Darkstars Fantasy News


27. November 2015

Interview mit Nina Blazon
zu „DER WINTER DER SCHWARZEN ROSEN“

Category: Interviews – Darkstar – 08:00

Der Winter der schwarzen RosenVerwunschene Festungen, Liebe und tödliche Geheimnisse

Was hat Nina Blazon zu ihrem märchenhaften Roman über Zwillingsschwestern, Feen und Geheimnisse inspiriert? Wie schwierig war es für sie, einen Roman aus zwei Perspektiven zu schreiben? Ist „Der Winter der schwarzen Rosen“ wirklich ihr letzter Roman im „Faunblut“-Universum?

Und haben wir die Geburtsstunde der „Faunblut“-Welt in ihrem dystopischen Urban Fantasy-Roman „Zweilicht“ miterlebt?

Im Interview hat mir Nina Blazon diese und andere Fragen beantwortet:

Interview mit Nina Blazon zu „Der Winter der Schwarzen Rosen“

Beginnen wir mit einer meiner Lieblingsfragen: Welche Schlagworte und welche Farben fangen Deiner Meinung nach die Atmosphäre Deines neuen Romans am Besten ein?

Die Farben sieht man schon auf dem Cover:
Schwarz, Kupferherbstgolden und weiß wie Schnee.

Die Atmosphäre:
verwunschene, gefährliche Wälder und düstere Burgruinen, magische Grenzen.
Archaische Kampf- und Siegesrituale und immer wieder: die Schatten.

Was hat dich diesmal zur Handlung inspiriert?

AscheherzIm Grunde war es der berühmte Satz, dass die Geschichte stets von den Siegern geschrieben wird. Wenn Kriege entschieden werden, alte Reiche fallen und neue entstehen, entscheidet der neue Herrscher auch über die Wahrheiten, die in Bezug auf seinen Sieg zu gelten haben.

Ich fand das Gedankenspiel spannend, zwei Figuren in diesen Kampf um die Vorherrschaft zu schicken. Sie lieben sich und stehen doch auf zwei verschiedenen Seiten, jede mit ihrer Wahrheit, ihrer Sicht auf Freund und Feind und auf das, was geschieht.

Es war ein Experiment, das Buch so zu schreiben, dass es keine einzige Wahrheit gibt, sondern je nach Perspektive auf jeder Seite eine eigene „Geschichte des Siegers“ entsteht – und jede der beiden Versionen die gleiche Geltung und Logik hat.

Mit den Zwillingsschwestern Tajann und Liljann stellst Du gleich zwei Protagonistinnen in den Mittelpunkt Deiner Geschichte. Steht dir eine der beiden näher und wie schwierig – oder leicht war – es, einen Roman aus doppelter Ich-Perspektive zu schreiben?

Es war, als würde ich zwei Romane schreiben.

Zwei völlig gleich gewichtete Protagonistinnen auf die Reise zu schicken, was eine Herausforderung. Es ist alles doppelt, auch die Interpretation und Deutung der Ereignisse, die Lebenswege, die Liebesgeschichten.

Es war, wie oben schon erwähnt, ein Experiment. Vielleicht kann ich sagen, dass Tajann am Anfang der etwas spannendere Part beim Schreiben war, da sie einfach zupackender und auch intriganter ist. Für mich als Autorin ist es leichteres Spiel, eine so impulsive, stets handelnde Figur zu führen.

Liljann ist verhaltener, aber in vielem komplexer und nuancierter. Ihre Veränderung vollzieht sich in feinen Schattierungen. Es wurde immer spannender, sie aus ihrem Schatten heraustreten zu lassen.

Zwillinge, Spiegelbilder, Reflektionen: Das Thema Dualität scheint dir beim Schreiben wichtig zu sein.

FaunblutJa, es ist ein Lieblingsmotiv, das sich durch viele Romane zieht.

Anfangs war es eher unbewusst, inzwischen kenne ich mein Faible für Zwillingsthemen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, warum ich gerade davon so fasziniert bin. Vielleicht geht es einfach um das Thema Spiegelungen und Facetten der (nur scheinbar!) selben Sache.

Wie der Spruch schon sagt: Das Gleiche ist nicht dasselbe. Und die Tatsache, dass vieles, was auf den ersten Blick identisch aussieht, auch ganz unterschiedliche Facetten bergen kann, bietet sehr viel Spielraum für Geschichten.

Im Roman führst Du viele Fäden aus früheren Faunblut-Welt-Büchern zusammen. Bedeutet Der Winter der schwaren Rosen ein Abschied von dieser Welt?

