Darkstars Fantasy News


17. November 2019

Cornelia Funke: Palast aus Glas

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 13:37

Palast aus GlasLiebt ihr Cornelia Funkes märchenhafte Spiegelwelt? Dann freut ihr euch sicher ebenso sehr wie ich, dass mit PALAST AUS GLAS ein neues Buch der Autorin erschienen ist.

Dabei handelt es sich um eine illustrierte Kurzgeschichtensammlung. Auf rund 180 Seiten (und mit zahlreichen Zeichnungen aus ihrer Feder) nimmt uns Cornelia Funke auf neue Abenteuer in diese Welt mit.

Und wenn ich Welt sage, meine ich wirklich Welt 

Denn die Geschichten spielen nicht nur alle zu unterschiedlichen Zeiten, sondern auch an unterschiedlichen Orten. Die erste Erzählung, Das Glas, das Blei und Gold beschert, entführt uns in das London der Spiegelwelt. Dort stößt ein armes Waisenmädchen in einer klirrendkalten Winternacht nicht nur auf einen magischen Schatz, sondern findet auch unerwartete Freunde – und Feinde.

Die Titelgeschichte hingegen spielt im Madrid unserer Welt (wenn auch nicht unserer Zeit), in die auf unerwartete Weise Magie Einzug hält.

Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit den Helden aus der Reckless-Saga.

Jacob roch den Zimt in der kalten Abendluft, lange bevor das spitzgiebelige Haus zwischen den Bäumen auftauchte. Zimt und geschmolzener Zucker, Lebkuchenziegel und Dachschindeln aus mondlichtweiser Schokolade.

In Das Geschenk erfahren wir, wie Celeste zu einer Fuchswandlerin wurde. In Der Kamm der Hexe begleiten wir Jacob auf eines seiner allerersten Abenteuer in der Spiegelwelt. Und in Die Geige des Strömkarlen begeben sich Celeste und Jacob gemeinsam nach Stockholm, um die gestohlene Geige eines Wassermanns wiederzufinden.

Selbst die belebteren Gassen Stockholms schimmerten im Licht der Gaslaternen wie Sternenpfade.

Palast aus Glas - IllusUnnachahmlich erzählt Cornelia Funke Geschichten aus einer Welt der Feuerelfen und Däumlinge, der Wassermänner, Gestaltwandler, Feen und Zauberspiegel. Tatsächlich war es mir ganz egal, ob die Geschichten in Palast aus Glas von den Protagonisten der Buchreihe handelten oder von neuen Figuren. Ich habe sie alle ins Herz geschlossen. Vor allem Tabetha, die Heldin aus der ersten Erzählung – ich würde mich freuen, ihr ein anderes Mal wieder zu begegnen.

Ich lese viele Märchenadaptionen und Fairytale-Fantasyromane. Cornelia Funkes Spiegelwelt ist dennoch etwas Besonderes. Ihre Illustrationen verstärken noch den Eindruck, in eine Märchenwelt und ein anderes Zeitalter einzutauchen.

Egal, ob ihr bereits Fans der Spiegelwelt seit oder nicht: Palast aus Glas ist die perfekte Gelegenheit, in Cornelia Funkes Märchenwelt auf Erkundungstour zu gehen.

11. November 2019

Interview mit Karen M. McManus

Category: Interviews – Darkstar – 20:31

Karen McManus Christian Handel FBM2019Im Oktober diesen Jahres hat die amerikanische Jugendbuchautorin Karen M. McManus Deutschland besucht. Nicht zuletzt, weil ihr im vergangenen Jahr erschienener Krimi „One of us is lying“ für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert wurde.

Während der Frankfurter Buchmesse durfte ich McManus zu einem Interview treffen. Offen unterhielt sie sich mit mir über das Schreiben, über die anstehende Verfilmung ihres ersten Romans und natürlich über ihr aktuelles Buch Two Can Keep A Secret

Interview mit Karen M. McManus

In Ihren beiden bisher veröffentlichten Romanen geht es um das Bewahren und Lüften von Geheimnissen. Wie gut sind Sie selbst darin?

Ich bin hervorragend darin, Geheimnisse zu bewahren, wirklich.

In der Buchbranche muss man das wohl auch sein. Es gibt so viele Dinge, über die man nicht sprechen darf. Gerade wurden Details zu meinem übernächsten Roman bekannt gegeben – und auf diesen Informationen habe ich schon ewig wie auf glühenden Kohlen gesessen.

ONE OF US IS LYING wurde von einem Song aus dem Soundtrack zum 80er Jahre-Film The Breakfast Club inspiriert. Wie war das bei TWO CAN KEEP A SECRET?

