginnen die Welt mit Eis überzogen und Hexen Menschen in Tiere verwandelten.
So jedenfalls erzählt man sich.

Was aber wäre, wenn Zauberinnen Mädchen in Türme sperrten, um sie zu schützen?
Wenn der Herzkönigin einst selbst das Herz gebrochen wurde?
Wenn man fortgehen muss, um sich selbst zu finden?

Es ist an der Zeit, auch die Stiefmütter, die Wölfe und die Todesfeen zu Wort kommen zu lassen.

Bist du bereit für ihre Geschichten?

Erneut erhält das Buch wundervolle, individuell angefertigte Illustrationen von So’Lil Art.

Bestellen könnt ihr DURCH EISWÜSTEN UND FLAMMENMEERE überall im Buchhandel oder – signiert von Astrid – direkt im Shop des Drachenmond Verlags.

5. Oktober 2019

S. Jae-Jones: Shadowsong

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 11:37

ShadowsongDas Labyrinth atmete.
Das Rascheln um mich herum steigerte sich zu einem kratzenden Sturm. Es klang nicht mehr nach Blättern, die über den immer noch gefrorenen Boden wehten, sondern nach Fingernägeln – Klauen – die über Stein kratzten.

S. Jae-Jones düster-romantischer Fantasy-Roman WINTERSONG zählte im vergangenen Jahr zu meinen absoluten Lese-Highlights. Im Süddeutschland des frühen 19. Jahrhunderts suchte sich die junge Elisabeth einen Weg in die Unterwelt, um ihre geraubte Schwester aus den Klauen des Koboldkönigs zu befreien. Und sie verliebte sich …

Der Roman nahm ein bitter-süßes Ende. Elisabeth entschied sich für ein Dasein unter den Menschen und gegen den Erlkönig, dem ihr Herz gehörte. In SHADOWSONG spinnt die Autorin nun Elisabeths Geschichte fort … auf ebenso magische wie unerwartete Weise.

Wer nämlich glaubt, im Mittelpunkt von SHADOWSONG stünde der Versuch von Elisabeth, doch noch einen Weg zu finden, mit ihrem andersweltlichen König glücklich zu sein, der irrt. Vielmehr bemüht sich die Protagonistin diesmal, ihren Bruder zu retten, der von den Mächten der Anderswelt bedroht wird.

Mutter schnaubte. „Elfen. Die Wilde Jagd. Das Unheilige Heer. Man könnte fast meinen, dass sie an diese Märchen glaubt.“

Denn Elisabeths Flucht aus der Unterwelt hat das brüchige Gleichgewicht zwischen Unter- und Oberwelt ins Wanken gebracht. Die Braut des Koboldkönigs ist ihrem Grab unter der Erde entkommen. Die alten Gesetze verlangen aber dennoch, dass ein Preis bezahlt wird. Die Wilde Jagd reitet durch die frostklirrenden Winternächte auf der Suche nach einem anderen Opfer …

SHADOWSONG ist inhaltlich sowohl anders, als ich erwartet habe, als auch anders als WINTERSONG. Jones erweitert ihren Kosmos. Ihre Heldin verlässt die heimischen Gefilde und reist in die Welt auf der Suche nach Erlösung, auf der Suche nach Rettung für ihren Bruder, den sie verloren glaubt.

Gleichzeitig webt die Autorin in einem absolut umwerfenden Stil wieder eine düster-romantische, dunkle, glitzernd-gefährliche Geschichte voller großartiger Schauplätze und greifbarer Emotionen. Bittersüß ist auch SHADOWSONG, dazu unglaublich spannend und definitiv erneut ein Highlight.

Auch oder vielleicht gerade weil die Geschichte anders war als erwartet, habe ich die Rückkehr in den Erlkönig-Kosmos extrem genossen. Es ist ein Roman, den ich sicher in Zukunft gern wieder lesen werde. Und wieder. Weil Elisabeth eine überzeugende, vielschichtige, ehrliche Protagonistin ist, die mitunter auch mal unbequem sein kann. Und weil S. Jae-Jones einfach phänomenal schön schreibt.

Wenn ihr dunkelromantische Geschichte um alte deutsche Mythen mögt, solltet ihr unbedingt den Zweiteiler lesen!

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagswebsite.

Extra: Mein Interview mit der Autorin!