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17. November 2018

Philippa Gregory: Um Reich und Krone

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 19:00

Um Reich und KroneDrei Schwestern. Drei Leben. Drei Wege zur Macht

Seit dem Tod Henry VIII. ist England im Aufruhr. Wer soll die Krone tragen, wenn auch sein kränklicher Sohn das zeitliche segnet? Henrys erstgeborene Tochter Mary, die dem katholischen Glauben anhängt, oder ihre protestantische Schwester Elizabeth, das Kind der als Ehebrecherin und Hexe gebranntmarkten Anne Boleyn? Oder gar Mary Stuart, die junge Königin von Schottland und Frankreich?

Noch während die verschiedenen Lager untereinander streiten, wird durch einen geschickten politischen Schachzug die blutjunge Jane Grey zur Königin. Sie entstammt ebenfalls der Tudor-Linie, hat aber nie damit gerechnet, den Thron zu besteigen.

Ihre Herrschaft währt nicht lang. Jane geht als „Neuntagekönigin“ in die Geschichtsbücher ein. Ihrem kurzen Leben ebenso wie den Leben ihrer jüngeren Schwestern Katherine und Mary widmet Philippa Gregory ihren jüngsten Roman.

Katherine und Mary sind potentielle Anwärterinnen auf den Thron von England – und damit gefährliche Konkurrentinnen für die skrupellose Elisabeth I., die sich mit eisernem Willen an die Macht klammert …

Für mich ist Um Reich und Krone ein echter Pageturner.

Die Autorin hat den 600 Seiten umfassenden Roman in drei Abschnitte unterteilt. Sie widmet jeder Grey-Schwester einen davon. Alle sind in der Ich-Perspektive geschrieben. Gregory findet aber für jede Protagonistin eine eigene Stimme, die sich jeweils von den beiden anderen so deutlich abhebt wie die unterschiedlichen Charakterzüge der jungen Frauen. Kompliment!

Jane Grey, die Neuntagekönigin, ist hierzulande eher unbekannt. Für mich war es sehr spannend, mehr über sie und ihre Zeit zu lesen.  Ohne dabei jemals zu langweilen gelingt es der Autorin, das höfische England des 16. Jhd. (be)greif- und fühlbar zu machen.

Besonders faszinierend finde ich, in welches Licht das Buch Elisabeth I. taucht.

Die meisten Werke, die sich mit ihr beschäftigen, zeichnen sie als positive und feministische Gestalt. Gregory, die sie durch die Augen der Grey-Schwestern betrachtet, wagt sich in eine komplett andere Richtung. Das ist ungemein spannend, überzeugend, und regt zum Nachdenken an. Außerdem weiß ich jetzt endlich, wie es zur Rivalität zwischen Elisabeth I. und Mary Stuart kam und warum letztere überhaupt als Königin für England in Betracht gezogen wurde.

Um Reich und Krone ist spannend und überzeugend von der ersten bis zur letzten Seite.

 

 

 

 

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