Da kamen unterschiedliche Inspirationen zusammen. Zunächst kam das Setting. Ich hatte wirklich große Lust darauf, einen Krimi in einer Kleinstadt in New England anzusiedeln. In einer solchen wuchs ich nämlich selbst auf. Ich liebe dieses Motiv der scheinbar perfekten Stadt, unter deren Oberfläche es gewaltig brodelt.

Two Can Keep A SecretDann erinnere ich mich daran, eine Folge von Unsolved Mysteries gesehen zu haben, eine Doku-Serie, die ich sehr gern schaue.

Es ging um einen Teenager, der bereits viele Jahre lang vermisst wurde. Die Folge konzentrierte sich auf die Eltern, die ihr Kind verloren hatten – sie brach einem wirklich das Herz.

Die Eltern hatten inzwischen andere Kinder. Das brachte mich zum Nachdenken darüber, wie es wohl wäre, im Schatten von jemandem aufzuwachsen, den man nie kennen gelernt hat. Sei es nun die eigene Mutter, Schwester oder Cousine.

Das war der Ausgangspunkt für Ellory – ein junges Mädchen, das nie seiner Tante begegnet ist und deren Mutter nach dem ungeklärten Verschwinden der eigenen Zwillingsschwester nie wieder dieselbe war.

War es leichter, dieses Mal nur aus der Sicht zweier Figuren zu schreiben statt aus der von vieren?

Oh ja, allerdings!

Es gab eine Zeit, in der ich mit dem Gedanken spielte, Ezra und Mia – zwei wichtigen Nebenfiguren – ebenfalls eigene Kapitel einzuräumen. Aber dann begriff ich, dass das für die Geschichte nicht zwangsläufig notwendig war und dann sollte man das auch nicht machen. Zumal man sich so auch einiges an Arbeit erspart, weil man dann für diese Figuren nicht ganz so komplexe Storybögen und Hintergrundgeschichten entwickeln muss.

Dennoch war ich froh, dass die beiden einen so großen Part in der Geschichte einnehmen, weil sie queer sind.

Unter meinen Lesern gibt es sehr viele LGBTler und es ist mir wichtig, dass sie Figuren in meinen Büchern finden, mit denen sie sich verbunden fühlen.

Kommen in ihren kommenden Büchern also auch queere Figuren vor?

Allerdings!

Was war das seltsamste Thema, über das Sie bisher recherchiert haben?

Darüber muss ich nachdenken …

Auf alle Fälle habe ich extreme viel darüber recherchiert, wie man einen Vergnügungspark zum Thema Halloween führen würde. Dieses Setting sollte in TWO CAN KEEP A SECRET eigentlich eine größere Rolle spielen.

Dazu muss ich sagen, dass mir Settings nicht leicht fallen. Figuren, Dialoge und der Plot – das ja. Aber Settings. Puh! Da muss ich wirklich viel Zeit und Arbeit reinstecken.

Ellory arbeitet im Buch auf diesem makabren Vergnügungspark. In welcher Attraktion hätten Sie auf der Fright Farm gearbeitet?

Haha! Definitiv im Geisterhaus.

Sie haben einmal gesagt, Sie mögen den Ratschlag, man solle das Buch schreiben, das einem selbst Angst einjagt. Inwiefern haben Ihre Bücher Ihnen Angst eingejagt?

Ich mag diesen Spruch, weil er für mich bedeutet, dass man sich aus seiner eigenen Komfortzone herausbewegt.

Als mir die Idee zu ONE OF US IS LYING kam, hatte ich noch nie einen Krimi geschrieben. Ich hatte noch kein Manuskript mit vier Point of View-Figuren geschrieben. Ich hatte noch nicht einmal etwas mit zwei Point of View-Figuren geschrieben.

One of us is lyingIch saß da und hab mich gefragt: Kann ich das wirklich schaffen? Wem mache ich eigentlich etwas vor? Das wird entweder das Beste, was ich bisher geschrieben habe, oder ein absolutes Desaster.

Ich glaube, sich darauf einzulassen, dass das, was man erschaffen könnte, sich als Desaster herausstellt, ist eine gute Sache. Denn es wirkt befreien. Und in diesem Fall ging es gut aus.

Was TWO CAN KEEP A SECRET angeht:

Noch nie zuvor hatte ich einen so vielschichtigen Krimiplot aufgebaut. Es gibt acht unterschiedliche Mystery-Plots. Ist das zu viel, habe ich mich gefragt. Aber ich wollte es unbedingt ausprobieren und sehen, ob mir das gelingen könnte. In kreativer Hinsicht ist das ein guter Weg.

