Darkstars Fantasy News


10. Januar 2015

Carolyn Turgeon: Godmother
The Secret Cinderella Story

Category: Rezensionen,Romane – Darkstar – 10:00

Godmother (alternative Cover)The slippers were broken. Shattered into bits. Long shards of glass spread out around her, next to us. She looked right into me, her face inches away. I flinched. Her eyes were so hollow and dead. How had I not noticed before?

Mit „Godmother“ erzählt Carolyn Turgeon („Mermaid“, „Fairest of them All“) eine sehr ungewöhnliche Aschenputtel-Variante.

Die alte, eigenbrötlerische Lillian arbeitet als Verkäuferin in einem kleinen Antiquariat im verschlafensten Teil von Manhattan. Keiner ahnt, dass sie unter ihrer Kleidung riesige Schwingen aus schneeweißen Federn versteckt, die sie morgen für morgen eng an den Körper presst und bandagiert, um ihr Geheimnis zu wahren.

Lillian lebt als Ausgestoßene in unserer Welt. Einst war sie eine Fee und lebte mit ihren Schwestern in einer magischen Parallelwelt. Dann jedoch beging sie einen entsetzlichen Frevel und wurde bestraft. Ihrer Magie beraubt und von dem Mann, den sie liebt getrennt, lebt sie im Exil seit Jahrhunderten unter uns Menschen. Ihr Schicksal hat sie bitter gemacht und abgestumpft. Doch dann lernt Lil eines Tages die junge, vor Leben sprühende Veronica kennen, die von der großen Liebe und einem Prinzen träumt, dem sie ihr Herz schenken kann.

In Lillian regt sich Hoffnung: Kann sie Veronica in eine zweite Cinderella verwandeln und den Fehler, den sie vor vielen hundert Jahren begangen hat, so beheben? Kann sie mit einer guten Tat für das sühnen, was sie damals verbrochen hat? Bricht ein menschliches Happy End den Feenfluch, der auf Lillian liegt und erlöst sie aus ihrer Existenz als Mensch?

Godmother – A Secret Cinderella Story“ ist die Geschichte von Aschenbrödels Patenfee. Sie spielt im New York der Jetztzeit, in jedem Kapitel gibt es jedoch Rückblenden in Lillians Vergangenheit, die nach und nach enthüllen, was damals seinerzeit passiert ist. So spinnt Carolyn Turgeon langsam eine verzauberte Geschichte, die dem vermutlich berühmtesten Märchen der Welt eine neue Seite abgewinnt.

Es ist Turgeons erste richtige Fairy Tale-Fantasy, auch wenn ich diese erst nach „Mermaid“ (ihre Version von Die kleine Meerjungfrau) und „Fairest of them All“ (ihr Mash Up von Rapunzel und Schneewittchen) gelesen habe. Wie bereits „Mermaid“ lebt „Godmother“ von seiner Atmosphäre: die ist hier leicht melancholisch und erinnert an die verstaubten Bücher im Antiquariat, in dem Lillian arbeitet. Anders als in „Mermaid“ ist der Twist der ursprünglichen Geschichte hier allerdings sehr deutlich spürbar. Und das macht den Roman lesenswert.

Richtig toll ist allerdings vor allem, dass die Stimmung des Romans im letzten viertel noch einmal kippt und die Geschichte aus einem neuen, unheimlichen Licht beleuchtet. Haunting!, wie die Engländer sagen.

An „Fairest of them All“ reicht er zwar m. E. nicht heran, aber „Godmother – A Secret Cinderella Story“ ist originell und Märchen- bzw. Aschenputtel-Fans guten Gewissens ans Herz gelegt.

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Mein Interview mit Carolyn Turgeon: hier!

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