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1. März 2015

Holly Black: The Darkest Part of the Forest

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 15:00

Holly Black: The Darkest Part of the ForestAuf einer Lichtung mitten im Wald steht ein unzerstörbarer Glassarg, in dem ein gehörnter Feenprinz in einem ewigen Zauberschlaf liegt. Nichts kann ihn wecken. Seit Generationen kommen die Jugendlichen des kleinen amerikanischen Örtchens Fairfold an den Wochenenden hierher, um Parties zu feiern, laute Musik zu hören, Bier zu trinken und auf dem Sarg zu tanzen. Denn das die Welt der Feen ganz nah an unsere eigene grenzt, stört die Bewohner von Fairfolk nicht. Immerhin geht dieser Tage sogar ein Wechselbalg auf die örtliche Highschool.

Als Kinder haben sich sowohl Hazel als auch ihr Bruder Ben in den schlafenden Feenprinzen verliebt. Mit Schwert und Flöte bewaffnet, durchstreiften sie gemeinsam den Wald – sie als Ritter verkleidet, Ben als Barde – und erzählten sich gegenseitig Geschichten davon, wie sie den verfluchten Feenprinzen retten könnten. Ein harmloses Spiel ohne jegliche Rivalität untereinander, denn beide wussten, das Feenwesen würde nie aus seinem Schlaf erwachen.

Inzwischen sind Hazel und Ben fast erwachsen. Die Spiele von einst haben sie hinter sich gelassen. Während Hazel wie ein Schmettering von einem Jungen zum nächsten fliegt, träumt Ben von der einen, großen Liebe. Richtig glücklich sind sie beide nicht.

Und dann, eines morgens, ist der schlafende Feenprinz aus seinem Glassarg verschwunden. Wer oder was ihn geweckt hat, weiß niemand. Und eine magische, unmögliche Liebe scheint plötzlich zum Greifen nach.

Aber mit dem Erwachen des Prinzen scheint auch die friedliche Co-Existenz zwischen Menschen und Feen beendet. Angst und Schrecken verbreiten sich in Fairfold, als es zu immer schrecklicheren magischen Übergriffen kommt. Und dann scheint sich auch noch das Monster, das im dunkelsten Teil des Waldes lebt, aufzumachen, Fairfold zu vernichten.

Gemeinsam machen sich Hazel und ihr Bruder daran, das Monster aufzuhalten – und den Feenprinzen zu finden, an den sie beide ihr Herz verloren haben …

Was für ein tolles Buch!

Holly Blacks „The Darkest Part of the Forest“ begeistert mich wirklich auf ganzer Linie, denn es ist nahezu perfekt: Die Atmosphäre, der Beginn, sämtliche Charaktere – selbst das Ende: hervorragend!

Ich mochte bereits Blacks Roman „Elfentochter“, aber „The Darkest Part of the Forest“ liebe ich.

Die Welt der Feen ist gleichzeitig wunderschön und gefährlich; es gibt nicht nur Feenritter in schimmernden Rüstungen, sondern auch Rotkappen, dryadenartige Baummonster und die gefährliche „beinerne Jungfrau“, die Bone Maiden. In schattigen Waldtympeln lauern tödliche Nixie auf unvorsichtige Wanderer. Atmosphärisch erinnert das ganz leicht an Brenna Yovanoffs „Schweigt Still die Nacht“, wobei Holly Blacks Welt deutlich bunter, weniger schattenhaft, weniger morbid und dafür magischer ist als Yovanoffs. Eben eine erwachsenere Version ihrer Spiderwick-Welt.

Besonders begeistert war ich von der Schreibweise, von der Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der Holly Black sowohl die verzauberte Anderswelt beschreibt als auch die Tatsache behandelt, dass Ben schwul ist. Weder für Hazel noch ihre Eltern oder seinen besten Freund Jack ist das ein Problem.

Jack ist einer der Nebencharaktere, die man auch sofort ins Herz schließt. Er ist eigentlich ein Wechselbalg, wurde aber von seiner Menschenmutter liebevoll aufgezogen – und nimmt in der zweiten Hälfte des Romans eine zentrale Position ein.

Überhaupt ist es toll, wie es Holly Black gelingt, ihre Handlung im zweiten Teil des Romans nochmal mehrere unerwartete Hacken schlagen zu lassen. Das ist spannend und überraschend bis zum Schluss und macht – auch wenn The Darkest Part of the Forest ein für sich stehender Roman ist – Lust auf mehr!

Die Welt der Feen ist magisch und gefährlich. Lasst euch von Holly Black ins Reich des Alderkings locken, tief hinein in dunkelsten Teil des Waldes!

Für Feenfans ein Must-Read!

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