Bis zu welchem Zeitpunkt im Veröffentlichungsprozess waren Sie denn verängstigt?

Es ist immer schwierig zu sagen, wann ein Buch “fertig” ist.

Für ONE OF US IS LYING, mein erstes veröffentlichtes Buch, hatte ich Kritikpartner. Diese hatten auch meine anderen beiden, unveröffentlichten Bücher gelesen.

Und diesmal verhielten sie sich ganz anders. Sie baten mich darum, ihnen neue Kapitel zu schicken, denn ich teilte das Manuskript mit ihnen während des Schreibens nach und nach. Sie haben so stark auf die Figuren reagiert und sich auf das Buch eingelassen und das hat mir das Gefühl vermittelt: Okay, vielleicht schreibe ich da gerade etwas, das Potential hat. Denn es fühlte sich ganz anders an als vorher.

Und Ihr zweites veröffentlichtes Buch: War das Schreiben leichter oder schwerer?

Es war schwieriger, denn ein zweites Buch ist für viele AutorInnen ein anstrengenderes Unterfangen. Oftmals ist es das erste Mal, dass man unter Vertrag schreibt und mit einer Deadline arbeitet. Und zu wissen, dass man gerade etwas schreibt, was wirklich jemand lesen wird, wirkt sich auch ganz schön auf die Psyche aus.

Es war also in der Hinsicht leichter, als dass ich wusste, was auf mich zukam. Aber auch schwieriger, weil ich immer noch neu im Geschäft und dabei war, meine eigene Stimme zu finden und meinen eigenen Schreibprozess – aber unter viel größerer Beobachtung.

Was mögen Sie daran, Kriminalromane für Jugendliche zu schreiben?

Ein anderer Spruch, den ich mag ist: Schreib das Buch, das du selbst gern lesen würdest.

Als Teenager hätte ich meine Bücher wirklich gemocht. Ich liebte Krimis und damals gab es nicht so viele, die auf mein Alter zugeschnitten waren.

Und ich mag das Alter der Protagonisten. Zu dieser Zeit im Leben entwickelt man seine persönliche Sicht von der Welt und sucht nach dem eigenen Platz darin. Es geht also viel um das Innenleben der Figuren.

Wenn man darauf noch einen Krimiplot packt, der von der äußeren Handlung dominiert wird, ergibt das einen sehr spannenden Mix.

Sie bezeichnen sich selbst sowohl als Planerin als auch als Drauflos-Schreiberin. Wie ist letzteres bei einem Krimi überhaupt möglich?

One of us is nextIch habe mich so bezeichnet, weil ich bei ONE OF US IS LYING wirklich einfach drauflos geschrieben habe. Es gab kein Outline, keinen großen Plot.

Das hat funktioniert, auch wenn ich natürlich später noch einmal das Manuskript durchgehen musste, um Hinweise einzustreuen. Denn als ich den Roman schrieb, dachte ich nicht wie eine Krimi-Autorin. Beim Schreiben war es für mich eher eine Charakterstudie.

Ich muss dazu sagen, dass dieses Buch für mich wie ein Blitzeinschlag war. Es war auf einmal in meinem Kopf. Von A bis Z.

Bei TWO CAN KEEP A SECRET war das ganz anders. Die Grundidee war da – aber die musste ich ganz schön pflegen.

Anfangs versuchte ich, das Buch genau so zu schreiben wie ich es bei ONE OF US IS LYING gemacht hatte, weil ich dachte, so arbeite ich nun mal. Ich schreibe und entdecke alles weitere in dieser Phase. Aber das war nicht der Fall.

Ich habe es mehrfach umschreiben müssen. Und so bin ich zum Plotten gekommen. Als ich im zweiten Entwurf feststeckte und mir eingestehen musste, dass das Manuskript einfach nicht funktionierte, begriff ich, dass ich anders vorgehen musste. Ich legte den Text zur Seite und habe ein sehr ausführliches Outline geschrieben. Und danach floss das Schreiben wieder.
Also mache ich es jetzt immer so.

ONE OF US IS NEXT, die Fortsetzung von ONE OF US IS LYING, habe ich sehr ausführlich geplottet und das Schreiben fiel mir leicht.

Und mein übernächstes Buch, THE COUSINS, war ein weiterer Blitzeinschlag. Trotzdem habe ich es vor dem Schreiben vollständig ausgeplottet, weil dieses Vorgehen sich für mich einfach auszahlt.

ONE OF US IS LYING wird vielleicht eine TV-Serie. Was können Sie uns darüber schon verraten?

