Darkstars Fantasy News


7. September 2014

Interview mit Nina Blazon zu
LILLESANG – Das Geheimnis der dunklen Nixe

Category: Interviews – Darkstar – 10:00

Lillesang 01Anfang der Woche erschien „Lillesang – Das Geheimnis der dunklen Nixe„, das neue Jugendbuch von Nina Blazon.

Ein bisschen verraten, worin es in dem Roman geht, habe ich ja bereits vor ein paar Tagen. Heute kommt die Autorin selbst zu Wort, die sich freundlicherweise wieder meinen Fragen rund um das neue Buch gestellt hat: Kann ein Buch mit so einem magischen Titel überhaupt richtig gruselig sein? Mit welchen Sagen und Märchen hat sich Nina Blazon auf das Schreiben des Romans eingestimmt und was gefällt ihr daran, für ein Publikum ab 10 Jahren zu schreiben?

Interview mit Nina Blazon zu Lillesang

„Lillesang“ – ein romantischer Titel und auf dem Cover sehen wir einen glitzernden Schuppenschwanz. Aber dein neuer Roman wird eher düster und gefährlich, oder?

Zumindest ist er keine rosa Nixengeschichte.

Die magischen Geschöpfe, um die es in Lillesang geht, sind nämlich keine zahmen Gestalten, sondern wild und unberechenbar wie das Meer selbst. Das bekommt die Hauptperson Jo schnell zu spüren.

Und wie in Laqua spielen auch diesmal viele Grusel- und Gespenstergeschichten mit. Allzu zarte Gemüter sollten deshalb lieber bei Tagelicht lesen …

Welche Schlagworte und welche Farben fangen die Atmosphäre Deines neuen Buchs am besten ein?

Spukhäuser am Strand. Drei Kinder, die mit vereinten Kräften eine Tür zuhalten und mit angehaltenem Atem starr vor Angst lauschen. Das Graublau der dänischen See vor einem Gewitter. Malachitfarbenes Wasser, in das etwas Schlängelndes schäumende Furchen schneidet. Verfolgungsjagden im Motorboot durch die Kanäle Kopenhagens.

Eine Schleppe von silbernen Fischen, die einem magischen Lied folgen. Legenden von Ertrunkenen, die bei Vollmond an Land kriechen, um die Lebenden heimzusuchen. Und ein Familiengeheimnis, das die tragisch verstorbene Tante Mette leider mit ins Grab genommen hat …

Was magst Du an Deiner Hauptfigur Jo besonders?

Ihre Abenteuerlust und die Tatsache, dass sie nachts auch heimlich an dem Baum vor ihrem Schlafzimmerfenster herunterklettert, um sich davonzumachen. Ihre Dickköpfigkeit – und gleichzeitig ihre Bereitschaft, eigene Vorurteile zu überdenken und mit einem neuen Blick auf Dinge und Menschen zu blicken.

Recherchereise Lillesang Foto 01 (c) Nina BlazonWarum spielt das Buch in Dänemark?

Ein Grund ist natürlich der Vater der bekanntesten Nixe der Literaturgeschichte: Hans Christian Andersen.

Er hat in Kopenhagen gelebt und dort auch seine „Lille Havfrue“ verfasst (obwohl sie auch italienische Wurzeln hat! Andersen hat sich nämlich von seinen Reisen nach Italien inspirieren lassen).

Hast Du Dich im Vorfeld mit Sagen und Märchen auf Deine Nixen-Geschichte eingestimmt?

Natürlich habe ich den Klassiker „Die kleine Meerjungfrau“ gelesen – und zwar in der Langfassung, die noch ein paar interessante Details über das Leben unter Wasser bietet.

Aber auch „Agnete und der Wassermann“ stand auf der Leseliste (darunter auch die Version von Andersen).

Und natürlich jede Menge klassischer Undinengeschichten von der Melusine bis hin zu den finnischen Wassermonstern, die „Vesihiisi“ heißen. (Lustig ist übrigens die Übersetzung der finnischen Version ins Deutsche bei Wikipedia. Da steht, Vesihiisi seien „böse Wassernetzbetreiber wie Frankfurter Würstchen“. Das klingt doch auch nach einer spannenden Buchidee.)

Du recherchierst oft an Schauplätzen vor Ort, wenn Du an neuen Romanen arbeitest …

Auch diesmal war ich unterwegs und habe in Kopenhagen Eindrücke gesammelt.

recherchereise-lillesang-02-nina-blazon.jpgZufällig war ich genau in der Woche vor Ort, in der das alljährliche Sandskulpturen-Festival an der Hafenpromenade stattfand. Und das war so faszinierend (siehe Foto!), dass ich es unbedingt ins Buch einbauen musste.

Außerdem war es spannend, Andersen und seiner Meerjungfrau in Kopenhagen zu folgen. Ein Teil von Lillesang spielt deshalb in einem Häuschen im Altstadtviertel Nyhavn, in dem der Dichter lebte. Ein anderer in Ishoj in Sichtweite des wunderschönen „Arken“-Kunstmuseums. Das Meer dort mit Sandstrand und Dünen ist wirklich wildes Nixenland!

Was gefällt Dir daran, für ein Publikum ab 10 Jahren zu schreiben?

Dass man sich ganz auf den Abenteueraspekt konzentrieren kann, denn eine sorgfälltig aufgebaute Liebesgeschichte muss bei dieser Altersgruppe ja nicht dabei sein.

Und die Möglichkeit, Gespenstergeschichten mit einzubringen. Leser ab zehn finden solche Gruselelementeerfahrungsgemäß besonders spannend. Und ich als Autorin liebe sie auch. So findet es sich prima zusammen.

Nach dem Buch ist vor dem Buch: Verrätst Du uns, woran Du gerade arbeitest?

Gerade bin ich wieder in der Faunblut-Welt unterwegs, in einem Land, wo im Winter schwarze Rosen blühen.

Das Thema in „Der dunkle Kuss der Sterne“ war ja „Macht“, jetzt wird es um die Facetten Besessenheit und Liebe gehen – und die hauchfeine Grenzlinie zwischen diesen beiden Zuständen.

Vielen Dank!

Nina Blazons Website findet ihr hier!

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1 Kommentar »

  1. Ich habe das Buch Lillesang selber seid zwei Wochen und finde es sehr gut. Ich informiere mich auch grade nach Ishoj da ich mit meinen Eltern in den Winterferien dort hin fahre (extra wegen dem Buch da ich neugierig bin und diese Stadt sehen will) mich würde trotzdem intressieren ob die Geschichten (Saagen) die Julie im Buch erzählt auch Stimmen also ob es diese Saagen auch gibt. Eine Saage war ja das an Vollmond die Ertrunkenden toten auferstehen im Wasser. (ich weis das sowas nicht stimmt aber es würde mich intressieren ob diese Saage/Geschichte auch so erzählt wird oder ob Nina sie nur erfunden hat zum Buch) und ich frage ob es das Haus von Mette auch gibt? Oder in welcher Straße das Haus von Julie (Gästehaus) steht bzw. ob es überhaupt irgendwo steht? Wäre nett wenn jemand antwortet. :) Danke

    Comment by Chiara — 14. November 2014 @ 20:48

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