Darkstars Fantasy News


14. November 2015

Ju Honisch stellt BISSE vor

Category: News – Darkstar – 15:00

Müssen wir uns nicht fragen, was hinter all den netten, unauffälligen und höflichen Menschen steckt?“

Ende Oktober, kurz vor Halloween,ist Ju Honischs Kurzgeschichtensammlung „BISSE“ als ebook erschienen.

Siebzehn Geschichten aus der Feder der SERAPH-Preisträgerin (für „Schwingen aus Stein„) die, so die Buchbeschreibung „dem Leser jegliches Wohlgefühl aus dem Gemüt [beißen].“

Bevor die Autorin in diesem Gastbeitrag selbst zu Wort kommt, erst noch ein paar Worte zum Inhalt der Anthologie:

Es sind keine klassischen Gespenstergeschichten, keine triefenden Splatter, doch auch kein lauschiger Kerzenscheingrusel. Das Grauen ist vielmehr ganz nah, im Alltäglichen unter uns oder vielleicht schon unmittelbar hinter uns, vor uns, in uns sogar.

Es lauert.
Es kann der brave Kollege sein, der einem noch nie so richtig aufgefallen ist, der so nette Arzt oder der lächelnde Traummann von der Kontaktanzeige.

Das Normale ist es, das sich sanft und jäh als anormal entpuppt und den Leser frösteln lässt. Böse und gemein sind diese Geschichten. Hinterhältig und fies treiben sie Haken in die Leserseelen, drehen sich um sich selbst und enden stets etwas anders als gedacht.

Nichts für Leser mit allzu schwachen Nerven, aber genau das Richtige für Liebhaber gepflegten Grusels und bizarr-phantastischer Ideen. (Klappentext)

Und das sagt Ju Honisch über „Bisse„:

Gastbeitrag von Ju Honisch

BISSE – das war mein „Erstlingswerk“, wenn man diese eher zufällig entstandene Sammlung an bösen Geschichten so nennen will. Wie vieles in meinem Leben passierte das einfach so. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich hingesetzt und gesagt: Jetzt schreibe ich 17 ungewöhnliche Geschichten.

Die erste schrieb ich vor vielen Jahren für ein Grusel-Fanzine. Die Auflagenhöhe dieses damals noch kopierten und physisch verbreiteten Heftchens lag gewiss unter fünfzig. Ich schrieb also eine Geschichte dafür. Und dann noch eine. Irgendwann gab es das Fanzine nicht mehr, aber ich hatte – sozusagen – Blut geleckt. So schrieb ich Geschichte um Geschichte, alle ein wenig schräg, alle gruselig, aber nicht im klassischen Sinn. Hier fährt nicht das Nachtgespenst durch ein renovierungsbedürftiges Schloss. Und obwohl es immerhin zwei Vampire gibt – die meisten Geschichten kommen ohne solche dental extrabestückten Szenevertreter aus – sind es doch „anständige“ Leute mit einem geregelten Leben und, zumindest in einem Fall, geregeltem Einkommen durch eine achtbare Karriere.

Ansonsten ist das, was diese Geschichten gruselig macht, das Normale. Die Realität, die wir durchgenormt haben, um glauben zu können, sie wäre so. Das, was in manchen Menschen lauert, vielleicht auch in einem selbst. Das Verborgene, das Grausame und alles, was hinter der Aussage „aber er war immer nett und höflich – unauffällig halt“ schlummert. Ist es nicht genau diese Aussage, die wir immer dann zu hören bekommen, wenn ein schreckliches Verbrechen geschehen ist? Und müssen wir uns nicht fragen, was hinter all den netten, unauffälligen und höflichen Menschen steckt, die so harmlos Teil unseres Lebens sind?

Wir fragen uns das meist nicht, denn – um mit Shakespeare zu sprechen – „this way madness lies“. Wir möchten gar nicht wissen, was hinter den Stirnen der freundlichen Zeitgenossen vorgeht, denen wir so gerne vertrauen möchten, weil sie unsere Welt definieren als einen Ort, den wir kennen und auf den wir uns verlassen könnten.

Nur ist er nicht so.

Alles ist vielleicht ganz anders. Und genau da setzt „BISSE“ an.

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Ju Honischs Website findet ihr hier!

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