Der US-Sender NBC hat die Rechte erworben und eine Pilotfolge für die Serie bestellt.

Zum Zeitpunkt dieses Interviews (Buchmesse-Freitag) casten wir noch die Schauspieler. Im November soll aber bereits gedreht werden. Und Jennifer Morrison (Emma Swann aus Once Upon A Time) wird Regie führen.

Das ist natürlich sehr aufregend, aber man muss schauen, wie es dann weitergeht, denn so ist eben der Ablauf in der Branche: ein Pilot wird gedreht, der Sender schaut ihn sich an, hat vielleicht Änderungswünsche. Dann muss man abwarten, ob der Sender die Serie auch tatsächlich beauftragt.

Falls es dazu kommt, soll die Serie auf Peacock laufen, der eigenen Streamingplattform von NBC, die im Frühjahr 2020 an den Start geht. Wenn aus ONE OF US IS LYING eine Serie werden sollte, läuft sie vermutlich frühestens im Herbst 2020 an.

Haben Sie eigene Lieblingsserien?

Sogar viele. Pretty Little Liars zum Beispiel oder Gossip Girl.

Und ich habe Twin Peaks geliebt, was auch eine Art Inspiration für TWO CAN KEEP A SECRET war.

In ihrem nächsten Roman geht es um das Spiel Wahrheit oder Pflicht. Für was würden Sie sich entscheiden?

Pflicht. Wie vermutlich die meisten Leute.

Es ist viel weniger beängstigend, etwas zu tun als etwas von sich preiszugeben.

Wann wussten Sie, dass Sie Autorin werden wollten?

Mit dem Schreiben fing ich ungefähr mit acht Jahren an. Ich erzählte jedem, dass ich eines Tages Autorin werden wollte. Das blieb bis zur Highschool so.

Da gab ich es dann für eine Weile auf. Ich empfand es als schwierig und vielleicht fühlte es sich auch sehr einsam an in einer Zeit in meinem Leben, in dem mir Treffen mit Freunden usw. wichtiger waren. Ich glaubte damals auch nicht, dass Autorin ein richtiger Beruf sei und ich damit wirklich Geld verdienen könnte.

One of us is lying USIch dachte lange nicht darüber nach – und dann las ich DIE TRIBUTE VON PANEM als Erwachsene und das hat mich richtiggehend inspiriert.

Zum ersten Mal seit Jahren wollte ich auch selbst wieder etwas schaffen. Also schrieb ich mein erstes Buch – einen richtig schlechten PANEM-Abklatsch.

Natürlich war das Manuskript nicht veröffentlichbar. Aber dadurch fand ich zurück zum Schreiben.

Sie sagen, Schreiben fühlte sich einsam an. In ihrem Nachwort erwähnen Sie andere Jugendbuchautorinnen. Ist Schreiben also nicht mehr einsam?

Das war für mich wirklich der Game Changer!

Als ich in Higschool war, kannte ich niemanden sonst, der auch schrieb. Es gab niemandem, mit dem ich darüber reden konnte, wenn das Schreiben gerade anstrengend war, oder wenn ich irgendwo feststeckte oder wenn ich einfach nur ein bisschen Ermutigung und Unterstützung gebraucht hätte.

Als ich mich auf Twitter anmeldete und mit all diesen anderen Autorinnen und Autoren in Kontakt trat, änderte sich das alles. Wir tauschten Texte miteinander, unterstützten uns – ich wurde zu einem Teil einer Community. Plötzlich war ich als Autorin nicht mehr einsam. Natürlich schreibt man immer noch für sich allein an der Tastatur – aber man ist nicht mehr allein.

Sie unterstützen sich also gegenseitig?

Ich hatte das große Glück, gleich zu Beginn ein paar sehr gute Freundschaften zu knüpfen. Es handelt sich dabei um Autor*innen, die ich nicht nur persönlich mag, sondern deren Geschichten ich ebenfalls liebe, und das ist echt wichtig. Außerdem haben wir eine ähnliche Art, Kritik zu äußern, das hilft auch.

Es gibt drei oder vier Leute, mit denen ich fast von Anfang an zusammenarbeite – und inzwischen sind wir alle veröffentlicht. Wir haben zusammen angefangen und das Schreibbusiness gemeinsam entdeckt. Jetzt arbeitet jeder an seinem zweiten, dritten oder vierten Buch! Wir haben leider nicht mehr die Zeit, alles voneinander zu lesen, aber wir sind immer noch füreinander da.