Erst einmal ja.

Wobei es mich sehr reizen würde, eine der Nebenfiguren in einem Buch genauer zu beleuchten. Also eine von denen, die den Showdown überleben …

Das Setting der Faunblut-Welt zeichnet sich durch seine Mischung aus Phantastisch-Mittelalterlichen und den Ruinen einer untergegangenen Moderne aus. Zudem wird im Verlauf des neuen Buches eine Person als Zweigänger bezeichent.

Deshalb musste ich jetzt an Deinen Roman Zweilicht denken, der in einem futuristischen New York spielt, das scheinbar nach und nach von der Natur zurückerobert wird. Spielt Zweilicht gar in der gleichen Welt wie Ascheherz & Co.? Erleben wir in Zweilicht gar die Geburt der Faunblut-Welt?

In meinem Kopf-Kosmos eindeutig ja.

ZweilichtIn Zweilicht ging es ja auch darum, wie unsere Welt von den magischen Wesen sozusagen übernommen wird. Veränderungen finden statt, Kontinente zerbrechen, verschieben sich, gehen unter, werden zu Meeresflächen.

Auf meiner inneren Landkarte steht die Zitadelle der Zorya aus Ascheherz auf dem Landstück, das ehemals New York in Zweilicht war. Auch das Klima hat sich mit dem eisigen magischen Geschehen in Zweilicht verändert, sodass es dort kühler geworden ist.

Aber das alles erschließt sich nicht aus den Büchern, es existiert nur der Bezug in meinem Kopf, als abstrakte Landkarte und Chronik. Aber schön, dass du den Faden entdeckt hast!

Für Der dunkle Kuss der Sterne, den Vorgängerband, hast Du über Haie und Wüsten recherchiert. Mit welchen Recherchethemen hast du dich diesmal herumgeschlagen?

Dieses Mal war das Schreiben sehr frei, ich musste lediglich auf Bezüge aus den anderen Büchern der Faunblut-Welt zurückgreifen. Die Herausforderung bestand vor allem darin, die zwei Perspektiven auszubauen und die Elemente und Wesen aus den anderen Romanen korrekt zu zitieren.

Das war dann allerdings schon ein bisschen Recherche-Arbeit. Denn ich weiß nicht, wie es anderen Autoren geht, aber bei mir ist es so, dass (ähnlich wie bei einem Leser, der ein Buch vor Jahren gelesen hat), so einige Details ganz und gar nicht mehr präsent sind.

Nach dem Buch ist vor dem Buch: Auf der Buchmesse habe ich es läuten gehört, dass uns im nächsten Jahr mindestens zwei neue Titel aus Deiner Feder erwarten. Was darfst oder magst Du uns heute schon über sie verraten?

SilfurEiner ist ein neuer Fantasy-Band für Leser ab zehn/elf Jahren. Er wird „Silfur“ heißen, was auf Isländisch einfach „Silber“ bedeutet. Der Untertitel: Die Nacht der silbernen Augen.

Diesmal sind die Hauptfiguren zwei Jungs, die in den Sommerferien mit nicht immer so netten isländischen Mythenwesen Bekanntschaft machen. Dabei gibt es wilde Verfolgungsjagden über Vulkanfelsen, finstere Rituale auf dem nächtlichen Friedhof und einen magischen Wolf, dem man besser nicht im Dunkeln begegnen sollte.

Und bei Ravensburger erscheint der nächste historische Roman mit einem Heimspiel-Thema. Es geht um die berühmte Ravensburger Handelsfamilie Humpis.

Die Humpis waren Kaufleute und sozusagen die schwäbischen Tycoons des Mittelalters. Ihr Name steht für die Große Ravensburger Handelsgesellschaft, sie betrieben internationalen Fernhandel und hatten unter anderem in Spanien und Italien Niederlassungen.

Die Handlung spielt zur Zeit von zwei (historisch verbürgten) Hexenprozessen in Ravensburg im Jahr 1484.

Vielen Dank!

Meine Rezensionen der Romane aus der Faunblut-Welt:

Faunblut, Ascheherz, Zweilicht, Der dunkle Kuss der Sterne, Der Winter der schwarzen Rosen

Nina Blazons Website findet ihr: hier!

Den Roman kaufen:

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1 Kommentar »

  1. Vielen lieben Dank für das Interview!

    Stimmt es wirklich, dass Zweilicht in der Faunblut-Welt spielt? Das kann man sich kaum vorstellen …!

    Comment by Tatjana — 31. Dezember 2015 @ 15:26

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