Last but not least: Wenn Sie vier fiktive Figuren aussuchen dürften, mit denen Sie zum Nachsitzen müssten, für wen würden Sie sich entscheiden?

Oh wow! Mal sehen …

Okay, Katniss Everdeen müsste unbedingt mitkommen. Nicht nur ist sie einfach großartig. Wenn irgendwas aus dem Ruder laufen würde, hätte ich sie gern an meiner Seite.

Und dann noch Simon aus Love, Simon. Er ist einfach ein Schatz und ich würde gern mit ihm Zeit verbringen.

Außerdem liebe ich die Elias & Laia-Reihe von Sabaa Tahir. Sie entwickelt unglaubliche Figuren wie zum Beispiel Helene – die würde ich gern näher kennen lernen.

Und als letztes entscheide ich mich für Miss Marple, einfach weil ich ein riesiger Agatha Christie-Fan bin und gern einen Blick in ihren Kopf werfen würde.

Vielen Dank!

Karen McManus‘ Website findet ihr hier.

Meine Rezensionen zu ihren Büchern:

   One of us is lying

   Two can keep a secret

Vielen Dank an den cbj Verlag für das Möglich-Machen des Interviews!

9. November 2019

Leserunde zur neuen Märchenantho

Category: News – Darkstar – 20:16

Durch Eiswüsten und FlammenmeereWie auch in den vergangenen Jahren veranstalte ich auf Lovelybooks eine Leserunde zur neuen Märchenanthologie, die im Drachenmond Verlag erschienen ist.

Heute startet sie offiziell und ich würde mich freuen, wenn ihr Lust hättet, gemeinsam mit uns Autor*innen unsere neuen Märchenadaptionen zu entdecken.

Inzwischen ist auch die ebook-Version erschienen, so dass ihr im Grunde sofort mit Loslegen könntet.

Mehr über die Märchenanthologie erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Darum geht es:

Es war einmal eine Zeit, in der Schneeköniginnen die Welt mit Eis überzogen und Hexen Menschen in Tiere verwandelten.
So jedenfalls erzählt man sich.

Was aber wäre, wenn Zauberinnen Mädchen in Türme sperrten, um sie zu schützen?
Wenn der Herzkönigin einst selbst das Herz gebrochen wurde?
Wenn man fortgehen muss, um sich selbst zu finden?

Es ist an der Zeit, auch die Stiefmütter, die Wölfe und die Todesfeen zu Wort kommen zu lassen.

Bist du bereit für ihre Geschichten?

Zur Leserunde: dort entlang.

4. November 2019

Neue Märchenfantasy mit Russland-Flair

Category: News – Darkstar – 20:11

Der Bär und die NachtigallVor ein paar Wochen ist im Heyne Verlag Katherine Ardens Trilogie-Auftakt DER BÄR UND DIE NACHTIGALL erschienen.

Dabei handelt es sich um eine märchenhafte Fantasy, die im englischsprachigen Raum bereits recht viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Ich bin gespannt, wie das Buch hierzulande ankommt (nicht zuletzt deswegen, weil die Fortsetzung von ROSEN & KNOCHEN auch mit russischen Märchenmotiven spielt).

Darum geht’s in DER BÄR UND DIE NACHTIGALL

In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie.

Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt

Mehr über das Buch erfahrt ihr auf der Verlagswebsite.

Bei Audible gibt es übrigens auch ein Hörbuch.

2. November 2019

Karen M. McManus: Two Can Keep A Secret

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 13:40

Two Can Keep A SecretEcho Ridge wäre eine durchaus idyllische Kleinstadt im Nirgendwo. Wären da nicht zwei Dinge. Zum einen besitzt der Ort einen äußerst makabren Freizeitpark namens Fright Farm. Zum anderen blickt der Ort auf zwei schreckliche Ereignisse, zwischen denen zwar zwanzig Jahre liegen, die aber dennoch miteinander zu tun haben könnten.

Vor rund zwei Jahrzehnten verschwand ein junges Mädchen spurlos. Vor ein paar Jahren verschwand ein anderes Mädchen. Es wurde ermordet auf der Fright Farm aufgefunden.

Und jetzt scheint der Mörder erneut zuschlagen zu wollen.

Kurz vor dem Homecoming Ball tauchen in der ganzen Stadt Drohbotschaften auf, die ein weiteres Unglück ankündigen. Wie sind die Verbrechen miteinander verknüpft? Steckt vielleicht sogar der gleiche Täter hinter allem?

Ellery ist gerade mit ihrem Zwillingsbruder Ezra nach Echo Ridge gezogen, um das letzte Schuljahr bei ihrer Großmutter zu verbringen. Die Polizei schärft ihr ein, sich bloß nicht in die Ermittlungen einzumischen, um nicht selbst in Gefahr zu geraten. Aber das schert Ellery wenig. Denn das Mädchen, das vor zwanzig Jahren verschwunden ist, war ihre Tante.

Mit ihrem Debütroman One of us is Lying erkletterte Karen McManus nicht nur die Bestsellerlisten, sie stürmte sie geradezu. Die Jugendbuchjury nominierte sie damit hierzulande mit dem Jugendliteraturpreis. Auch mich hat ihr Erstling gefesselt.

Auf ihren neuen Roman Two Can Keep A Secret war ich deshalb immens gespannt. Und tatsächlich erweist sich die Kleinstadt-Murder Mystery als ein ebensolcher Pageturner wie One of Us is Lying. Statt aus vier Perspektiven erzählt McManus ihre für sich stehende Geschichte diesmal aus zweien: aus der von Ellery, die mit ihrem schwulen Zwillingsbruder Ezra ziemlich unfreiwillig nach Echo Lodge gezogen ist. Und die von Malcolm, dessen älterer Bruder Hauptverdächtiger in dem Mordfall vor einigen Jahren war. Seither wird seine Familie ausgegrenzt und mit Argusaugen beobachtet.

Als Ellery Malcolm zu Beginn des Romans in einer verdächtigen Situation erwischt und ihn nichts an Messer liefert, freunden sich die beiden an. Gemeinsam mit Malcolms bester Freundin und Ellerys Zwillingsbruder machen sich die beiden daran, herauszufinden, wer hinter den ominösen Morddrohungen steckt.

Beide Handlungsstränge sind sehr eng miteinander verwoben. Überhaupt ist die „Zwei“, auf die bereits der Titel hinweist, ein wiederkehrendes Motiv im Roman – und das auf unterschiedlichste Weise. Das Setting ist herrlich atmosphärisch, die Charaktere interessant und der Stil der Autorin packend. Noch eine Seite, noch eine Seite – man kann Two Can Keep A Secret nur schwer aus der Hand legen.

Geschickt spielt McManus mit den Erwartungen der Leser. Sie lockt sie auf falsche Fährten und überrascht sie mit einem unerwarteten, aber durchaus glaubhaften Ende.

Wenn ihr einen ähnlichen Geschmack habt wie ich, werdet ihr begeistert sein. Denn soviel kann ich euch bereits versprechen: In Echo Ridge liegt mehr als nur eine Leiche begraben.

31. Oktober 2019

Mercedes Lackey: The Wizard of London (Audiobook)

Category: Hörbücher,Rezensionen – Darkstar – 14:35

Wizard of LondonEngland im Viktorianischen Zeitalter: Nach mehreren aufregenden Jahren in Indien ist Isabelle Harton mit ihrem Ehemann Frederick nach London gezogen. Gemeinsam haben die Hartons dort eine Internatsschule für Kinder aufgemacht, deren Eltern in den Kolonien leben, sowie für Kinder mit “Talent”, d. h. Kinder mit PSI-Fähigkeiten. Als die junge Sarah von ihren Eltern, die als Missionare in Afrika leben, an die Schule geschickt wird, erkennt Isabelle schnell, dass das Mädchen über besonders starke parapsychologische Kräfte verfügt. Nicht (more…)

27. Oktober 2019

Julia Adrian: Winters zerbrechlicher Fluch

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 14:23

Winters zerbrechlicher FluchDass ich die märchenhaften Geschichten von Julia Adrian liebe, ist kein Geheimnis. Auf WINTERS ZERBRECHLICHER FLUCH war ich, wie viele Leser*innen, schon lange gespannt. Und nachdem ich den ersten Teil der neuen Trilogie gelesen habe, kann ich voller Freude sagen: das Warten hat sich gelohnt!

Zum Inhalt möchte ich nicht allzu viel verraten, außer, dass es um mehr geht als um eine von einem Prinzen verschmähte Braut. Das Schicksal mehrerer Königreiche steht auf dem Spiel. Ein Spiel, in dem alle die Regeln kennen, außer die Protagonistin Mary, die lange nicht begreift, was wirklich um sie herum vorgeht.

Was als eine auf den Kopf gestellte Cinderella-Adaption beginnt, entwickelt sich zu einer komplexen Märchenfantasy. Julia Adrian erzählt eine unerwartet epische Geschichte aus zahlreichen Blickwinkeln. Wendungen und Überraschungen erwarten den Leser alle paar Seiten und verwandeln Winters zerbrechlicher Fluch in einen wahren Pageturner.

Dabei ist mir – obwohl ich Vielleser bin – der Anfang gar nicht so leicht gefallen. Jeder Charakter besitzt eine eigene Agenda. Die vielen Geheimnisse und unausgesprochenen Wahrheiten, die schon in den ersten Kapiteln auf den Leser einprasseln – damit muss man erst mal zu Recht kommen. Gleichzeitig laden gerade sie zum Weiterlesen ein: Was ist wirklich im Schwarzen Winter passiert? Warum verhält sich der Goldkönig so abweisend seiner Tochter gegenüber? Was geschah vor drei Jahren zwischen Mary und Prinz Tarek? Welches Geheimnis hüten die Turmbraut und die stumme Königin? Woher stammt Cinderella? Und und und …

Es ist wahnsinnig fesselnd, sich auf diese Spurensuche zu begeben, auch wenn Julia Adrian in diesem ersten Band mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.

Mir hat bereits DIE DREIZEHNTE FEE richtig gut gefallen. Julias Debüt hat mich verzaubert, auch wenn mir darin manches fast ein wenig zu schnell ging. In WINTERS ZERBRECHLICHER FLUCH nimmt sich Julia für ihre Figuren und ihre Geschichte mehr Zeit. Der Bann, in den sie dadurch ihr Publikum verstrickt, wird nur noch größer. Was nämlich gleich geblieben ist, ist Julias besonderer, märchenhafter Stil.

Tausend Bürstenstriche brauchte es, um mein Haar in Gold zu verwandeln.“

Unbedingt lesen, wenn ihr märchenhafte Fantasy mögt, die auch komplexer sein darf!

25. Oktober 2019

#AllHallowsReadGermany – SIEBENGESCHICHTEN

Category: News – Darkstar – 09:00

Dieses Jahr bin ich wieder dabei bei ALL HALLOWS READ GERMANY – einer schönen, gemeinschaftlichen Oktober-Aktion, aus der Tanja Karmann inzwischen eine Tradition gemacht hat.

All Hallows Read 2019

Nicht nur findet ihr bei einer Reihe Blogger passende Lektürentipps für HALLOWEEN. Ihr könnt darüber hinaus auch Buchpakete gewinnen. Wie das alles genau funktioniert und wie die Idee entstanden ist, verrät Tanja auf ihrer Website.

Gestern hat die Aktion bei geeksantiques.de Halt gemacht. Heute geht es bei mir weiter. Ich bin übrigens nicht zum ersten Mal dabei. Vor zwei Jahren habe ich bereits einen unheimlichen Kinderbuchklassiker vorgestellt. Dieses mal habe ich mich wieder für ein Buch für Kinder entschieden, und zwar für die gruselige Sammlung Siebengeschichten von Nina Blazon.

SiebengeschichtenSiebengeschichten versammelt sieben Schauergeschichten. Sie alle stammen aus der Feder von Nina Blazon. Jede von ihnen spielt jedoch auf einem anderen Fleckchen Erde. (more…)

23. Oktober 2019

ALL HALLOWS READ GERMANY ist wieder da

Category: News – Darkstar – 21:33

Schon gehört:

Tanja Karmann hat auch dieses Jahr wieder die deutschsprachige ALL HALLOWS READ-Aktion gestartet – ich bin in den kommenden Tagen auch mit dabei.

Wenn ihr auf der Suche nach gruseligen Buchtipps zu HALLOWEEN seid oder eins von fünf Buchpaketen gewinnen wollt, dann schaut mal hier!

15. Oktober 2019

Maleficent – Mistress of Evil (Spoilerfreie Review)

Category: News – Darkstar – 16:15

Mistress of Evil KinoplakatShe’s back!

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein riesengroßer Maleficent-Fan bin. Von allen Disney-Realverfilmungen der letzten Jahre ist dieser Film für mich der mit Abstand gelungenste – eben weil er den ursprünglichen Zeichentrickfilm und die zugrunde liegenden Märchenmotive so umwerfend überraschend neu interpretiert hat, ohne dem Original untreu zu werden.

Dass es mit Maleficent – Mächte der Finsternis ein Sequel geben würde, hat mich im Vorfeld gleichermaßen begeistert und nervös gemacht. Kann dieser Film überhaupt mit dem großartigen ersten Streifen mithalten?
Inzwischen habe ich eine Preview gesehen und kann sagen: Ja, kann er! Warum ich das so sehe, verrate ich in meiner nachfolgenden Review, die ich weitestgehend frei von Spoilern halte:

Worum geht’s überhaupt?

Mistress of Evil, wie der Film im Original heißt, spielt einige Jahre nach Maleficent. Aurora herrscht als Königin der Moore über Feen und Elfen. Ihre Liebe zu Prinz Phillip ist gewachsen und die beiden wollen heiraten. Sehr zum Missfallen ihrer „Mütter“, die jeweils unterschiedliche Gründe haben, warum die Welt der Feen und die Welt der Menschen weiterhin getrennt voneinander existieren sollten.

Als Maleficent und Königin Ingrith aufeinander treffen, kommt es zu einem solch explosiven Eklat, dass ein Krieg zwischen Feen und Menschen auszubrechen droht …

Meine Meinung:

Mistress of Evil KinoplakatVon den Drehbuchautoren war es eine weise Entscheidung, den Film mehrere Jahre nach Maleficent spielen zu lassen. So hatten die Figuren die Möglichkeit, zu reifen und sich zu verändern. Vor allem Aurora ist nicht mehr das naive kleine Mädchen aus dem ersten Film. Auch Maleficent hat einige ihrer Ecken und Kanten verloren.

Wenngleich der Streifen inhaltlich nicht ganz an den herausragenden ersten Film heranreicht, kann ich ihn euch uneingeschränkt ans Herz legen, wenn ihr Märchenfantasy liebt. So gern würde ich euch über einige unerwartete Twists im Film berichten, aber ich will euch den Spaß bei einem Kinogang nicht kaputt machen.

Sagen darf ich allerdings, dass Mistress of Evil das Maleficent-Universum auf eine ganz phantastische Art und Weise erweitert. Wir werfen einen Blick über das Reich der Moore hinaus. Die Welt der Feenwesen wächst und wie auch im ersten Teil haben die Designer und die SFX- und CGI-Experten ganze Arbeit geleistet. Sie bieten einen Augenschmaus. Visuell erinnern die Figuren an die Wesen von Brian Froud: von winzigen Pixies bis hin zu majestätischen Baummonstern. Man möchte eintauchen in diesen magischen Kosmos und ehrlich, ich hoffe, nach Mistress of Evil wird es – ob nun mit oder ohne Angelina Jolie – noch weitere Filme aus dieser Welt geben. Den Film habe ich in 2D gesehen und die Bilder waren richtiggehend berauschend.

Ebenfalls überzeugend waren der Score und die Schauspielerleistungen.

Elle Fanning, in Maleficent noch süß, wird mit jedem Jahr besser und überzeugt hier in der schwierigen ambivalenten Rolle als angehende Königin und Ehefrau auf der einen, Tochter einer dominanten Mutter auf der anderen Seite. Und Angelina Jolie ausgerechnet Michelle Pfeiffer gegenüberzustellen: das ist ein Match made in Heaven. Beide spielen ihre Rollen hervorragend. Angelina Jolie ist Maleficent.

Mistress of Evil IngrithIm Vorfeld habe ich oft die Kritik gehört, dass die Leute befürchten, dass das Drehbuch von Teil 2 ihre Wandlung von der bösen Fee zur gutherzigen „Mutter“ aus Teil 1 negieren könnte – aber das ist nicht der Fall. Zwar wandelt sich Maleficent auch in Mistress of Evil, aber das absolut überzeugend – sicher nicht zuletzt dank Jolie. Es ist ein Fest, sie auf Michelle Pfeiffer treffen zu sehen – bei der man nicht umhin kommt, festzustellen, wie sehr ihr Fantasy-Streifen stehen (man denke nur an Der Tag des Falken oder Der Sternwanderer).

Wenn ich dem Film etwas vorwerfe, dann allenfalls, dass ihm gerade in Bezug auf Königin Ingrith ein bisschen mehr Hintergrund gut getan hätte. Was die Psychologie der Figuren angeht, erfordert der Film Mitdenken vom Zuschauer. Die Handlungen der Beteiligten sind nachvollziehbar, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, woher sie kommen und welche Ziele sie erfolgen. Wer sich darauf einlässt, wird sich erstaunt, berührt, erfreut, aufgebracht, traurig und glücklich fühlen.

Abschließend möchte ich noch betonen, dass Mistress of Evil wie bereits Maleficent mit wirklich viel Fingerspitzengefühl Motive aus dem Dornröschen-Märchen und der Elfen- und Feenmythologie aufgreift und auf überraschende Weise teils auch ganz unauffällig in die Filmhandlung verwebt. Ob wir nun von Flüchen sprechen oder Dornenhecken.

Maleficent – Mistress of Evil ist anders, als ich erwartet habe, aber genau deshalb so gut.

Unbedingt auf der großen Leinwand sehen!